02.03.2026, 12.15 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Absolute Zumutung“: Kritik an Dauerbaustelle am Hahnerberg

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Nicht nur die Anwohner entlang der Hahnerberger Straße sind belastet. Durch die Dauerbaustelle auf der Hahnerberger Straße haben zum Beispiel auch die Anwohner in der Neuenhofer Straße mit wesentlich mehr Verkehr zu kämpfen, weil Autofahrende den Stau auf der „Hahnerberger“ zu umfahren versuchen – wie dieses Anwohner-Foto anschaulich zeigt… | Foto: privat

Die Hahnerberger Straße ist die Hauptein- beziehungsweise -ausfallachse von/ nach Cronenberg. Insofern ist eine Baustelle dort wie eine „Operation am offenen Herzen“: Das zeigte sich nicht nur bis Weihnachten, als die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) dort je eine Fahrspur sperrten, um neue Stromleitungen zu verlegen. Das beweist sich auch wieder, nachdem die Stadtwerke die Sperrungen nach der „Festtagspause“ wieder aufnahmen (die CW berichtete mehrfach).

In den Stoßzeiten quält sich der Verkehr durch das Nadelöhr, zeitweise reichen die Rückstaus bis auf die L418-Abfahrt beziehungsweise bis zum Bahnübergang zurück. Insofern, so sollte man meinen, würde eine solche „Operation“ unter Hochdruck durchgeführt, damit „die Hauptschlagader“ schnellstmöglich wieder ungehindert „strömen“ kann… Das sahen auch die WSW so: Vor Wiedereinrichtung ihrer Baustelle beteuerten sie am 21. Januar in ihrer Mitteilung, dass man daran arbeite, „die Baustelle so schnell wie möglich wieder aufzulösen“.

Anwohner-Kritik: „Von wegen, wir beeilen uns…“
Den Worten folgten indes kaum Taten: Zwar wurden seitdem Baugruben ausgehoben. Ansonsten aber präsentierte sich die Baustelle in den vergangenen rund fünf Wochen überwiegend „verwaist“. Entsprechend wird die Kritik an dem Baustellen-Management größer, zumal parallel auch Bauarbeiten in der Rennbaumer Straße durchgeführt werden und am Montag erneut die Einmündung Schulweg dichtgemacht wurde… „Haben Sie irgendeine Info zu dieser unsäglichen Baustelle auf der Hahnerberger Straße?“, hieß es zum Beispiel in einer Leser-Nachricht an die CW-Redaktion: Da habe man geschrieben, man wolle sich beeilen, moniert der Anwohner weiter, dass seitdem „weiter nichts passiert“ sei: „Das ist hier eine absolute Zumutung. Von wegen, wir beeilen uns.“

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Auf CW-Nachfrage ließen die Stadtwerke zu der Hahnerberger „Problem-Baustelle“ wissen, dass bei einer messtechnischen Qualitätsüberprüfung der neu verlegten Stromkabel „Auffälligkeiten“ festgestellt worden seien: Da solche Teilentladungen langfristig zu einer Schädigung des Kabels führen könnten, habe die Baustelle im gesamten Abschnitt erneut eingerichtet werden müssen: „Dass im Baufeld nicht laufend Arbeiten zu sehen sind, liegt unter anderem daran, dass hier zunächst weitere Messungen und deren Auswertung durchgeführt werden mussten“, kontert die WSW die Kritik der Tatenlosigkeit.

Stadtwerke: „Im April fertig – aber nicht definitiv…“
Durch die Messungen habe derweil der Schadensbereich eingrenzt werden können: „Es wurde festgestellt, dass die Fehlerursache sehr wahrscheinlich mit den Kabelverbindungen zusammenhängt.“ Nachdem die Kabelmuffen inzwischen ausgebaut seien, würden sie aktuell genauer untersucht. Voraussichtlich in der kommenden ersten März-Woche könnten nun die erforderlichen Montagen erfolgen. Sollte das klappen, gerät Licht am Ende des Tunnels in Sicht: Falle die abschließende Qualitätsprüfung positiv aus, könnten die Baugruben wieder verfüllt und die Straßenoberfläche wiederhergestellt werden – bis April soll das abgeschlossen sein, hoffen die WSW.

Allerdings, so stellen die Stadtwerke gegenüber der CW ebenso klar: Eine definitive Aussage zum Ende der Maßnahmen lasse sich aktuell noch nicht treffen…