28.02.2025, 16.13 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Fake-Anruf: Dörper Ehepaar ging zur „echten“ Polizei Cronenberg

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Beinahe täglich begegnen uns in Zeitung, Radio und Fernsehen oder im Internet die eindringlichen Warnungen: „Fallen Sie nicht auf Fake-Anrufe herein!“ Clever reagierte ein Cronenberger Ehepaar, als am vergangenen Dienstag, 25. Februar, vormittags das Telefon klingelte: Der Anrufer gab sich im akzentfreien Deutsch als Beamter der Polizei Cronenberg aus und berichtete der Kuchhauserin, dass es in ihrer Nachbarschaft in der Kemmannstraße mehrere Einbrüche gegeben habe. Zwei Täter seien zwar festgenommen worden, aber zwei Komplizen hätten fliehen können… 

Bevor der vermeintliche Dörper Polizist mit seiner Masche-Geschichte fortfahren konnte, die üblicherweise darauf hinausläuft, dass die Opfer zur „Sicherheit“ Geld und Wertgegenstände an die Fake-Polizei aushändigen sollen, machte der Ehemann der Kuchhauserin dem Betrüger einen Strich durch die Rechnung: Er ließ den unbekannten Anrufer wissen, dass er die Polizeidienststelle Cronenberg persönlich aufsuchen würde, um sich der Echtheit des Sachverhaltes zu vergewissern – alles richtig gemacht, der Betrüger legte abrupt auf…!

Wie der Fake-Anrufer, der übrigens unter einer österreichischen Nummer des Anbieters „RedBull Mobile“ mit der Vorwahl „004 3664“ anrief, wahrscheinlich auf das Ehepaar in der Kemmannstraße gekommen war? Die Cronenberger stehen mit vollem Namen und Adresse im Telefonbuch. Daher wussten die Betrüger nicht nur, wo ihre Opfer zu Hause sind. Da der Vorname ein eher „altmodischer“ ist, konnten sie auch vermuten, dass ihre Opfer älter sind – und damit mutmaßlich argloser beziehungsweise gutgläubiger…!

Die Polizei rät bei Fake- und Schock-Anrufen!

Älter stimmt, gutgläubig aber nicht: Die Kuchhauser Senioren erwiesen sich als voll „auf der Höhe“ und informierten die Polizei, und zwar die „richtige“ am Rathausplatz 4. Weitere Betroffene können sich hier unter Telefon (0202) 247 13 90 oder im Präsidium unter (0202) 284-0 melden, in Notfällen steht natürlich auch die „110“ zur Verfügung! „Sofort auflegen!“, rät die Polizei Wuppertal eindringlich, wenn angebliche Polizei, Staatsanwaltschaft oder Anwälte anrufen und nach Geld oder Wertsachen fragen: „Lassen Sie sich nicht ausfragen! Die echte Polizei fragt NIE nach Kontostand, Bank-/Kreditkartendaten, Passwörtern und PIN.“

Auch sollte man nie Unbekannte in die eigene Wohnung lassen oder Geld und Wertsachen an Unbekannte übergeben. Wer von Fake-Betrügern betroffen ist, sollte sofort die Polizei informieren! Überdies bittet die Polizei Angehörige, Freunde und Bekannte, mit älteren Menschen über die verschiedenen Maschen von Trickbetrügern zu sprechen.