03.09.2025, 20.22 Uhr | Matthias Müller | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
„Open-Air“-Krimilesung: Mit dem Klapptstuhl auf dem Friedhof
Initiatorin Stephanie Trapp vom „Christlichen Friedhofsverband Wuppertal“ mit Krimi-Autor Ralph Neubauer und Margarete Hallmann bei der Lesung auf dem Cronenberger Friedhof an der Solinger Straße. | Foto: Matthias Müller
An einem Freitag-Abend mit Klappstuhl auf den Friedhof, um open air einer Krimilesung zu lauschen? Zwar nicht an einem dunklen Abend im Herbst, sondern bei sommerlicher Helligkeit wurde der evangelische Friedhof Cronenberg im August zum außergewöhnlichen Lesungsort. Für den Haaner Krimiautor Ralph Neubauer ist ein solcher Ort vollkommen normal – immer wieder lädt er zu „Klappstuhl-Lesungen“ ein. Bei Stephanie Trapp, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit des „Christlichen Friedhofsverbandes Wuppertal“, rannte Neubauer offene Türen ein: Neben Kirchen stellt sie auch Friedhöfe als Location für Lesungen zur Verfügung.
Erfolgreiche Südtirol-Krimis
So las Neubauer auf dem Gottesacker an der Solinger Straße aus seinem siebten Roman „Wut kommt selten allein“. Seit 2010 begeistert der Autor seine Fans mit spannenden Südtirol-Krimis – mit dem zuletzt erschienen zwölften Band endete die Erfolgsreihe. Ralph Neubauer hatte zur Unterstützung Margarete Hallmann mitgebracht – und sogar die Mörderin: „Sie sitzt hier irgendwo im Publikum und wird sich später auch zu erkennen geben…“
Alle zwölf Neubauer Krimis spielen in Südtirol. Hier kommen das große Verbrechen, aber auch menschliche Abgründe zum Vorschein. In der Welt des Schauspiels angesiedelt, geht „Wut kommt selten allein“ der Frage nach: Was passiert, wenn professionelle Wut-Darstellung der Realität beängstigend nahe kommt? Rund einhundert gespannte Zuhörer auf ihren Klappstühlen verfolgten gespannt, wie Commissario Fabio Fameo und sein Team in mysteriösen Mordfällen ermitteln und Spuren nachgehen – gespickt mit vielen Informationen über Südtiroler Geschichte, Tradition und Lebensweise.
Überraschende Auflösung
Als Hörspiel inszeniert, entwickelte sich die Handlung zu einem Schauerstück, indem penibel die letzten Sekunden eines Opfers einer Serie mit zwölf Ermordeten dargestellt werden. An manchen Taten waren auch gleich zwei Täter beteiligt – aber mehr verriet Ralf Neubauer nicht. Wer neugierig geworden ist, sollte vielmehr daheim zum Buch greifen…! Der schaurig-schöne Abend begeisterte jedenfalls an dem ungewöhnlichem Lesungs-Ort – wann erklingt schon mal Applaus auf einem Friedhof?
Nächster literarischer Friedhofs-Termin
Mehr über den Haaner Autor und seine erfolgreiche Kriminalroman-Reihe ist im Internet unter www.südtirolkrimi.de zu finden. Beim nächsten Literatur-Termin geht es am 28. September unter der Überschrift „Friedhofsgeflüster – Das ewige Lied“ um einen besinnlichen Spaziergang für Erwachsene mit Anette Link durch die Märchenwelt Nordamerikas. Der Beginn ist um 15.30 Uhr auf dem Friedhof an der Hainstraße 114. Mehr Infos zu der Reihe online via www.fvwuppertal.de.





