29.09.2025, 19.32 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Asiatische Hornisse: Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen…!

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Die Cronenberger Klimapatin und Imkerin Anja Stamm sowie Thomas Beißel mit Teilen des Hornissen-Nests in Schwabhausen. | Foto: Meinhard Koke

Im beschaulichen Schwabhausen gibt’s gemeinhin wenig zu gucken… An diesem September-Dienstag hatten sich indes kleine und große Anwohner gegenüber der ehemaligen „Schenckwirtschaft Schwabhauser Hof“ versammelt, um „ein Spektakel“ zu verfolgen: die Beseitigung eines Nests der Asiatischen Hornisse. Wie mehrfach berichtet: Die Asiatische Hornisse frisst Bienen und andere Insekten, weshalb die Imker in Deutschland über die zunehmende Ausbreitung in Aufruhr sind – auch in Cronenberg, wo 2023 die erste Asiatische Hornisse gesichtet wurde. Die Imker-Sorge ist begründet, wie Anja Stamm zu berichten weiß.

2025: Bereits 32 Nester in Wuppertal und Remscheid entdeckt

Die Cronenberger Klimaschutzpatin, selbst Imkerin („Die Hongtankstelle“), versucht seit zwei Jahren, die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen. Laut dem, was Anja Stamm berichtet, grenzt das an einen Kampf gegen Windmühlen: Im vergangenen Jahr wurden in ganz Wuppertal noch acht Nester aufgespürt, drei davon in Cronenberg. In diesem Jahr kamen (inklusive Remscheid) bereits 32 Nester zusammen: „Alle Imker fluchen, und das ist nur der Einstieg“, gibt sich die Sudbergerin pessimistisch, dass das Vordringen gestoppt werden kann.

Ziemlich schwer zu erkennen: das Nest der Asiatischen Hornisse hoch in einem Baum in Schwabhausen. | Foto: Meinhard Koke

Ziemlich schwer zu erkennen: das Nest der Asiatischen Hornisse hoch in einem Baum in Schwabhausen. | Foto: Meinhard Koke

„Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich überall bin…“

Selbst an ihrem Wohnhaus in Sudberg stieß Anja Stamm auf ein Nest: „Ich hab‘ gedacht, ich gucke nicht recht“, zeigt sich die „Hornissen-Jägerin“ überrascht, dass sich die „Einwanderer“ auch bei ihr einnisteten. Deren Pech: Anja Stamm hat beste Kontakte zu Experten, welche die Asiatische Hornisse bekämpfen. So wie Thomas Beißel: Nachdem er zuvor in Elberfeld im Einsatz war, rückte der zertifizierte Bienen-Sachverständige sowie Wespen- und Hornissenberater in Schwabhausen an. Anwohner hatten in einem Baum das etwa Medizinball-große Nest ausgemacht, der Experte aus dem Rhein-Sieg-Kreis rückte ihm „auf den Pelz“.

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Mit viel Routine aus immer mehr Einsätzen („Ich weiß gar nicht mehr, wo ich überall bin“) fuhr Thomas Beißel Stück für Stück eine Teleskopstange aus, um an das Nest in etwa 12 Metern Höhe zu gelangen. Am Ende des Spezialgeräts aus Frankreich steckt eine pfeilartige Metallspitze, mit welcher Beißel in das Nest stach und Kohlenstoff einführte. Auf diese (umweltschonende) Weise gelingt es, möglichst viele Tiere im Nest zu halten. Nachdem Beißel es vom Baum gelöst hatte, wanderten die Bruchstücke, inklusive bestenfalls der Königin, fest verschlossen in eine Papiertüte, um schließlich in der Gefriertruhe zu landen…

Hornissen-Experte Thomas Beißel vor seinem Einsatz in Schwabhausen mit der Teleskopstange zur Nestbeseitigung. | Foto: Meinhard Koke

Hornissen-Experte Thomas Beißel vor seinem Einsatz in Schwabhausen mit der Teleskopstange zur Nestbeseitigung. | Foto: Meinhard Koke

Appell: Die Augen offen halten nach Nestern, bitte!

Der Schwabhauser Einsatz war nicht mehr als ein kleiner Etappenerfolg; nachdem zuvor ein Nest in Herichhausen beseitigt worden war, geht’s als nächstes ans Ehrenmal: Irgendwo in den Bäumen hier hat sich die Asiatische Hornisse ebenfalls eingenistet… Anja Stamm hofft, dass noch möglichst viele weitere Nester aufgespürt werden können: Ob an Häusergiebeln, in Bäumen oder Schuppen – die Sudbergerin appelliert, die Augen offen zu halten, aber ruft zugleich auf: „Nie selbst Hand anlegen!“

Aber nicht nur, weil Asiatische Hornissen aggressiv werden können, wenn man sich ihnen zu sehr nähert. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstreicht, werden die Asiatischen auch leicht mit der geschützten Europäischen Hornisse verwechselt – und mitunter die falschen Tiere getötet…! Wer glaubt, ein Nest der Asiatischen Hornisse ausgemacht zu haben, möchte sich bei Anja Stamm unter Telefon 01 73 / 81 70 550 melden – die Klimapatin kommt vorbei und klärt ab, ob sich tatsächlich Asiatische Hornissen eingenistet haben…