01.08.2025, 13.03 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Manni Stader: Trauer um „liebenswerte Seele“ und „Top-Mensch“

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Manfred Stader mit einem „Histörchen“ aus dem Archiv des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins, welches er aufgebaut hat… | Foto: Meinhard Koke

Dieses Foto von Manfred Stader hatten wir bereits vor einiger Zeit gemacht – im Wissen darum, dass das Urgestein bald seinen 90. Geburtstag feiern würde… Am vergangenen Freitag, 25. Juli, war es so weit, indes: Manfred Stader hat es nicht mehr geschafft. Zwei Tage vor seinem großen runden Geburtstag verstarb das „Friedchen“, wie Manfred Stader seit Kindesbeinen an von vielen, die ihn kannten, (liebevoll) genannt wurde.

Auch wenn er ein gesegnetes Alter erreichte, über das er zuletzt auch selbst immer wieder staunte, die Anteilnahme ist groß über den Tod „des echten Jungen aus dem Dorf“, wie ihn Rolf Tesche, der Vorsitzende des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV), bezeichnet: Auch wenn Manfred Stader ein bekennender Fan des FC Bayern München war, der seine Liebe für den FCB (fast provokant) offen zum Beispiel mit Anstecknadel an der Kappe zur Schau trug; diese hierzulande vielfach als fußballerische „Verirrung“ gesehene Leidenschaft wurde „Manni“ Stader gerne nachgesehen – ob auf dem Platz, beim Cronenberger Heimat- und Bürgerverein oder auch an der „Dorftrommel“-Bank am Schmiededenkmal an der Krings Ecke: Manni Stader wurde allenthalben als liebenswerter Mensch geschätzt.

In ersten Sudberger Jugendteams nach dem Krieg aktiv

So allen voran beim SSV 07 Sudberg: Seit 1947 ein Schwarz-Blauer, war der gebürtige Hintersudberger das älteste lebende Vereinsmitglied. Stader kickte nach dem Krieg als Torwart in einer der ersten Jugendmannschaften des SSV, weniger war er indes auf dem Platz als vielmehr an der Seitenlinie für die Riedelstraßen-Kicker am Ball: Wie Udo Hinsche, der Vorsitzende des Ältestenrates des SSV 07 Sudberg, würdigt, engagierte sich das „Friedchen“ über Jahrzehnte in zahlreichen Funktionen, unter anderem auch als 2. und 3. Vorsitzender, im SSV. Überdies war Manfred Stader als langjähriges Mitglied der Spruchkammer des Fußballkreises Wuppertal/Niederberg weit über Cronenberg hinaus bei den Vereinen in der Region bekannt – für sein ebenso langes wie vielfältiges Engagement würdigte der SSV sein Urgestein mit der Ernennung zum Ehrenmitglied.

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Für Engagement vielfach geehrt und gewürdigt

Nicht die einzige Würdigung für das „Friedchen“: Von der CDU Cronenberg wurde Manfred Stader mit der „Kanzlermedaille“ geehrt, die Stadt zeichnete ihn mit dem Ehrenamtspreis „Wuppertaler“ aus, nicht zuletzt trug Manfred Stader auch die Goldene Ehrennadel des Fußballverbandes. Anerkennung ließ ihm auch der CHBV zukommen: Für seine jahrelange Mitarbeit als Schriftführer des Bürgervereins und bis zum Tod als Beirat würdigte der Heimat- und Bürgerverein Manfred Stader im Jahr 2019 mit der Ernennung zum Ehrenvorstand. Ausgezeichnet wurde damit auch ein weiteres Engagement des Urgesteins: An der Tastatur konnte der ehemalige Verwaltungsmitarbeiter der Arbeitgeberverbände manchem Jüngeren etwas vormachen – bis ins hohe Alter brachte Manfred Stader nicht nur Ordnung ins Archiv des Bürgervereins, er digitalisierte es auch…

An der Tastatur „up to date“: CHBV-Archiv aufgebaut

Manfred Stader war zwar „alte Schule“, aber „er war alles andere als oldschool“, unterstreicht Udo Hinsche, dass Stader nicht nur beim CHBV, sondern auch in der Fußballregion „ein lebendes Archiv“ war: „Er wusste über alle Mannschaften und Begebenheiten Bescheid…“ Und auch dafür war sich Manfred Stader nicht zu schade: Wenn bei den wöchentlichen Treffen in der „Hütte“, dem Vereinshaus des CHBV, die wichtigen Dinge des (Cronenberger) Lebens geklärt worden waren, stellte sich das „Friedchen“ in der „dritten Halbzeit“ selbstverständlich auch an die Spüle, um Bier- und Schnapsgläser für die nächste gesellige Zusammenkunft zu reinigen, weiß Rolf Tesche – es spricht Bände, mit welchen Worten ein Trainer des Dorfrivalen Cronenberger SC Manfred Stader würdigt: „Ein toller Mensch!“

Vielfache Beileidsbekundungen für einen „ganz feinen Kerl“

Daneben bekundeten zahlreiche Kommentatoren mehr auf der Facebook-Seite des SSV 07 Sudberg ihre Anteilnahme: „Ein Cronenberger Urgestein […|, danke für die schönen Gespräche mit dir“, schrieb etwa ein anderer zu der Nachricht vom Tode Manfred Staders, an den sich weitere Nutzer als „ganz feinen Kerl“, als „Sportler mit Herz sowie guten Nachbarn und Freund“ oder auch als „liebenswerte Seele und sehr hilfsbereiter Mensch“ erinnern. Und auch CDU-Stadtverordneter Holger Reich dankte „für sein Vorbild“: „Ich erlebte Friedchen erfrischend uneigennützig, mitdenkend, mitfühlend und aufrecht.“ „Ruhe in Frieden, Friedchen“, hieß es in einer weiteren Beileidsbekundung – dem schließen sich ganz sicher alle an, die Manfred Stader kennen lernen durften…!