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20.11.2011, 10.24 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Polizei schiebt Einbrechern den „Riegel vor“

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Marco Fechner, Ralf Bäcker, Wolfgang Lonken, Rainer Diett und Livia Hildebrand von der Polizei Wuppertal stellen die neue landesweite Kampagne gegen Einbrecher vor.

Ein einfacher Schraubenzieher als Tatwerkzeug reicht – und innhalb von Sekunden sind Einbrecher in einem Haus drin. „Es sind meist keine Profi-Täter mit gutem Equipment“, weiß Marco Fechner von der Kriminalprävention der Wuppertaler Polizei. Dabei sind es ebenso einfache Mittel, die verhindern können, dass Einbrecher gar nicht erst einsteigen. „Ein Täter will möglichst schnell aus dem Blickfeld heraus“, erklärt Kriminaloberrat Rainer Diett. Recht zufällig würden die entsprechenden Objekte ausgewählt, observiert in den wenigsten Fällen. „Bei einem guten Schutz des Hauses sind die Täter schnell wieder weg.“

Damit ein solches Szenario immer öfter der Fall wird, hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen nach dem „Wachsamen Nachbar“ eine zweite Kampagne gegen Wohnungseinbrüche ins Leben gerufen: Mit „Riegel vor“ will man nicht nur zu vermehrter Aufmerksamkeit aufrufen, sondern auch praktische Hinweise geben, wie man sich und sein Hab und Gut effektiv vor Einbrechern schützen kann. „Viele Häuser sind mangelhaft gesichert“, erklärt Marco Fechner, dementsprechend „erfolgreich“ seien auch die Täter: Bei den insgesamt 812 Einbrüchen in Wuppertal im Jahr 2010 – vornehmlich übrigens freitags und samstags verübt und über das gesamte Jahr ungefähr gleichmäßig und nicht überwiegend in der „dunklen Jahreszeit“ verteilt – lag die Aufklärungsquote bei mageren 12,88 Prozent. Allerdings schwanke die Zahl immer zwischen fünf und 20 Prozent, so Diett.

Angewiesen ist die Polizei daher besonders auf Hinweise. „Immer anrufen“, lautet daher auch der Appell von Polizeidirektor Wolfgang Lonken, Leiter der Polizeiinspektion Wuppertal. Auch wenn sich ein Verdacht im Nachhinein als falsch herausstellen würde, man solle lieber einmal zu viel als einmal zu spät die Ordnungshüter informieren. „Jeder Anruf ist wichtig, kein Anruf ist umsonst“, erklärt Lonken eindringlich und verspricht: „Es fährt immer ein Streifenwagen raus.“

Dass eine gute Sicherung des Hauses oder der Wohnung Einbrecher abhält, das belegen auch die Zahlen der Wuppertaler Polizei. Demnach seien im vergangenen Jahr rund 40 Prozent der Taten „im Versuchsstadium stecken geblieben“, erklärt Kriminaloberrat Rainer Diett. Wenn die Täter allerdings ins Haus gelangt seien, so hätte die Beute durchschnittlich einen Wert von etwa 3.000 Euro gehabt. „Jeder Fall ist dabei eine Geschichte mit einem persönlichen Schicksal“, so Ditt. Aus diesem Grund erhielten die Opfer auch eine umfassende Nachbetreuung: Der Bezirksdienst nehme in jedem Fall eine Nachschau vor, um sich mit einigem Abstand noch einmal von der Situation der Geschädigten ein Bild zu machen und möglicherweise vergessene Details nachzuforschen, verspricht Kriminaldirektor Wolfgang Lonken. Besonders nach einem Einbruch sei man sehr sensibel für Sicherungsmaßnahmen, weiß Diett. Aber damit solle man nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen sei: „Wir wollen den Tätern einen Riegel vorschieben“, erklärt er den Zweck der neuen Polizeikampagne, zu der es auch Infos und effektive Tipps gegen Einbrecher online unter www.riegelvor.nrw.de gibt.

Bei der Wuppertaler Polizei kann man sich auch über Schutzvorrichtungen für daheim beraten lassen. Die „Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle“ im Polizeipräsidium in Unterbarmen ist ohne Terminvereinbarung an jedem zweiten und vierten Donnerstag im Monat, in der Zeit von 07.30 Uhr bis 17.30 Uhr, geöffnet. Darüber hinaus können unter der Rufnummer 0202/284-18 01 auch individuelle Termine vereinbart werden. Die Beratung bei der Kriminalprävention ist in jedem Fall kostenlos!

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