18.09.2011, 12.21 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Wuppertal 24h live“: Rekordbesuch im Knipex-Museum

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Etwas für Klein & Groß: eine Besichtigung des Knipex-Werkzeugmuseums.

Ins Schwitzen gerieten die Mitarbeiter der Firma Knipex am gestrigen Samstag, 17. September 2011: Über 100 Interessierte kamen im Rahmen von „Wuppertal 24h live“ ohne Voranmeldung an die Oberkamper Straße, um das Knipex-Werkzeugmuseum zu besichtigen. Nachdem sich rund 250 Besucher bereits zuvor für die Führungen angemeldet hatten, wurden für die „Nachzügler“ „auf die Schnelle“ zusätzliche Rundgänge organisiert. Es klappte, kein Besucher blieb vor der Tür stehen, mit rund 350 Gästen erlebte das firmeneigene Knipex-Museum einen Rekordbesuch im Rahmen von „Wuppertal 24h live“.

Im Stunden-Takt geleiteten Heinz Pfeil und weitere Knipex-Mitarbeiter die Interessierten durch die beeindruckende Sammlung des Cronenberger Zangen-Herstellers. Ende der 1970er Jahre hatte der damalige Knipex-Chef Karl Putsch damit begonnen, Relikte der Werkzeug-Herstellung im Bergischen zu retten und in einer Sammlung zusammenzutragen. Mit den Worten: „Ich mache Sie zum Museumsdirektor“, erinnert sich Heinz Pfeil, gab Karl Putsch den Startschuss – seitdem betreut Heinz Pfeil das Werkzeugmuseum, das auch durch den heutigen Knipex-Chef Ralf Putsch ständig ergänzt wird.

Durch eine der Produktionshallen, in der täglich 45.000 Qualitätszangen hergestellt werden, zum Werkzeugmuseum geführt, tauchen die Besucher in eine andere Welt ein: Über zwei Etagen birgt die Knipex-Sammlung Tausende Exponate aus der Werkzeug-Herstellung in der Region und natürlich auch aus der Geschichte der Firma Knipex. Die Bandbreite ist beinahe unüberschaubar, einer der ersten computergestützten Arbeitsplätze bei Knipex ist ebenso darunter, wie historische Auftragsbücher, unzählige historische Maschinen sowie die Produkte, die an ihnen gefertigt wurden. Holzblotschen davor, eine Brille sowie Zigarettenspitze und Tabak in einem Schälchen daneben – manche der liebevoll aufgebauten Arbeitsplätze aus einer längst vergangenen Zeit wirken so, als wenn hier gerade erst Feierabend gemacht wurde.

Von seinen stattlichen Ausmaßen her Prunkstück der Knipex-Sammlung ist ein mächtiger Fallhammer, den Karl Putsch in Oberösterreich vor dem Verfall rettete und nach Cronenberg transportieren ließ. In der Nachbarschaft steht eines der vielleicht skurrilsten Exponate: Ein „Driethüsken“, ein Plumpsklo, das einst zu einer Nagelschmiede in der Cronenberger „Hütte“ gehörte – Probesitzen erlaubt!

Aber auch das zählt zu der eindrucksvollen Knipex-Schau: Eine Vielzahl von Plagiaten, mit denen „Produktdiebe“ aus aller Herren Länder bis heute die Qualitätswaren aus der Region zu kopieren und von den Markenzeichen „Knipex“ oder „Made in Solingen“ zu profitieren suchen. Das lässt den Betrachter schmunzeln, wenn der „Diebstahl“ offensichtlich ist, weil noch nicht einmal der Herstellername „richtig kopiert“ wurde. Aber: „Wenn man Plagiate zugeschickt bekommt und reklamiert wird, dass sie nicht richtig funktionieren, ist das nicht mehr lustig“, verriet Museumsleiter Heinz Pfeil eine Kehrseite.

Und damit wäre ein Bogen zu den neusten Knipex-Produkten geschlagen, welche die Besucher nach dem Museumsführungen in der „Alten Schmiede“ unter die Lupe nehmen konnten: Vor Produktpiraterie ist der Cronenberger Zangen-Weltmeister auch heute nicht gefeit…

Mehr Infos zur Firma Knipex finden sich unter www.knipex.de.

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