26.02.2025, 17.07 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Musik auf dem CronenBerg: Wohl ungewöhnlichstes Konzert „ever“

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Matthias Schriefl (li.) sowie Sophia Oertel, Lydia Settinius und Salome Amend gestalteten ein „unerhörtes“ Konzert in der Reihe „Musik auf dem CronenBerg“. | Foto: Matthias Müller

Vor außergewöhnlichen Gästen und Tönen hat sich „Musik auf dem CronenBerg“ nie gefürchtet. Was aber beim Februar-Konzert im Zentrum Emmaus geboten wurde, mag in die Geschichte der Konzert-Reihe eingehen. Eingeladen waren das „duo micans“ mit Sophia Oertel, Lydia Settinius und Salome Amend. Überdies war der gebürtige Allgäuer Matthias Schriefl an die Hauptstraße gekommen.

Der Wahl-Kölner eröffnete den „unerhörten“ „CronenBerg“-Abend. Erstmals stand dabei – neben vielen Blasinstrumenten und einem Akkordeon – auch ein Alphorn bereit. Als Matthias Schriefl begann, dachte man ob der alpenländischen Klänge ein wenig an den Weltmusiker Hubert von Goisern. Der Künstler machte sich nun daran, einen musikalischen Entfaltungsprozess zu durchleben. Er spielte sogar zwei Instrumente gleichzeitig, wie zum Beispiel Akkordeon und Trompete – Schriefl bewies: das geht…!

Ob Tuba, Trompete oder grunzendes Plastikschwein – was auch immer Töne produzieren kann, wurde jetzt genutzt, vielfach frei gestaltet. Aus Chaos und Atonal wurde dann Jazz und schließlich Alpenländisches mit Gesang und eigener Moderation. Ein Lied widmete Schriefl Kiew mit Gesang voller Traurigkeit, dann gab es eine musikalische Brotzeit oder Musik im 39-Achtel-Takt – zuweilen ähnelte der Auftritt des Multiinstrumentalisten an Helge Schneider. Skurril, befremdlich und immer wieder laut mit atonalen Momenten – die Gäste im Zentrum Emmaus lachten, einschließlich CronenBerg-Initiator Werner Dickel. Manche aber glaubten offensichtlich nicht, was vor ihnen geschah… Das Schriefl-Spektakel endete nach rund einer Stunde und der sichtlich geschaffte Künstler wurde mit frenetischem Applaus belohnt.

Unglaubliches Spektakel und Marimba-Solo zu Bach

Den zweiten Teil des Abends bildete die Konzert-Performance „Glassworks“. Sophia Oertel, Lydia Settinius und Salome Amend an Geige und Marimba hielten sich ungleich mehr an vorgegebene Kompositionen. Bei ihnen kam sogar Johann Sebastian Bach zu Ehren, als Arrangement für ein Marimba-Solo, dazu acht weitere Komponisten – manches war auch hier modern, aber im „Einklang“. Das „duo micans“ und Salome Amend rundeten eines der wohl ungewöhnlichsten Konzerte in 25 Jahren „Musik auf dem CronenBerg“ ab – ebenso spektakulär wie absolut unkonventionell war’s…!

Nächstes „CronenBerg“-Konzert

Das nächste Konzert in der Reihe „Musik auf dem CronenBerg“ wird wieder „erstklassisch“: Am Montag, 16. Juni, kommt das Anne Yumino Weber-Streichtrio ins Zentrum Emmaus an die Hauptstraße. Mehr Infos online unter musik-auf-dem-cronenberg.de.