23.07.2025, 13.06 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Germania-Jubiläum: Leider nur ein „Freudentag“ am Freudenberg

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Aus den Händen von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth nahm Thomas Janssen (mi.), der Vorsitzende des SSV Germania 1900, die Ehrung des Deutschen Fußball-Bundes entgegen. | Foto: Odette Karbach

Wäre am Samstagabend Schluss gewesen, als ein Feuerwerk stimmungsvoll die letzten Töne der Kölsch-Coverband „Kaschämm“ einrahmte, man hätte von einem erfolgreichen Jubiläumsfest „125 Jahre SSV Germania 1900“ sprechen können. Weil die Germanen für den folgenden ersten Juli-Sonntag aber einen weiteren „Feier-Tag“ auf dem Freudenberg angesetzt hatten, fiel das Fazit am Ende „wechselhaft“ aus. Denn der zweite Tag war völlig verregnet, da sich am Vormittag nur etwa 30 Gäste in der Germanen-Arena verloren und die Wetter-App keine Besserung verhieß, zogen Friedhelm Bursian, Sascha Krotofiel und Tobias Rittinghaus die Reißleine: Das Organisationstrio nahm unter anderem mit der für den Nachmittag eingeplanten Coverband „uPtoDate“ Kontakt auf – und brach das Jubiläumsfest ab: „Das hat keinen Sinn mehr gemacht – gegen das Wetter macht keiner was…“, bedauert Friedhelm Bursian.

Unübersehbar: Ausgelassene Stimmung herrschte am ersten Jubiläumstag des SSV Germania 1900 vor der Sparkassen-Bühne auf dem Freudenberg. | Foto: Odette Karbach

Unübersehbar: Ausgelassene Stimmung herrschte am ersten Jubiläumstag des SSV Germania 1900 vor der Sparkassen-Bühne auf dem Freudenberg. | Foto: Odette Karbach

Immerhin: Erster Festtag war „jubiläumswürdig“

Nach dem Freudenbergfest vor zwei Jahren „verhagelte“ es damit erneut ein Fest der Germanen, immerhin aber konnten die Blau-Weißen auf einen gelungenen ersten Jubiläumstag zurückschauen, an dem Johannes Schlottner launig-souverän durch ein kunterbuntes Bühnenprogramm führte. Auf dem pünktlich zu dem Jubiläum erneuerten Kunstrasenplatz rollte derweil bei allerlei Turnieren kräftig das Leder. Neben der Fußballjugend gaben bei einem „Blitzturnier“ der Cronenberger SC, FSV Vohwinkel, TSV Ronsdorf und Gastgeber Germania einen Vorgeschmack auf die kommende Bezirksliga-Saison. Während SSV-Trainer Ünsal Bayzit und seine neu formierte Truppe hier artig den Gästen den Vortritt ließen, erwiesen sich die gastgebenden Walking-Footballer als hungriger.

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Erster Bursian-Wanderpokal bleibt auf dem Freudenberg

Das Team von Friedhelm Bursian gewann das Jubiläumsturnier knapp im Siebenmeterschießen gegen den SC Holzwickede – der erstmalig ausgespielte Friedhelm Bursian-Wanderpokal blieb damit auf dem Freudenberg. Trainer Bursian bat für den Siegeswillen seines Teams um Verständnis: „Wenn man aufläuft, möchte man auch gewinnen…“ Dafür hatten sich die Flachpasser vom Freudenberg ja auch an der Seitenlinie als beste Gastgeber erwiesen: Mit einem „bierseligen“ Abend in der „Burgschänke“ hatten sie ihre weitgereisten Gäste des FC Hebburn Town am Abend zuvor gebührend begrüßt. Zumal Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die Kicker aus der Partnerstadt South Tyneside tags drauf mit Freundschafts-T-Shirts als Willkommenspräsenten der Stadt begrüßte, war das Team aus dem Walking-Football-Mutterland mit seinem Festland-Gastspiel vollauf zufrieden.

Die weitgereistesten Gäste: ein Team aus Wuppertals englischer Partnerstadt South Tyneside nahm am Walking-Football-Turnier zum Jubiläum „125 Jahre SSV Germania“ teil. | Foto: Odette Karbach

Die weitgereistesten Gäste: ein Team aus Wuppertals englischer Partnerstadt South Tyneside nahm am Walking-Football-Turnier zum Jubiläum „125 Jahre SSV Germania“ teil. | Foto: Odette Karbach

„Ein entspanntes Familienfest – das war uns wichtig…!“

Gleiches galt für das Samstag-Fazit von Co-Organisator Tobias Rittinghaus: Am Starttag sei friedlich gefeiert worden, es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben, besonders die vielen Kinder seien bei allerlei Spiele-Angeboten voll auf ihre Kosten gekommen und hätten freien „Auslauf“ auf dem Freudenberg gehabt, während die Eltern dadurch umso entspannter selbst hätten Spaß haben können – „ein Familienfest zu feiern, das war uns wichtig“, blickt Tobias Rittinghaus zufrieden auf den ersten Festtag zurück: „Und das hat alles funktioniert…“

Friedhelm Bursian (li.), Trainer der Walking-Football-Mannschaft der Germanen und Co-Organisator des Jubiläumsfests, mit dem Teamchef der Mannschaft aus dem nordenglischen South Tyneside. | Foto: Odette Karbach

Friedhelm Bursian (li.), Trainer der Walking-Football-Mannschaft der Germanen und Co-Organisator des Jubiläumsfests, mit dem Teamchef der Mannschaft aus dem nordenglischen South Tyneside. | Foto: Odette Karbach

Festgäste-Zuspruch war Balsam für die Germanen-Seele

Man habe viel, viel Zeit in die Vorplanungen investiert, kräftig auf allen Kanälen die Werbetrommel gerührt – „wir haben alles gemacht“, nur eben nahm Petrus den Steilpass nicht auf… Auch weil die Freudenberger reichlich Fest-Konkurrenz von Sudberg bis zum Theishahn hatten, zeigt sich Co-Organisator Rittinghaus mit den bis zu 2.000 Besuchern am Samstag zufrieden. Viel Zuspruch der Ehrengäste von OB Schneidewind über Sportdezernent Matthias Nocke bis zu Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sowie Stefan Langerfeld, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Wuppertal/Niederberg, waren Balsam für die gebeutelte Germanen-Seele: „Das hat uns darin bestärkt, dass wir das Richtige gemacht haben – für das Wetter gibt es eben keine Garantie…“ 

Mehr zu dem Jubiläumsverein wie auch eine Foto-Galerie mit vielen Impressionen von dem Fest der Germanen sind hier online abrufbar: ssv-germania1900.de.

Während die Kölschrocker von „Kaschämm“ die große Sparkassenbühne zum Abschluss des ersten Jubiläumstages rockten, ließ der SSV Germania ein Feuerwerk in den Himmel über dem Freudenberg steigen… | Foto: Meinhard Koke

Während die Kölschrocker von „Kaschämm“ die große Sparkassenbühne zum Abschluss des ersten Jubiläumstages rockten, ließ der SSV Germania ein Feuerwerk in den Himmel über dem Freudenberg steigen… | Foto: Meinhard Koke