24.07.2026, 17.52 Uhr   |   Marion Heidenreich   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Heute vieles besser! Wilhelm Frechenhäuser feierte 100. Geburtstag

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Unter Wilhelm Frechenhäusers Gratulanten zum 100. Wiegenfest war für die Stadt auch Wuppertals Bürgermeister Rainer Spiecker (li.). | Foto: Marion Heidenreich

 Als er geboren wurde, gab es noch keine Stadt namens Wuppertal: In Barmen kam er auf die Welt und dort wuchs er auch auf, so erzählte Wilhelm Frechenhäuser an seinem 100. Geburtstag im heimischen Wohnzimmer an der Friedensstraße.

„Früher war nicht alles besser“
„Ich kann nicht verstehen, wenn Leute sagen, dass früher alles besser war“, so der Jubilar auf die Glückwünsche zu seinem 100sten. Allein die medizinische Versorgung bis ins hohe Alter ist heute viel besser: „Ich bin doch selbst der beste Beweis dafür. Früher war man mit 60 schon ein alter Mann.“ Er selbst hatte sich noch in den letzten Jahren einer erfolgreichen Operation unterzogen. Ein Jahrhundert bewegter und wechselseitiger deutscher Geschichte hat Frechenhäuser erlebt. Bis heute interessiert sich der rüstige Senior aktiv für Gesellschaft und Politik. 

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Täglich auf dem Laufenden
Davon zeugte am vergangenen Freitag, 17. Juli, auch die aktuelle Tageszeitung und das Buch „Dienstschluss“ von Wuppertals  Ex-OB Uwe Schneidewind, die griffbereit auf dem Tischchen neben seinem gemütlichen Lesesessel lagen. „Das Buch hat mir gezeigt, wieviele Herausforderungen unsere Oberbürgermeisterin zu bewältigen hat“, so Frechenhäuser zu Wuppertals Bürgermeister Rainer Spiecker. Das regelmäßige Zeitunglesen hat er schon in jungen Jahren angefangen: Auf dem großelterlichen „Plumpsklo“ wurde die Zeitung als Klopapier ganz nachhaltig genutzt.

Heute liest er nicht nur die Tageszeitungen, sondern schaut auf Phoenix auch die Bundestagsdebatten. Der dort zu Tage tretende Rechtsruck besonders aus Reihen der AfD macht ihm große Sorge. Parallelen zum  Ende der Weimarer Republik empfindet er, wenn er einige der Redner hört: „Ich weiß, was es heißt ohne Demokratie zu leben“, so der Jubilar, der hofft, „dass die Leute endlich wach werden“.

In der Gemeinde engagiert
Engagiert hat sich Wilhelm Frechenhäuser neben seiner beruflichen Tätigkeit als Kaufmann ehrenamtlich in der Gemeindearbeit: „ Neben dem Beruf ging nur eins – entweder politisch oder kirchlich“. Heimisch in Cronenberg ist der „Barmer“ in der Friedensstraße geworden. Als dort beinahe ein Kind bei einem Auto-Unfall zu Tode gekommen war, hat sich Frechenhäuser für die Geschwindigkeitsbegrenzung eingesetzt. Zwei Jahre habe es gedauert, bis dort mit Unterstützung der Bezirksvertretung eine 30er-Zone eingerichtet wurde, so berichtet er.

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Auch die Bäume an der Friedensstraße verdanken die Anwohner dem Bestreben des Seniors: Zusammen mit dem Cronenberger Heimat- und Bürgerverein hat sich Wilhelm Frechenhäuser für die Bepflanzung stark gemacht – und dafür das Erbe seiner Mutter gespendet. So ist aus der anfänglichen „furchtbaren Straße“ mittlerweile ein kleine grüne Allee geworden. Am Samstag wurde mit der Familie gefeiert. Eigentlich wollte er ja im Schloß Brühl feiern, erzählt Frechenhäuser augenzwinkernd – mit Hinweis auf den deutsch-französischen Gipfel.

Für seine Enkel hatte er zu seinem 100sten ein ganz besonders Geschenk: Wilhelm Frechenhäuser hat für sie ein Buch „Opa, erzähl mal“ vorbereitet – nicht nur als Familiengeschichte…