31.01.2024, 10.03 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Offenbarungseid“: Stadt hat kein Personal für Ortskernplanung

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Auf Hunderten gelber, roter und grüner Klebezettel formulierten die Teilnehmer eines Werkstatt-Abends der Initiative „Cronenberg will mehr!“ im April 2018 ihre Wünsche und Visionen für Cronenberg – draus geworden ist rund sechs Jahre später wenig bis gar nichts…! |Foto: Meinhard Koke

„Frohes Neues“, gerade vier Wochen ist es her, dass wir uns das wünschten. Da kann man dann mal von „Deutschlandtempo“ sprechen: Aus Cronenberger Sicht hat sich der alljährliche Gruß bereits als frommer Wunsch erwiesen! Gemeint ist die Ortskernplanung (die CW berichtete mehrfach): Dazu kam am Mittwoch, 24. Januar, eine Vorlage der Stadt in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg auf den Tisch – ein „Offenbarungseid“!

Zu viele Projekte, zu wenige Mitarbeiter – es sei derzeit „nicht abbildbar“, wann eine Bearbeitung der Ortskernplanung erfolgen könne, heißt es in der Stadt-Vorlage. Wir erinnern uns: Im März 2003 wurde ein Konzept dazu vorgestellt – das war’s dann erst einmal… 2018 gab’s einen neuen Anlauf durch die Initiative „Cronenberg will mehr!“, den der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV) und die BV unterstützten. Mit Erfolg: Ende 2019 bewilligte der Rat 250.000 Euro für eine neue Planung. Das war’s dann erst einmal – bis April 2021: Da stellte der damalige Dezernent Arno Minas eine Cronenberg-„Roadmap“ vor.

250.000 Ortskern-Euros „schlummern“ weiter

Verkehrsuntersuchung und Bürgerbeteiligung in 2021, Grundsatzbeschluss Ende 2021 und dann in 2022 der Ratsbeschluss dazu. Auch das war’s erst einmal – bis zum Offenbarungseid in der Januar-Sitzung 2024 des Stadtteilparlaments. Immerhin: Die schlummernden 250.000 Cronenberg-Euro bleiben erhalten – wären die vor 31 Jahren gut angelegt worden, ließe sich von den Zinsen inzwischen sicher eine befristete Personalstelle für die Ortskernplanung finanzieren – wurden sie aber nicht, ließ der neue Wuppertal-Kämmerer Thorsten Bunte in der BV wissen…!

Übrigens: Den obligatorischen „Klimacheck“ am Ende jeder Stadt-Vorlage hat der „Cronenberg-Offenbarungseid“ bestanden: Zu möglichen „Auswirkungen auf den Klimaschutz“ ist die Check-Option „neutral/nein“ angekreuzt – Folgen fürs „Klima“ im frustrierten Cronenberg können die Stadt-Checker dabei eher nicht berücksichtigt haben…?!