05.06.2012, 20.57 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Bürgermeister geschockt: Namenstafeln am Ehrenmal gestohlen

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Am Cronenberger Ehrenmal wird alljährlich am Volkstrauertag der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Links und rechts der trauernden Frauenfigur im Vordergrund sind einige der Namenstafeln zu sehen, die nunmehr gestohlen wurden.

„Ich bin tief erschüttert“, zeigt sich Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky geschockt: „Ja, haben die denn vor nichts mehr Respekt?“ Anlass für die Fassungslosigkeit des Dörper Bürgermeisters ist eine Straftat, die sich vermutlich in der Nacht zum heutigen Dienstag, 5. Juni 2012, in der Ortsmitte ereignete: Am Cronenberger Ehrenmal, berichtet Michael-Georg von Wenczowsky, wurden bis auf zwei alle Metalltafeln abgeschraubt und gestohlen. Auf den Tafeln sind die Namen von über 400 Cronenbergern aufgeführt, die im 1. Weltkrieg ihr Leben verloren.

Möglich, dass die Metalldiebe bei ihrem skrupellosen Tun gestört wurden: Eine Tafel an der Frontseite des Ehrenmals wurde zwar zum Teil herausgebrochen, blieb aber an ihrem Platz. Gleiches gilt für die große Metalltafel, die an die im 2. Weltkrieg gestorbenen Cronenberger erinnert – sie blieb vollkommen unversehrt. Insgesamt, schätzt Bezirksbürgermeister von Wenczowsky, wurden 20 Namenstafeln in der Größe von etwa 40 mal 40 Zentimetern gestohlen – dass zum Abtransport ein Fahrzeug genutzt werden musste, dürfte angesichts der Menge an Tafeln wahrscheinlich sein.

Michael-Georg von Wenczowsky, der nach Bekanntwerden des Metall-Diebstahls am heutigen Dienstagnachmittag umgehend die Polizei einschaltete, hofft zwar, dass die Täter gefasst werden können. Für den Fall, dass die Tafeln verschwunden bleiben, bangt der Bezirksbürgermeister nun vor allem, dass damit auch die Namen unwiederbringlich verloren sein könnten; von Wenczowsky: „Ich hoffe, dass die Namen archiviert sind.“

Das Cronenberger Ehrenmal wurde 1927 anlässlich der Jahrhundertfeier der damals noch selbständigen Stadt Cronenberg für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Das Denkmal, an dem am Volkstrauertag alljährlich die offizielle Cronenberger Gedenkfeier stattfindet, erhielt später auch eine Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Hinweise zu dem Metall-Diebstahl nimmt die Polizei unter Telefon 0202-284-0 (Präsidium) oder 247 13 90 (Cronenberg) entgegen.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. CDU Cronenberg, Thomas Gaffkus-Müller
    05.06.2012, 21:44 Uhr   |   Direktlink

    Nun haben wir also buchstäblich „in unserer Mitte“ einen größeren Fall von Metalldiebstahl – und das auch noch an „unserem“ Dörper Ehrenmal !
    Die skrupellosen Diebe interessiert hier sicher „nur“ der Materialwert, der derzeit mit bis zu 650 EUR für 100 kg Bronze aber eben recht hoch ist,
    was solche Gegenstände -aber auch z.B. metallenen Grabschmuck auf Friedhöfen- bei den nach wie vor hohen Metallpreisen ungeheuer attraktiv macht.
    Der Ideelle Wert bzw. Schaden ist natürlich -wie auch in diesem Fall- weitaus höher bis unbezifferbar. Hier traf es nun etwas buchstäblich für Alle „Sichtbares“,
    aber auch unsere Metallbetriebe und andere Unternehmen, die auf offenen Flächen Metallgegenstände oder Schrott lagern, wissen ein Lied davon zu singen,
    nur daß diese Fälle meistens nicht öffenttlich werden. Umso wichtiger ist es, daß solche Straftaten nicht nur aufgeklärt,
    sondern eben auch wirkungsvoll verhindert werden. Hier hat konkret natürlich auch die Lage des Ehrenmals und der derzeitige Zustand, was den Bewuchs in der Nähe angeht,
    diese Tat begünsigt. Neben einer besseren „Sichtbarkeit“ und Vermeidung von „dunklen Ecken“ durch entsprechenden Schnitt der Bäume und Sträucher fordert die Cronenberger CDU gerade
    an solchen kritischen Orten, wozu auch die Friedhöfe und andere „attraktive“ Stellen in Cronenberg zählen, verstärkte Präsenz des städtischen Ordnungsdienstes und der Polizei.
    Die Verwaltung ist aufgefordert hier zu handeln, zum Schutze des Gemeineigentums, bevor uns das nächste Stück „Erinnerung“ abmontiert wird…..
    Thomas Gaffkus-Müller, CDU Stadtbezirksverband Cronenberg

  2. Tombrowski
    07.06.2012, 12:26 Uhr   |   Direktlink

    Der Platz um das Ehrenmal einschließlich Borner Quelle zeigt jedem Spaziergänger überdeutliche Spuren von vermutlich regelmäßig stattfindenden Bacchanalen. Warum wird so etwas nicht ordnungspolizeilich unterbunden und empfindlich bestraft? Hier sind alle Politiker gefragt und in der Verantwortung.
    Der sogenannte Städtische Ordnungsdienst scheint mir höchstens bis zum Elberfelder Küllenhahn wirksam zu werden.

  3. Martin
    08.06.2012, 22:22 Uhr   |   Direktlink

    Wie oft soll denn der Ordnungsdienst oder die Polizei da nachschauen? Länger als eine Stunde wird es bestimmt nicht gedauert haben, die Platten dort mit entsprechendem Werkzeug und ohne Rücksicht auf Verluste abzubrechen. Da jetzt nach mehr Polizei zu rufen, ist reiner Politikerreflex. Wir haben was getan. Ehrlich betrachtet muss man aber feststellen, dass man da ohne Rund-um-die-Uhr-Bewachung nichts machen konnte. Auch nicht mit kürzeren Bäumen.
    Was man beim Wiederaufbau (den sich die Stadt hoffentlich nicht spart) bedenken sollte:
    – Keine Bronze mehr verwenden, sondern normalen Stahl mit korrosionsbeständiger Beschichtung. Falls man da etwas nimmt, das Bronze sehr ähnlich sieht, sollte man ggf. einen Hinweis anbringen („Diebstahl lohnt nicht, Schrottpreis nur xx Euro)
    – Innerhalb der Tafeln ggf. einen Sender anbringen, um die Position der Tafeln und damit der Diebe bei einem Diebstahl orten zu können (solche Systeme gibt es schon lange für Baumaschinen, LKW-Anhänger usw.)
    – Möglichkeiten einer besseren Befestigung prüfen (ohne dass ich die jetzige Befestigung kenne): Unlösbare Schrauben, mehr Schrauben, gute/flächige Verklebung o.ä.

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