11.07.2025, 12.22 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Vorsicht, „Schock-Anruf“! Hoher Schaden bei Senioren-Betrug

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Einen neuerlichen Betrug an einem Wuppertaler Ehepaar nimmt die Polizei zum Anlass, einmal mehr vor der perfiden Masche mit sogenannten „Schock-Anrufen“ zu warnen. Die 85 beziehungsweise 89-jährigen Eheleute aus Barmen waren Donnerstag letzter Woche von einer Unbekannten angerufen worden. Diese gab sich als Schwiegertochter aus und teilte mit, dass deren Sohn einen Autounfall mit einem Toten verursacht habe. Sie selbst und der Sohn seien in Haft, aber könnten gegen die Zahlung einer Kaution entlassen werden.

Ein Mann übernahm dann das Telefonat, um die Senioren zur Übergabe von Schmuck und Bargeld aufzufordern. Die Seniorin packte daraufhin Gold und Bargeld in eine Tasche und übergab sie an der Haustür an eine Frau. Kurze Zeit später klingelte bei der Seniorin erneut das Telefon: Ein Unbekannter erklärte, dass die übergebenen Wertgegenstände nicht für die Kaution ausreichten. Die 85-Jährige ging daraufhin zur Bank und holte weitere Wertgegenstände aus einem Safe, welche sie dann am frühen Abend an einen Unbekannten übergab.

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Damit immer noch nicht genug: Nun meldete sich eine angebliche Sekretärin mit der Frage nach weiteren Wertgegenständen: Als die 85-Jährige erklärte, im Safe noch mehr Münzen und Gold zu haben, wurde sie am Freitagmorgen angewiesen, auch diese bei der Bank abzuholen. Die gutgläubige Seniorin folgte dem: An der Bushaltestelle Lüttringhauser Straße übergab sie die Wertsachen. Erst als sie wieder daheim war und vergeblich versuchte hatte, den Unbekannten zu erreichen, schöpfte die 85-Jährige Verdacht. Sie rief ihre Schwiegertochter an und es bestätigte sich: Das Ehepaar war um Gold und Schmuck im sechsstelligen Bereich betrogen worden.

Dubiose Anrufe: Dringende Ratschläge der Polizei

Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zu der unbekannten Täterin machen können, sich unter Telefon 284-0 im Präsidium zu melden. Anlässlich des Falles appelliert die Polizei abermals dringend: „Wenn die falsche Polizei, Staatsanwaltschaft oder Anwälte nach Geld oder Wertsachen fragen: Sofort auflegen!“ Man solle sich nicht am Telefon ausfragen lassen – die Polizei frage nie nach Kontostand, Bank-/Kreditkartendaten, Passwörtern oder auch PIN-Nummern. Falls man in einem laufenden Telefonat aufgefordert werde, die „110“ zu wählen oder sich von dem Anrufer mit der „110“ verbinden zu lassen: „Legen Sie sofort auf!“ – bei einem Anruf der echten Polizei erscheine nie die 110 im Telefondisplay!

Nie Geld oder Wertsachen übergeben!

Die Polizei betont, dass Betroffene unbedingt erst das Freizeichen abwarten sollen, um dann selbst die „110“ zu wählen. Zudem rät die Polizei, keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen, nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben und bei dubiosen Anrufen sofort die Polizei zu informieren!