02.02.2024, 19.08 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Bernd Kulla: Seine große Liebe zur Musik erhält ihn jung…!

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Seine Leidenschaft zur Musik hält ihn jung: Bernd Kulla mit seiner Ehrenurkunde, die ihm vom Hospiz am Dönberg für sein zehnjähriges ehrenamtliches Engagement verliehen wurde. | Foto: Matthias Müller

Bernd Kulla, Musiker und Kapellmeister mit Examen, feiert runden Geburtstag: Der ehemalige Polizeihauptkommissar wurde am 26. Januar 90 Jahre alt. Musik hält ganz offenbar jung: Der Sudberger, der sich durch sein umfangreiches Engagement nicht nur in Cronenberg einen Namen gemacht hat, erfreut sich bester Gesundheit. Ab 1979 setzte Bernd Kulla seine musikalischen Ambitionen in Wuppertal beruflich um: Bis 1994 war Kulla Leiter des Polizei-Musikkorps – rund 15 Jahre lang konnte er somit seine große Liebe zur Musik mit dem Beruf verbinden. Der frisch gebackene 90-Jährige stand an der Spitze seiner Musiker bei Sport- und Musikschauen der Polizei – früher im Stadion am Zoo, später in der Uni-Halle. Unvergessen sind Kulla auch die Konzerte des Polizei-Musikkorps für i-Dötzchen sowie Konzerte in der Reihe „Klassik mit der Polizei“.

Gemeinsame Auftritte mit Karel Gott oder Rudolf Schock

1999 wurden dann die Polizeiorchester von Düsseldorf, Köln, Essen, Dortmund sowie Wuppertal zusammengelegt – sie avancierten zum heutigen Landespolizeiorchester NRW. „Wir hatten 160 Einsätze im Jahr“, erinnerte sich Kulla gerne daran zurück, dass er dabei prominente Künstler wie Karel Gott, Rudolf Schock oder auch Ivan Rebroff kennenlernte.

Über 20 Jahre Leiter des Posaunenchores Cronenberg

Von 1980 bis 2011 war Bernd Kulla zudem Leiter des Dönberger Posaunenchores, den er zu einem leistungsstarken Blasorchester entwickelte. Musikfreunde im CW-Land werden sich daran erinnern, dass Bernd Kulla von 1987 bis 2008 das Sinfonische Blasorchester Posaunenchor Cronenberg leitete. Darüber hinaus fand der Cronenberger sogar noch die Zeit für soziales Engagement: So fuhr er von 1993 bis 1997 ehrenamtlich Fahrzeuge für die Lebenshilfe.

Ehefrau auch musikalisch im Hospiz begleitet

Das Jahr 2011 wurde für den Musiker zum Schicksalsjahr. Er erlitt einen Schlaganfall, von dem er sich aber gut erholte. Bevor er schließlich 2012 Witwer wurde, besuchte Bernd Kulla seine Frau regelmäßig im Christlichen Hospiz Wuppertal-Niederberg am Dönberg und musizierte für sie am Klavier. Brigitte Hamburger fiel schnell seine große Liebe zur Musik auf: „Er fand sofort den richtigen Ton“, schwärmt die Pfarrerin. 2012 schlug Bernd Kulla ein neues musikalisches Kapitel auf: Er blieb dem Hospiz treu, seit zwölf Jahren nimmt Kulla stets donnerstags am Dönberg am Klavier Platz, um Gäste, Besucher und Mitarbeitende ab 15 Uhr mit Kaffeehausmusik zu unterhalten (die CW berichtete). Der Cronenberger spielt von E- bis U-Musik alles und erfüllt gerne Wünsche seiner Zuhörenden, die sich dabei zum Kaffeetrinken und Waffelessen treffen. Die Bewohner und Angehörige kommen auch miteinander ins Gespräch und es entstehen Kontakte.

Brigitte Hamburger: „Ehrenamtliche Säule des Hospizes“

„Bernd Kulla ist eine zuverlässige Säule der ehrenamtlichen Tätigkeit“, dankt Pfarrerin Brigitte Hamburger für seinen Einsatz, den das Hospiz zum Zehnjährigen mit einer Ehrenurkunde würdigte. Bernd Kulla kümmert sich liebevoll um die Menschen im Hospiz, erfüllt Musikwünsche auch zum Advent oder am Geburtstag – so müsste ihm am heutigen Tag eigentlich ein Geburtstagsständchen gesungen werden…!

„Ich spiele hier, so lange ich kann…!“

Für den früheren Hauptkommissar und Kapellmeister steht fest: „Ich spiele hier, so lange ich kann.“ Das hält den Cronenberger jung, der eigentlich nie Täter „jagte“, sondern eher stets den richtigen Ton. Bis zum 100sten, mindestens, möge die musikalische Jagd weitergehen, ist Bernd Kula zum runden Geburtstag zu wünschen…!