09.06.2026, 20.03 Uhr   |   Marion Heidenreich   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

CDU-Ortstermin in Sudberg: Mehr gemeinsam gegen Wildschweine

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CDU-Ratsherr Thomas Hahnel-Müller (4.v.r.) und seine Fraktion hatten zu dem Wildschweine-Ortstermin in den Cronenberger Süden geladen. | Foto: Marion Heidenreich

Seit Jahren sorgen Wildschweine in Sudberg immer wieder für großflächige Schäden auf Wiesen, Pferdeweiden und in Gärten. Zu einem Austausch von Betroffenen, Jägerschaft und der zuständigen Behörde lud die Wuppertaler CDU-Ratsfraktion nun in den Cronenberger Süden ein: An der Rather Straße wurden die aktuelle Situation und mögliche Lösungsansätze besprochen. „Es treten immer wieder dieselben Fragen und Probleme auf“, erklärte CDU-Stadtverordneter Thomas Hahnel-Müller: „Deshalb wollten wir bei diesem Treffen alle Beteiligten zusammenbringen und schauen, was wir tun können.“

Landwirte beklagen zunehmende Schäden
Besonders betroffen sind Sudberger Landwirte: Auf ihren Wiesen und Feldern haben sich die Schäden in den vergangenen Monaten massiv verstärkt. „Wir brauchen mehr Leute, die die Wildschweine erlegen“, forderte Daniel Kemp verärgert. Theoretisch wäre eine solche Lösung möglich, räumte Marcus Enste, Pächter und Leiter der Jagdschule Enste, ein. Praktisch sei sie jedoch kaum umsetzbar: „Dann wird die Organisation schwierig. Wir wollen uns ja nicht gegenseitig totschießen. Sicherheit ist bei uns das Wichtigste.“ Bereits jetzt seien dank einer Sondergenehmigung zehn Jäger in seinem Pachtrevier im Einsatz – laut Pachtvertrag seien eigentlich nur drei Jäger erlaubt.

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Stadtnähe erschwert die Jagd
Auch die Abschussstatistik, so Joachim Jessner, zeige ein aktives Management. In den vergangenen drei Jagdjahren bis April 2025 wurden insgesamt 103 Tiere erlegt. In den vergangenen anderthalb Monaten kamen weitere 15 Tiere hinzu. Erschwert wird das Schwarzwildmanagement durch private Fütterungen und die Stadtnähe. Eine Drückjagd komme aus Sicherheitsgründen in dem betroffenen Bereich nicht infrage. Stattdessen würden die Wildschweine im Rahmen eines „Stadtjagd-Konzepts“ durch Einzeljagd bejagt – mit acht bis zehn Stunden Ansitz und Pirsch pro Wildschwein.

Hinzu kommen unterschiedliche Nutzungsinteressen: Freilaufende Hunde oder Mountainbiker auf Waldwegen verursachen beim Wild Stress und Fluchtreaktionen. Auch die Pferdehaltung beansprucht Flächen und erschwert die Jagd, wenn Pferde nachts auf den Weiden bleiben. „Wenn Pferde vor oder hinter den Wildschweinen stehen, können wir auch nicht schießen“, erklärte der Sudberger Jäger.

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Hoffnung auf bessere Zusammenarbeit
Auch André Geier von der Unteren Jagdbehörde bestätigte den Anstieg der Wildschweinpopulation im gesamten Stadtgebiet. Zudem seien die Tiere äußerst mobil. „Sie legen durchaus bis zu 25 Kilometer pro Nacht zurück“, erklärte Marcus Enste. Fangaktionen seien rechtlich nur beim Auftreten der Afrikanischen Schweinepest möglich. Versuche der Wuppertaler Jagdbehörde, eine entsprechende Genehmigung zu erhalten, seien bislang gescheitert. Am Ende des Treffens stand der gemeinsame Wille, künftig besser miteinander zu kommunizieren und einfache Lösungen – etwa bei Zaunanlagen – gemeinsam zu entwickeln. „Es geht nur Schritt für Schritt – mit gegenseitigem Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsamen Ideen“, fasste CDU-Ratsfrau Christiane Sippel zusammen.

Schwarzwildmanagement kurz erklärt
Schwarzwildmanagement im Jagdrevier erfordert ein gezieltes und rücksichtsvolles Vorgehen, erklärte Joachim Jessner, Naturschutzbeauftragter der Stadt Solingen und Mitglied der Kreisjägerschaft Wuppertal. Dazu gehören neben der Bestandsregulierung durch gezielte Entnahmen zur Vermeidung einer Überpopulation auch die Seuchenprävention – insbesondere die Früherkennung und Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest – sowie der Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen und Grünanlagen vor Aufbruchschäden.