07.05.2012, 11.55 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Nach 43 Jahren: CMC-Dirigent gab den Taktstock ab

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Führte den Cronenberger Männerchor einen Großteil dessen Bestehens und formte den Chor zu einem Ensemble mit Klasse-Ruf über Wuppertal hinaus: Chordirektor Heinz-Rolf Fliersbach konnte den CMC-Taktstock mehr als zufrieden in neue Hände legen.

Das Opernkonzert des Cronenberger Männerchores (CMC) am vergangenen Sonntag, 6. Mai 2012, war nicht nur furios und abwechslungsreich. Unter den Augen und Ohren von rund 1.000 Konzertbesuchern aus allen Teilen Wuppertals begann im Großen Saal der Historischen Stadthalle auch ein neuer Abschnitt für den CMC: Nach 43 Jahren gab Chordirektor Heinz-Rolf Fliersbach den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Artur Rivo weiter.

Zu dem Konzert hatte der CMC auch die Damen der Chor Akademie Bergisch-Land e.V. TonArt – Solingen eingeladen, überdies wirkten die Solisten Choi Kong-Seok (Bariton) und An Ji-Hyun (Sopran) mit, während Prof. Han-Louis Meijer wie gewohnt am Flügel saß. Nachdem der CMC und TonArt zum Auftakt das „Patria Oppressa“ aus „Macbeth“ von Giuseppe Verdi unter Heinz-Rolf Fliersbach intoniert hatten, blickte OB Peter Jung auf das Wirken des Chordirektors zurück: „Was der CMC heute ist, hat er Heinz-Rolf Fliersbach zu verdanken“, resümierte Jung. So ging das feierlich-klassische Programm nun unter der Leitung von Artur Rivo und der Moderation von Chorsprecher Bernd Tigges weiter.

Es gab einen Satz aus „Tannhäuser“ von Richard Wagner, gefolgt von „O du holder Abendstern“ von Franz Lizst als Klaviersolo von Han-Louis Meijer. Im weiteren Verlauf hörten die Besucher vier weitere Stücke von Verdi; mal sang der Männerchor „als gemischter Chor“, dann mit den Solisten und schließlich gab An Ji-Hyun mit einem Abschnitt aus „Rigoletto“ ein Sopran-Solo, für das sie ebenso tosenden Applaus erntete, wie Bariton Solist Choi Kong-Seok für den „Torero“ aus „Carmen“ von Bizet. Vor der Pause folgte dann noch der CMC mit dem Chor der Schmiedegesellen aus „Der Waffenschmied“ von Lortzing – hierzu kam sogar ein echter Amboss zum Klingen!

Im zweiten Teil erklangen im prächtigen Großen Saal Töne aus „Der Freischütz“, aber auch ein Solo von Han-Louis Meijer aus „Der fliegende Holländer“. Dazu erzählte Meijer auch aus dem Inhalt und Bernd Tigges schmunzelnd fügte an: Als Holländer müsste Meijer etwas davon verstehen. Nachdem der CMC den „Soldatenchor“ aus der Oper „Margarethe“ intoniert hatte, folgte die bewegende Verabschiedung Fliersbachs. Was vor 43 Jahren in der Knipex-Schmiede begann, endete nun für den 75-Jährigen in der festlichen Stadthalle. Bernd Tigges vermeldete eine stolze Bilanz: So habe der Chordirektor rund 3.440 Stunden plus Sonderproben mit dem CMC gearbeitet, sei rund 300.000 Kilometer gefahren, habe 130 Konzerte im In- und Ausland mit dem Männerchor gegeben.

Man sei viel zusammen gereist und habe vieles gemeinsam erlebt; Tigges: „Jede Probe war wie ein kleines Konzert“, würdigte der CMC-Vorsitzende. Zum Dank ernannte der Cronenberger Chor Heinz-Rolf Fliersbach zum Ehrenchorleiter und überreichte einen massiven Notenschlüssel aus Messing, versehen mit der Gravur: „1969: Chronenberger Männerchor – 2012: Ehrenchorleiter“. Das rührte an und es war spürbar, dass der Abschied nicht nur für Bernd Tigges ein schwerer war, auch für Prof. Han- Louis Meijer ging ein Lebensabschnitt mit einem besonderen Freund zuende. Aber Fliersbach beruhigte: „Ich bleibe dem CMC treu und man wird mich hier noch oft sehen.“

Nach dem würdigen Abschiedskonzert liegen die Geschicke des Cronenberger Renomirchores nun in den Händen von Artur Rivo. Dem CMC, seine zahlreichen Fans aus ganz Wuppertal und Rivo selbst ist mindestens so viel Glück und Geschick zu wünschen, wie es sein Vorgänger Heinz-Rolf Fliersbach erfolgreiche 43 Jahre lang hatte.

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