18.07.2012, 10.47 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Open-Air-Treffs: „Unten kürzen, oben jammern geht nicht!“

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"Im Tal kürzen und auf der Südhöhe dann jammern", diese Praxis werfen Paul-Yves Ramette (li.) und Peter Vorsteher der CDU Cronenberg vor, nachdem die Dörper Christdemokraten im Zusammenhang mit neuerlichen Treffs an der Fliegerwiese nun mehr "aufsuchende Jugendarbeit" forderten.

Nach der jüngsten „Vermüllung“ eines Kinderspielplatzes in Sudberg sowie rund um eine Bank in der Nähe der sogenannten „Fliegerwiese“ und den Zerstörungen in einem Feld durch einen Treff von Jugendlichen (die CW berichtete) hat die CDU nun einen Antrag in die Bezirksvertretung Cronenberg eingebracht. Darin werden der Rat der Stadt und die Verwaltung zum einen gebeten, „verstärkt aufsuchende Jugendarbeit im Stadtbezirk Cronenberg zu installieren“; die Finanzmittel dafür sollen innerhalb des Jugendressorts „freigeschaufelt“ werden. Darüber hinaus wünscht die CDU eine enge Zusammenarbeit der Ordnungsbehörden.

Die Dörper Christdemokraten begründen ihren Initiative damit, dass Jugendliche vielfach überhaupt keine Jugendeinrichtungen mehr besuchten und dadurch gar nicht im Blickwinkel der Jugendhilfe seien. Entsprechend dem Grundsatz: „Den Jugendlichen dort abholen, wo er steht“, sollten daher „Streetworker“ die Jugendlichen an ihren „freien“ Treffs, wie auf der grünen Wiese in Sudberg, aufsuchen. Zudem, so stellt die CDU fest, fehlten in Cronenberg Projekte der Jugendhilfe, wie zum Beispiel „Basketball bei Nacht“,  völlig.

„Das ist scheinheilig“, kommentieren die Cronenberger Grünen-Stadtverordneten Paul-Yves Ramette und Peter Vorsteher den CDU-Antrag: „CDU im Rat und im Stadtbezirk Cronenberg reden mit gespaltener Zunge.“ Die Grünen-Ratsherrn begründen ihre Kritik mit dem Personalabbau, der im Zuge des städtischen Sparpakets von der CDU/SPD-Ratsmehrheit auch im Ressort Kinder, Jugend & Familie verabschiedet worden sei. Rund zwölf Stellen, so berichten Paul-Yves Ramette und Peter Vorsteher, würden im Zuge des vor der Sommerpause verabschiedeten Sparpakets bis 2014 im Jugend-Ressort eingespart, weitere fünf Stellen seien bereits im Jahre 2010 gestrichen worden.

„Was im Rat von der CDU/SPD-Mehrheit beschlossen wird, hat Konsequenzen“, kritisieren die beiden Dörper Stadtverordneten: „Wir haben das kommen sehen!“ Daher, so erläutern Paul-Yves Ramette und Peter Vorsteher, habe man CDU/SPD im Rat der Stadt auch vorgeschlagen, die geplanten Kürzungen im Sozial- und Grünflächen fallen zu lassen und statt dessen die Gewerbesteuer um zusätzliche vier Punkte über den Verwaltungsvorschlag hinaus anzuheben. Das habe die CDU/SPD-Mehrheit aber abgelehnt –  „dann muss man auch mit den Folgen rechnen“, so die Grünen-Politiker.

Das Problem der Jugendlichen-Treffs an der Sudberger Fliegerwiese oder auch am Ehrenmal, am Schulzentrum, am Eskesberg, auf der Hardt sowie am Ascheweg in Ronsdorf ist auch nach Ansicht von Paul-Yves Ramette und Peter Vorsteher nicht durch Polizei und Ordnungsdienst zu lösen; ebenso wie die Cronenberger CDU halten auch die Grünen-Politiker den Einsatz von „Streetworkern“ für sinnvoll: „Verbote und Polizei lösen keine gesellschaftlichen Probleme“, glauben Ramette und Vorsteher, „wir müssen vielmehr Alternativen aufzeigen und die Jugendlichen dabei mitnehmen“. In diesem Zusammenhang erinnern die Grünen-Politiker an einen Beschluss der Bezirksvertretung Cronenberg bereits vom Juni 2010, mit dem die BV die Aufnahme in ein Präventionsprogramm „Alkohol- und Drogenprobleme“ beantragte – „Was ist überhaupt daraus geworden – wir haben nichts mehr davon gehört?“, fragen Ramette und Vorsteher. Zugleich regen sie an, dass die Bezirksvertretung gemeinsam mit dem Stadtjugendrat nach Lösungen für „Open Air-Treffs“ sucht – „wir sind bereit dazu, mit den anderen Fraktionen eine gemeinsame Linie festzulegen!“

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