31.03.2025, 12.44 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Germanwings-Tragödie: Auch in Cronenberg war die Trauer groß
In Trauer um die Opfer wurden nach der Germanwings-Tragödie am 24. März 2015 an der Friedenseiche in der Cronenberger Ortsmitte Kerzen entzündet sowie Kuscheltiere und Blumen abgelegt. | Archiv-Foto: Meinhard Koke
Am 24. März jährte sie sich zum zehnten Mal: die größte Katastrophe in der Geschichte der deutschen Luftfahrt. Am 24. März 2015 stürzte Germanwings-Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab. Der ebenso ungeheuerliche wie erschütternde Grund für die Tragödie: Laut der Ermittlungen hatte der psychisch kranke Co-Pilot Andreas L. den Absturz absichtlich herbeigeführt – und damit 149 unschuldige Menschen mit in den Tod gerissen. Der Germanwings-Absturz löste international große Betroffenheit aus, ganz besonders wurde auch in NRW getrauert: Über 50 der unschuldigen Opfer kamen aus unserem Bundesland, darunter eine Schulklasse mit ihren beiden Lehrerinnen.
Blumen und Kerzen unter der Friedenseiche
Als mit einer landesweiten Gedenkminute zwei Tage später zum Zeitpunkt, als der Airbus A320 in den Alpen zerschellte, der Opfer gedacht wurde, hielten auch im CW-Land wie in ganz Wuppertal viele bestürzt inne: Fünf der jäh aus dem Leben gerissenen Passagiere kamen aus Wuppertal. Unter der Friedenseiche am Hans-Otto-Bilstein-Platz wurden Kerzen entzündet sowie Kuscheltiere und Blumen abgelegt, denn zu den Getöteten zählte eine Cronenberger Familie (die CW berichtete mehrfach): Opernsängerin Maria Radner kam mit ihrem Lebensgefährten und ihrem erst 18 Monate alten Sohn ums Leben.
Maria Radner: Zurück von Engagement an Barcelona-Oper
Die 33-Jährige war eine weltweit gefeierte Altistin, die an der Deutschen Oper am Rhein engagiert war. In Barcelona hatte Maria Radner zu einem Gastspiel am dortigen „Gran Teatre del Liceu“ ebenso geweilt wie der Bassbariton Oleg Bryjak, der ebenfalls Opfer des Flugzeugabsturzes wurde. Überdies wurden ein Mastersschwimmer des SV Neuenhof und seine Lebensgefährtin sowie zwei spanische Mitarbeiter des Automobilzulieferers Delphi (heute Aptiv), die auf dem Weg zum Standort an der Technologieachse Süd waren, aus dem Leben gerissen.
Angehörigen-Klage gegen das Luftfahrt-Bundesamt
Wie es sein konnte, dass ein psychisch Erkrankter am Steuer eines Flugzeuges sitzen konnte, beziehungsweise wer die Verantwortung für mögliche Versäumnisse dahingehend hatte, war in den vergangenen Jahren Gegenstand von Ermittlungen und Klagen von Opfer-Angehörigen. Allesamt wurden sie eingestellt oder abgewiesen. Aktuell läuft eine Klage gegen das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig, die von etwa 30 Angehörigen angestrengt wurde. Der Prozess gegen das Amt, das für die flugmedizinische Beurteilung des Co-Piloten zuständig war, soll noch im ersten Halbjahr beginnen…





