22.04.2025, 19.20 Uhr   |   Marion Heidenreich   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Feuerwehr Hahnerberg: Von „zweiter Klasse“ ist keine Spur…!

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Zugführung sowie Beförderte und Geehrte der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg mit ihren Ehrengästen: Bürgermeister und Ordnungsausschuss-Vorsitzender Rainer Spiecker (li.), Wuppertals Feuerwehrchef Andreas Steinhard (2.v.l.) und Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff (3.v.r.). | Foto: Marion Heidenreich

Am letzten März-Samstag trafen sich die 123 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg (FFH) zu ihrer Jahreshauptversammlung. Neben einer Vielzahl von Beförderungen und Ehrungen galt es auch auf das unermüdliche Engagement von gut 9.400 Stunden Dienst in 209 Einsätzen, Übungen und sonstigen Tätigkeiten rund um Retten, Schützen, Bergen und Löschen einzugehen. Im gewohnt humorvollen Jahresrückblick erinnerte Tanja Liefke dabei nicht nur an die „Sonnenstunden“ im Dienst wie das FFH-Sommerfest im EM-Taumel, die Blaulichtmeile oder die Werkzeugkiste sowie die Beteiligung am Hoffest und der Picobello-Aktion. Die FFH-Chronistin blickte auch auf die Schattenseiten zurück, so den tragischen Post-Unfall am Hülsberg im Juli 2024.

Kritik an Ausrüstungs-Management

Grund zum Ärgern bot die schleppende Versorgung mit Ausstattung und Ausrüstung. Löschungsführer Albert Kißlinger brachte es auf den Punkt: „Die freiwillige Feuerwehr ist eine Zweite-Klasse-Feuerwehr in Wuppertal.“ Neben fehlendem Zugriff auf Einsatzberichte und der oft behelfsmäßigen technischen Ausstattung der „zentralen Ausbildungsstelle“ kritisierte Kißlinger die Dienst- und Einsatzkleidung. Zurzeit dauere die Ausstattung neuer Kameraden bis zu vier Monate und länger: „Moderne und gleichwertige Ausstattung sollte selbstverständlich sein.“ Anerkennung und Wertschätzung wünschen sich der FFH-Chef und seine Mannschaft – nicht nur in schönen Worten…!

Grußworte von Dezernent bis Feuerwehrchef

In ihren Grußworten bekräftigten sowohl Dezernent Matthias Nocke als auch Feuerwehrausschuss-Vorsitzender Rainer Spiecker einhellig: „Es gibt nur eine Feuerwehr in Wuppertal.“ Beide versprachen, sich für adäquate Ausrüstung mit kurzen Lieferzeiten und bessere Kommunikation zwischen Stadtverwaltung, Berufsfeuerwehr und freiwilligen Löschzügen stark zu machen. Auch die angeregte Anpassung der Motivationspauschale für so viel ehrenamtliches Engagement nahmen die Stadt-Vertreter gerne mit: Denn trotz neuer Haushalts-Prioritäten darf „an der Feuerwehr nicht gespart werden“. Dank, Lob und Respekt für den unermüdlichen Einsatz zollte auch Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff. Die Kritikpunkte der Hahnerberger abzuarbeiten, versprach auch Wuppertals Feuerwehr-Leiter Andreas Steinhard: „Ich kann mir die nächsten Wochen schon lebhaft vorstellen“.

FFH-Statistik 2024

Unter den 209 Alarmierungen der FFH im letzten Jahr waren neben 17 größeren bis kleineren Bränden (2023:15 ), 42 technische Hilfeleistungen (2023: 90) sowie 11 Erste-Hilfe-Einsätze/Personenrettungen in Not (2023:9) auch 116 „Fehlalarme“ (2023: 109), bei denen die ehrenamtlichen Floriansjünger vergeblich ausrückten – besonders ärgerlich, wenn es sich dabei um böswillige Akte handelte…!

Beförderungen, Jubiläen & Ehrungen

Zum Oberbrandmeister ernannt wurde Fabian Dubjella. Christoph Plum und Sebastian Theisen sind nun Brandmeister, Torben Bertram und Florian Schmitz neuerdings Unterbrandmeister und Linus Gust erhielt die Beförderung zum Feuerwehrmann. Zu Dienst-Jubiläen wurde Fabian Dubjella, Stefan Gunkel, Sebastian Theisen, Benedikt Wand (jeweils 10 Jahre), Matthias Heilmann und Florian Neumann (je 20 Jahre), Stephanie Schmitz (30 Jahre), Stefan Reifenberg (35 Jahre) und Lutz Münch (45 Jahre) gratuliert. Für seinen unermüdlichen Einsatz seit über 24 Jahren und seine ständige Unterstützung erhielt FFH-Chef Albert Kißlinger die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Wuppertal in Gold: „Wir kennen gar nicht, dass du mal nicht da bist“- als Schiedsrichter, Ausbilder oder Küchenchef. Die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr NRW in Bronze erhielten Laura Kern und Simon Etten – besonders für ihre vielen spannenden Dienste, Impulse und Ideen bei der Jugendfeuerwehr-Arbeit.