09.07.2025, 19.46 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
CDU-Kritik: FFC-Löschhaus-„Leuchtturm“ im Dunkeln – noch…!
Für die Zwischenzeit, bis die Montage erfolgt ist, hatten die Christdemokraten einen (kaum ernst gemeinten) „Behelf“ mitgebracht: Für den Blackout-Fall überreichten sie eine historische Feuerwehr-Leuchte aus dem 19. Jahrhundert an FFC-Chef Dirk Jacobs – wenn die Aggregat-Montage erfolgt ist, geht die Laterne zurück ins Archiv von Michael-Georg von Wenczowky (re.) …! | Foto: Meinhard Koke
Es ist rund zwei Monate her, da legte ein stundenlanger Stromausfall das Leben in Spanien und Portugal lahm. Milliardenschäden waren das eine, die andere Auswirkung des Mega-Blackouts waren acht Tote auf der Iberischen Halbinsel. Krankenhäuser sollen indes nicht betroffen gewesen sein – weil hier die Notstromaggregate einsprangen… Dieses Beispiel macht dramatisch deutlich, wie (lebens-) wichtig die Geräte sind, erst recht wenn es darum geht, bei einem Stromausfall die Einsatzfähigkeit von Krankenhäusern oder Rettungsdiensten aufrecht zu erhalten. Nicht zuletzt nach der Hochwasserkatastrophe 2021 schaffte die Stadt daher insgesamt 17 Notstromaggregate an, vornehmlich für die Feuerwehr (die CW berichtete).
Notstromaggregate für alle Wuppertaler Feuerwehren
Alle sollten inzwischen einsatzbereit sein, nur eines ist es nicht: das Notstromaggregat der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg (FFC). Dass das mobile Gerät zwar zum Jahreswechsel in der Kemmannstraße eingetroffen ist, aber die Montagearbeiten zur Einspeisung ins Cronenberger Löschhaus seitdem auf sich warten lassen, bringt die CDU Cronenberg „auf die Palme“. Auch weil die Maßnahme dem zuständigen Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) seit November 2024 bekannt sein soll und die Erledigung bis 30. Juni avisiert wurde, wie der Cronenberger Ratsherr und Vorsitzende des städtischen Feuerwehr-Ratsausschusses Rainer Spiecker berichtet. Nicht zuletzt findet die CDU das bedenklich, weil das FFC-Löschhaus im AWG-Abfallkalender 2025 als „Notrufmeldestelle“ aufgeführt wird: Bei einem „Blackout“ stünden Retter wie Hilfesuchende also in dem zum „Leuchtturm“ in Krisenfällen erklärten FFC-Gerätehaus im Dunkeln…!
Löschhaus muss bei Blackout in zwei Stunden am Netz sein
Seit anderthalb Jahren wisse das Gebäudemanagement von dem Einspeise-Vorhaben an der Kemmannstraße, wieso/weshalb dennoch nichts geschehen sei, fragt Ausschusschef Spiecker. „Das könnte jeder Fachbetrieb an einem Tag anschließen“, versteht Michael-Georg von Wenczowsky nicht, warum die Maßnahme zusammen mit den Einspeisungen für diverse Turnhallen ausgeschrieben wurde – und damit unnötig verzögert…?
Den Feuerwehr-Ehrenamtlern stehe nicht nur „eine Top-Ausrüstung“ zu, unterstreicht Alexej Hundt, „die Feuerwehr ist auch Teil des Bevölkerungsschutzes“, betont der Cronenberger CDU-Chef. Konkret bedeutet das, so erläutert FFC-Chef Dirk Jacobs: Die Feuerwehr Cronenberg muss im Blackout-Fall innerhalb von zwei Stunden in Betrieb gegangen sein! Dass das Gebäudemanagement „Kapazitätsprobleme“ anführe, wollen Rainer Spiecker und Michael-Georg von Wenczowsky nicht gelten lassen: „Wenn man keine Kapazitäten hat, muss man ortsnahe Firmen ansprechen“, kritisieren die CDU-Politiker die Vergabepraxis: „Das Paradoxe ist, das Gerät ist da und muss nur angeschlossen werden – das ist ja kein Hexenwerk…“
GMW-Mitteilung: Anschluss erfolgt noch im Juli
Ist es offenbar auch nicht für das GMW: Wie Teamleiter Marian Pelz auf CW-Nachfrage erläutert, verzögerte sich der Anschluss bislang vielmehr durch die Anschaltbedingungen des Energieversorgers: „Die Inbetriebnahme des mobilen Notstromaggregats wird im Juli erfolgen“, teilt Pelz mit – eine Elektrofachfirma sei bereits beauftragt…





