24.03.2026, 14.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Prof. Stefan Hüfner: Er sorgt für den „guten Ton“ im TiC-Theater

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Mit Professor Stefan Hüfner hat das TiC-Theater einen profunden Musikleiter an seiner Spitze – seit fast 20 von 40 TiC-Jahren. | Foto: Meinhard Koke

Mit ihm hat das TiC-Theater seit rund 20 Jahren höchste akademische „Weihen“: Stefan Hüfner ist seit dem Restart 2027 nicht nur Co-Leiter des TiC-Theaters. „Nebenher“ lehrt er als Professor an der Folkwang Universität der Künste. Ab 2008 unterrichtete 63-Jährige im Studiengang „Integrative Komposition“, seit 2016 lehrt Hüfner im Hauptfach „Popkomposition“ die Fächer „Poptheorie“ und „Comboarbeit“. Aktuell ist der „TiC-Professor“ Prodekan des Folkwang-Fachbereichs 1, also stellvertretender Leiter dieser Fakultät der Essener Hochschule.

Solingen, Mülheim, Essen, Kanada – Sudberg…!
Der gebürtige Solinger, der in Mülheim/Ruhr aufwuchs, studierte Jazzkomposition an der Folkwang-Uni. Nach einem Stipendium in Kanada arbeitet Hüfner zurück in Deutschland zunächst als freiberuflicher Komponist für Rundfunk, TV, Pop- und Jazzkünstler sowie Stadttheater. Ab 1996 wurde Hüfner dann an die Folkwang-Hochschule berufen. Eine rabenschwarze Komödie brachte ihn dann ans TiC: Für die Produktion „Eating Raoul“ kam der Anruf aus Cronenberg – Hüfner schnupperte ins TiC rein und schaute sich ein paar Stücke an: „Das hat mir gut gefallen“, blickt er zurück; als TiC-Gründer Ronald F. Stürzebecher ihm die musikalische Leitung antrug, sagte Hüfner zu. Ab 1995 produzierte der Komponist jeweils zwei TiC-Produktionen im Jahr, die 90er-Revue „Wadde Hadde Dudde Da“ war dabei eines der Stücke in Zusammenarbeit mit Ralf Budde.

Immer Spaß…: Am TiC-Theater nie auf die Uhr geschaut…
Dass was am TiC immer wieder geschieht, bezeichnet Stefan Hüfner als „beeindruckende Dinge“; die Mitwirkenden seien „tolle Leute“ und das Niveau an der Borner Straße „erstaunlich hoch“: Er habe seine inzwischen über drei TiC-Jahrzehnte nie bereut: „Es hat immer Spaß gemacht.“ Hüfner erinnert sich an seinen Zivildienst auf einer Intensivpflegestation eines Altenheims: Auch dort habe ihm die Arbeit Freude bereitet, irgendwann schon habe er aber auch auf die Uhr geschaut, wann Feierabend sein würde – „das habe ich hier nicht“, sagt der Co-Leiter des Dorper Theaters.

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Freundschaftliches Miteinander versus Belastungsspitzen
Abgesehen von der Lehrtätigkeit in Essen: Arbeit im Kartenbüro an der Hauptstraße, Proben, Produktion der Musik zu allen TiC-Stücken im eigenen Tonstudio an der heimischen Riedelstraße,… – das sei schon mehr als ein Fulltime-Job, ganz besonders vor den Erstaufführungen („regelmäßige Belastungsspitzen“), „das ist mit einer ,normalen‘ Arbeitswelt nicht zu vergleichen, das ist Projektarbeit hier“, erläutert Hüfner. Aber wenn ein Stück auf die Bühne gebracht ist, dann gehe es mit der „Belastungsspitze“ ja auch immer wieder runter, und außerdem das freundschaftliche Miteinander in der TiC-Familie: „Da ist die viele Arbeit relativ zu sehen…“

Anerkennung von Erben des „Urmel“-Erfinders
Zur Frage nach seinem persönlichen TiC-Highlight winkt der Theaterleiter ab: Irgendwie sei alles ein Highlight, „ich bin bei jedem Stück mit Haut und Haaren dabei“. Allerdings: Als die Erben von Urmel-Erfinder Max Kruse ihm zu seinen Texten und der Begleitmusik der TiC-Inszenierung von „Urmel aus dem Eis“ gratulierten, das hat Hüfner als besondere Anerkennung in Erinnerung.

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Kinder-Freude und Nachfragen beim Dorf-Einkauf
Ebenso aber auch die Freude der kleinen TiC-Besucher des Familienstücks: „Wenn Reaktionen von Kindern kommen, dann geht das Herz auf…“ Als „Applaus“ empfindet der TiC-Chef es ebenso, beim Einkauf im Dorf angesprochen zu werden: „Wenn die Leute neugierig fragen, was denn als nächstes im TiC kommt, oder zu einem Stück sagen: ,Das war toll‘, dann merkt man: Die Cronenberger nehmen sehr viel Anteil…!“

Auf zahlreichen Bühnen zu Hause und viel TiC-Stolz
Abseits von Cronenberg und seiner Professur macht Hüfner zahlreiche „Ausflüge“: Seit 2011 bringt er mit „stefan huefner’s ZAPPATA!“ Werke von Frank Zappa (die CW berichtete) auf die Bühne; Hüfner leitet die NRW-Bigband „Bandfire“, nicht zuletzt arbeitete er mit Künstlern wie Patrick Stanke, Sabrina Weckerlin und Ingeborg Wolff oder Herbert Knebels Affentheater und Phillip Boa and the Voodooclub zusammen. Erst kürzlich wirkte Hüfner maßgeblich an der neuesten LP des Jazz-Schlagzeugers Mickey Neher mit (die CW berichtete ebenfalls). Im TiC macht der „Tausendsassa“ „noch ein bisschen weiter“: „Man kann schon sagen, ich bin stolz darauf…!“