17.09.2025, 13.33 Uhr | Oliver Grundhoff | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Hütterbusch: „Pausenhof-Tristesse“ statt trubeliger „Seilakte“
Die Cronenberger Grundschule Hütterbusch in der Straße Am Hofe. | Foto: Meinhard Koke
Als die gerade eingeschulten Kinder den Pausenhof der Grundschule Hütterbusch betraten, bot sich ihnen ein trauriger Anblick. Der beliebte Seilgarten war verschwunden. 2013 war das gut 25 Meter lange Spielgerät dank Mitteln der Bezirksvertretung Cronenberg und Spenden Cronenberger Unternehmen sowie einem Sponsorenlauf der Grundschul-Kinder errichtet worden. Seitdem erfreute es sich großer Beliebtheit.
Doch dort, wo sich bisher die Kinder in den Pausen austoben konnten, klafft nun eine triste Lücke. Schulleiterin Natalie Kusch zeigte sich angesichts der „Nacht- und Nebelaktion“ sehr verwundert. Zum einen hatte man sie im Vorfeld nicht über den geplanten Abbau des 15.000 Euro teuren Spielgerätes informiert. Zum anderen wurden durch die „Hau-Ruck-Aktion“ auch vollendete Tatsachen geschaffen, denn ein Neubau eines Seilgartens sei angesichts der neuen Baumschutz- satzung nun nicht mehr möglich.
Doch was war eigentlich passiert? Im Mai hatte der Hausmeister der Schule eine Prüfung des Seilgartens in Auftrag gegeben. In dem daraufhin erstellte Gutachten konnten keine Mängel an dem beliebten Spielgerät festgestellt werden. Dann war ein Seil gerissen und er informierte die Stadt. Statt das defekte Seil zu ersetzen oder das beliebte Spielgerät kurzfristig zu sperren, erkannte man seitens des Grünflächenamtes auf „Gefahr im Vollzug”. Daraufhin rückte ein Bautrupp an und besiegelte damit das Ende.
CDU-Kritik: „Einfach vor vollendete Tatsachen gestellt…“
Michael-Georg von Wenczowsky, der seinerzeit in der Bezirksvertretung federführend an der Realisierung beteiligt gewesen war, zeigte sich entsetzt von dem Vorgehen der Stadt. „Drei Tage nach der Einschulung ist dieses unglaublich schöne Spielgerät nun einfach ersatzlos weggefallen“, bemängelte die CDU Cronenberg bei einem Ortstermin. Zusammen mit den CDU-Ratskandidaten Rainer Spiecker und Alexej Hundt begutachtete er die einstige Fläche des Seilgartens. Auch Rainer Spiecker äußerte sein Unverständnis zu der Aktion. Dies sei ein „typisches Vorgehen, die Politik wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“: „Wir erwarten, dass nun zeitnah eine Lösung geschaffen wird, erklärte Michael-Georg von Wenczowsky vor Ort.
Zudem bemängelte Rainer Spiecker die mangelhafte Kommunikation gegenüber der Schulleitung. Auch die SPD-Cronenberg meldete sich zu dem Thema. In einer Pressemitteilung zeigte man sich sehr erstaunt darüber, dass der Niedrigseilgarten abgebaut wurde. Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff hatte daraufhin umgehend beim Gebäudemanagement nachgefragt, um den Grund für die überraschende Maßnahme in Erfahrung zu bringen: „Wir werden die Schulleitung umgehend informieren, sobald wir mehr wissen. Für die Kinder tut es uns wirklich sehr leid“, erklärte Miriam Scherff.
SPD: „Sonderbares Vorgehen der Stadt…“
Oliver Wagner, Fraktionssprecher der SPD in der Bezirksvertretung, hatte seinerzeit den Bau des Niedrigseilgartens sehr begrüßt: „Die Bezirksvertretung hat zudem vor rund zwölf Jahren finanziell geholfen, dieses schöne Spielzeug anzuschaffen“, sagt Wagner:„Dass darüber offenbar weder die örtliche Politik, noch die Schulleitung im Vorfeld informiert wurde, mutet sehr sonderbar an.“ Das Spielgerät sei in den Pausen und auch im offenen Ganztag intensiv genutzt worden. Die SPD-Fraktion sieht in dem Niedrigseilgarten ein wertvolles Gerät, um soziale Kompetenzen und Gruppendynamik sowie Körper- und Sinneswahrnehmung der Schüler zu fördern. Sie will die Schule daher gerne darin unterstützen, eine Lösung mit dem Gebäudemanagement zu finden.
„Besonders tut es uns um die i-Dötzchen leid, die so kurz nach dem Schulstart derart enttäuscht werden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Für die CDU steht derweil fest: Es muss eine Ersatzmaßnahme geschaffen werden. Als ersten Schritt kündigte OB-Kandidat Matthias Nocke an, das Thema im Verwaltungsvorstand zur Sprache zu bringen. Sollte die Stadt nicht aktiv werden, wolle man im neukonstituierten Rat einen Antrag für ein alternatives Spielgerät auf den Weg bringen. Ein neues Seil wäre wohl die preiswertere Alternative gewesen…





