06.12.2021, 20.06 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Von-der-Heydt-Park-Sanierung: Geländer kommen, Poller bleiben

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An der Johanneskirche entbrannte in den letzten Wochen ein „Poller-Streit“, Gemeindemitglied Hermann Weber schickte daher einen Bürgerantrag an Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. | Foto: privat

Die gute Nachricht zuerst: Die Treppengeländer für den Weg von der Worringer Straße in den Von-der-Heydt-Park sollen in den nächsten Tagen montiert werden. Im September hatte die Stadt gegenüber der CW bekräftigt, dass diese im Oktober bereits kommen sollten. Lieferschwierigkeiten hätten für einen Verzug gesorgt, berichtet Roman Bensch, Teamleiter des Bereichs Planung und Neubau im Stadt-Ressort Grünflächen und Forsten.

Allerdings: Die damals schon von Kirchgängern und Anwohnern monierten schmalen Rampen werden nicht verbreitert. Wie damals schon Stadt-Sprecher Thomas Eiting betont auch Roman Bensch vom Ressort Grünflächen und Forsten, dass diese nicht für Kinderwagen oder Rollatoren ausgelegt seien. Hätte man das einplanen müssen, hätte der 3,2 Hektar große Von-der-Heydt-Park komplett umgebaut werden müssen, die Steigung an dieser Stelle sei nämlich viel zu steil, so Bensch.. Die Metallsperren an der Worringer Straße verhinderten zudem bewusst, dass Radfahrer die Wege als „Cross-Strecke“ nutzten.

Duldung der Zufahrt durch Poller nun unmöglich

Barrierefrei zugänglich sei der Park hingegen vom Friedenshain und der Jägerhofstraße aus, unterstreicht Roman Bensch weiter. Doch genau an letzterer Stelle herrscht aktuell neues Unverständnis: Seit der rund 400.000 Euro teuren Sanierung versperren Poller die Zufahrt zur Johanneskirche. Seit 1949 – mit Einweihung des Gotteshauses – gab es eine Duldung seitens der Stadt, die Wege bis zur Kirche auch mit Autos befahren zu dürfen. Die Gemeinde versäumte es allerdings, sich ein Wegerecht ins Grundbuch eintragen zu lassen. Gehbehinderte und ältere Personen müssen jetzt nicht nur von der Worringer Straße einen Umweg über die Altenberger Straße laufen, vielmehr besteht auch keine Möglichkeit mehr, sie mit dem Pkw bis zur Kirche vorzufahren. Auch für Anlieferer wird es nunmehr deutlich schwieriger.

Poller-Einlenken? Mittlerweile Findlinge ausgelegt

Die Poller seien vor allem errichtet worden, weil bei Veranstaltungen immer wieder Autos neben den Wegen auf der Wiese parkten. Die Bäume sollten mit dieser Maßnahme geschützt werden, betont Roman Bensch. Gemeindemitglied Hermann Weber hatte daher in diesem Monat einen Bürgerantrag an Oberbürgermeister Uwe Schneidewind gesandt: Er möchte, dass die seit 72 Jahren ungehindert möglich Zufahrt zur Johanneskirche wieder hergestellt wird. „Ich finde die Poller-Entscheidung, die Gruppen benachteiligt, als bösartig und willkürlich“, betont Weber. „Wieso lässt man es nicht wie bisher?“

Nach seiner Meinung sei das Problem des Parkens auf der Wiese mit Findlingen zu beseitigen, was das Grünflächenamt zwischenzeitlich umgesetzt hat. „Sollte mein Bürgerantrag abgewiesen werden, wovon ich leider ausgehen muss, empfehle ich dem Presbyterium der Johanneskirche, den Rechtsweg zu gehen“, gibt sich Gemeindemitglied Hermann Weber derweil kämpferisch.