13.06.2012, 09.00 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kein „Problem“: Ausgebüxte Schafe dürfen frei bleiben

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Im Bild, das uns Martin Huelsmann (www.kamerunschaf.de) freundlicherweise zur Verfügung stellte, ist eine "Kamerunschaf-Familie" mit Vater (Bock) Mutter (Aue) und je einem männlichen und weiblichen Lamm zu sehen. Die Gruppe ist in der Urfärbung, die als braunmarkenfarbig bezeichnet wird. Inzwischen gibt es daneben Züchtungsformen in schwarz, weiß und auch gescheckte Tiere.

Vor sechs Jahren sorgte „Problembär“ Bruno in Bayern für Aufsehen, im letzten Jahr machte die ausgebüxte Kuh „Yvonne“ wochenlang Schlagzeilen – hat nun auch das CW-Land tierische Schlagzeilen-Lieferanten? Die beiden Schafe, die Mitte April 2012 in Sudberg entfleuchten (die CW berichtete) und über die Landstraße 74 trabten, sind jedenfalls immer noch in Freiheit.

Das berichtet der Leiter des Wuppertaler Ordnungsamtes gegenüber der CW. Michael Wolff heißt er, und auch wenn sein Name aus Schafe-Sicht bedrohlich klingt, konnten die Mitarbeiter des Wuppertaler Ordnungsdienstes die flüchtigen Vierhufer, die im Bereich zwischen Kohlfurth und Burgholz vermutet wurden, nicht wieder einfangen. Und das werden die städtischen Ordnungshüter auch nicht mehr versuchen: „Die Schafe sind aus ordnungsbehördlicher Sicht kein Thema mehr“, erläutert Michael Wolff: Laut Experten seien die Tiere mittlerweile verwildert und hielten sich fern von Menschen und Straßen; Michael Wolff: „Sie sind wie freilaufende Rehe keine Gefahr für die öffentliche Ordnung.“

Aber eine exotische Bereichung für die heimische Fauna: Kamerunschafe stammen ursprünglich aus Afrika – damit passen sie bestens ins Burgholz, dessen Arboretum ja um die 130 Baumexoten aus fremden Ländern aufweisen kann. Zumal die bis zu 70 Zentimeter großen und bis zu 50 Kilo schweren Tiere auch als „Landschaftspfleger“ gelten, sind sie zudem vielleicht sogar ein Gewinn für die Cronenberger Tierwelt. Eine Eigenschaft benötigen die Kamerunschafe, die übrigens keine Wolle im eigentlichen Sinne besitzen und somit auch nicht geschoren werden müssen, allerdings hierzulande eher nicht: In der freien, regenreichen Cronenberger Wildbahn dürfen sie ruhig einen über den Durst trinken – üblicherweise saufen Kamerunschafe nur 0,3 Liter Wasser pro Tag.

Nicht wundern dürfen sich Spaziergänger, wenn ihnen nächstes Jahr vielleicht schon eine Kleinherde über den Weg trabt: Ein Kamerunschaf kann bis zu drei Lämmer pro Jahr bekommen. „Vor einigen Jahren sind auch hier einige Kamerunschafe entlaufen und haben sich dann in einem weitläufigen Waldgebiet recht rasant vermehrt“, berichtet Experte Martin Huelsmann (www.kamerunschaf.de) aus der Gemeinde Ankum im Landkreis Osnabrück gegenüber der CW: „Schon nach ein paar Jahren waren es um die zwanzig Tiere geworden.“

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Martin
    13.06.2012, 18:59 Uhr   |   Direktlink

    „Vor einigen Jahren sind auch HIER einige Kamerunschafe entlaufen(…)“
    Liebe CW, hier wäre es doch sinnvoll, auch zu schreiben, wo denn „hier“ ist, oder?

    Eine der seltenen CW-Inkorrektheiten, ansonsten lese ich Ihre Artikel immer wieder gerne, die sich qualitativ meilenweit positiv von dem abheben, was die kostenlosen Blätter anderer Städte so zu bieten haben.

  2. Redaktion
    14.06.2012, 09:34 Uhr   |   Direktlink

    Lieber Herr Martin…,

    Sie haben Recht, das „hier“ hätten wir auflösen können. Damit gemeint ist die Gemeinde Ankum im Landkreis Osnabrück, wo Schafe-Experte Martin Huelsmann zu Hause ist.

    Danke für Ihre Anregung und schönen Gruß,

    Ihre CW-Redaktion

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