16.08.2022, 16.00 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Was für ein Tag!“: Die Cronenberger Werkzeugkiste „jubilierte“

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Kisten-Chef Stefan Alker (2.v.r.) überreichte im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff (mi.) symbolische Schirme an die Schirmherrn beziehungsweise -frauen, Antonella Lo Bue und Andreas Groß (GCU) so- wie OB Uwe Schneidewind (2.v.l.). | Foto: Meinhard Koke

„Was für ein Tag…“, jubilierte Oberbürgermeister Uwe Schneidewind am 13. August 2022 bei der Eröffnung der 26. Cronenberger Werkzeugkiste: Das Fest-Wetter sei mehr als verdient zum Jubiläum „50 Jahre Werkzeugkiste“ – und weil Cronenberg coronabedingt so lange auf die 26. Kiste habe warten müssen. „Das alles hat uns so unendlich gefehlt – auch für Wuppertal ist das ein besonderer Moment“, würdigte der OB das seit nunmehr einem halben Jahrhundert andauernde Cronenberger Engagement für den guten Zweck. Das Dörper Unternehmertum sei nicht nur weltweit erfolgreich, sondern in besonderem Maße auch für Stadt und Stadtteil engagiert: „Ich empfinde das als bewundernswert“, lobte Schneidewind aber nicht nur den Einsatz der Dörper Firmenchefs, sondern zollte auch seine Anerkennung für den gelungenen Generationswechsel beim Veranstalter-Verein „Cronenberger Werkzeugkiste“: „Das ist auch ein Ausdruck des besonderen Geists in Cronenberg“, attestierte der OB: „Das spürt man hier in vielen, vielen Bereichen.“ „

Für uns Wuppertaler ist das eine Visitenkarte hier“

Zugleich bezeichnete der Kisten-Co-Schirmherr die bisherige Gesamt-Spendensumme von 1,2 Millionen Euro als „imposante Zahl“: „Für uns Wuppertaler ist das hier eine Visitenkarte – auch weit über Wuppertal hinaus!“ Überdies hob Uwe Schneidewind die Pflege der Städtepartnerschaft mit Schwerin hervor, an deren Einrichtungen für Menschen mit Behinderung traditionell ein Teil des Werkzeugkisten-Erlöses ausgeschüttet wird. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Partnerschaft Wuppertal/Schwerin heuer 35. Geburtstag feiert, zollte Schneidewind auch dafür seinen „Riesendank“. „Genießen Sie den Kisten-Samstag“, rief der Co-Schirmherr des jubilierenden Benefizfests abschließend auf – und das beherzigten die Besucher bereits vor der offiziellen Eröffnung am Vormittag.

Schon gegen 7.30 Uhr brummte es zum Beispiel am Stand der Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen (GCU), vor 50 Jahren Mitbegründer der Werkzeugkiste und zum Jubiläum Co-„Schirmherr“: „Wir sind komplett überrannt worden“, berichtete das GCU-Führungsduo Antonella Lo Bue und Dr. Andreas Groß und es versprach zugleich einen „tollen Betrag“ für die Kisten- Spendenkasse. GCU-Vize Groß bezeichnete es als „mega-wichtig“ nach Corona, dass man nun wieder (die Werkzeugkiste) feiern könne – „wir feiern gerne mit“, unterstrich Groß auch für alle weiteren beteiligten Unternehmen: „Das ist eine tolle Kiste.“

Kisten-Urgestein Ralf Dahm von der Lebenshilfe hat unübersehbar ein Herz für die Cronenberger Werkzeugkiste… | Foto: Meinhard Koke

Kisten-Urgestein Ralf Dahm von der Lebenshilfe hat unübersehbar ein Herz für die Cronenberger Werkzeugkiste… | Foto: Meinhard Koke

Werkzeugkiste als Paradebeispiel für Nachhaltigkeit

Stefan Alker, der Vorsitzende des Vereins „Cronenberger Werkzeugkiste“, gab den Dank zurück: „Ohne die Cronenberger Unternehmen würde die Werkzeugkiste gar nicht funktionieren“, unterstrich der Kisten-Chef und dankte zugleich allen teilnehmenden Vereinen, Familien und Einrichtungen. Nachhaltigkeit sei nicht nur aktuell in Sachen Energie gefragt, sondern auch sozial und gesellschaftlich: Die Werkzeugkiste bezeichnete Stefan Alker insofern seit 50 Jahren als Beweis für einen „Super-Zusammenhalt“ – dafür applaudierten die Zaungäste der Eröffnung auf der Hauptbühne.

Miteinander – füreinander: „Ralf, du musst genug trinken!“

Nachdem die Schirmfrauen/herrn Antonella Lo Bue (GCU) und OB Uwe Schneidewind einen symbolischen Schirm überreicht bekommen hatten, enterten Ehrengäste wie „normale“ Besucher die Kisten-Meile. Bevor sich dieser dann als Losverkäufer unters „Festvolk“ mischte, gab Kisten-Chef Stefan Alker dem Kisten-Urgestein Ralf Dahm von der Lebenshilfe einen dringenden Ratschlag mit auf den Weg: „Du musst genug trinken, Ralf!“ Das galt nicht nur für den engagierten Kisten-Mithelfer, sondern für alle Besucher: Der Wettergott meinte es fast schon zu gut mit dem Jubiläumsfest. Insofern freute sich auch Corinna Schlechtriem, welche wieder das Programm auf der Hauptbühne moderierte, ganz persönlich über die Verlagerung von der Rathausstraße ans Ehrenmal: „Hier brezelt uns nicht so die Sonne aufs Hirn…“. Mit der WDR-Journalistin freuten sich die meisten der Abertausenden Besucher: Im Schatten der mächtigen Platanen und Rotbuchen am Ehrenmal, dem neuen „Herz“ der Kisten-Meile, konnte man/frau trotz der Sommerhitze kühlen Kopf bewahren.

…und Dachdecker Thorsten Freund (li.), der auch bei der 26. Kisten-Ausgabe wieder Schiefer schlug, sowie GCU-Geschäftsführer Thomas Gass (re.) und seine Ehefrau bewiesen ebenfalls viel Herz für die Jubiläums-Werkzeugkiste 2022. | Foto: Meinhard Koke

…und Dachdecker Thorsten Freund (li.), der auch bei der 26. Kisten-Ausgabe wieder Schiefer schlug, sowie GCU-Geschäftsführer Thomas Gass (re.) und seine Ehefrau bewiesen ebenfalls viel Herz für die Jubiläums-Werkzeugkiste 2022. | Foto: Meinhard Koke

Allein schon deswegen bewies der Kisten-Verein ein glückliches Händchen: „Wir waren schon lange dran – jetzt hat alles gepasst“, zog denn auch Stefan Alker eine Positiv-Bilanz des neuen Konzepts wie des Jubiläumsfests insgesamt: Der Wegfall der Rathausstraße habe zu mehr Entspanntheit geführt – auch beim Auf- und Abbau und auch am Ehrenmal: „Es hat sehr, sehr viel funktioniert“, freute sich Stefan Alker im Gespräch mit der CW über einen „sehr guten“ Kisten-Tag.

Stefan Alker: „So viele haben ,Super‘ gesagt…“

Als er gegen 22.30 Uhr auf der Bank vor dem CHBV-Haus gesessen habe, sei der Tenor der Vorbeiströmenden eindeutig gewesen: „Super“ habe es immer wieder geheißen – „das haben so viele gesagt“: „Ich denke, dass alle zurecht gekommen sind – alles hat gepasst.“ Ein kleines Wölkchen hatte Stefan Alker aber doch am sonst so stra lend-blauen Festhimmel ausgemacht: den Lärm und Müll, für welchen vornehmlich Jugendliche am Ehrenmal („Die haben fröhlich vorgeglüht“) gesorgt hätten.

Party & Müll am Ende: „Das ist unfair…!“

Bei den bisherigen 25 Werkzeugkisten sei man gegen Mitternacht daheim gewesen, nun habe man am Ehrenmal richtig aufräumen müssen: „Ich habe den Eindruck, nach zwei Jahren Pandemie will man wieder richtig Party machen“, kritisierte Stefan Alker den gedankenlos zurückgelassenen Müll: „Und wir stehen dann da“ – das sei nach einem langen Kisten-Tag nicht nur anstrengend, „das ist auch ein bisschen unfair“, so Stefan Alker. Auch insofern müsse zur nächsten Kiste die eine oder andere Stellschraube etwas anders justiert werden, insgesamt fiel das Kisten-Fazit des Kisten-Chefs aber doch vollkommen versöhnlich aus: „Zu 97 Prozent war es super!“

Kisten-Fotos in der Galerie auf der CW-Onlineseite

Alle CW-Artikel zur Cronenberger Werkzeugkiste können hier aufgerufen werden. Eine Galerie mit vielen, vielen CW-Impressionen von der Kisten-Meile ist weiter unten zu finden.

Am schattigen Ehrenmal ließ es sich trotz der Sommerhitze gut mitfeiern bei der 26. Cronenberger Werkzeugkiste. | Foto: Meinhard Koke

Am schattigen Ehrenmal ließ es sich trotz der Sommerhitze gut mitfeiern bei der 26. Cronenberger Werkzeugkiste. | Foto: Meinhard Koke

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