07.08.2012, 12.20 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

0 Kommentare

„Küllenhahner Kooperation“: Das Abitur in neun Jahren

Artikelfoto

Arbeiten noch enger zusammen, um (Küllenhahner) Realschülern den Weg zum Abitur zu ebnen: Realschul-Leiter Hartmut Eulner und sein CFG-Kollege Karl W. Schröder (re.)

Im Juli 2011 schlossen die damalige rot-grüne Minderheitsregierung und die CDU den so genannten „Schulkonsens“ in NRW; die „Einheitsschule“ war damit vom Tisch. Wichtigste Neuerung des neuen Schulsystems, das mindestens bis 2023 Bestand haben soll, ist die neue Sekundarschule: Diese soll ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler in den Klassen 5 und 6 ermöglichen, ab Klasse 7 ist integriertes Lernen weiter möglich. Die neue Schulform soll mit Gymnasien beziehungsweise Gesamtschulen kooperieren, daneben soll es in NRW auch weiter Realschulen und Hauptschule geben.

Einen besonderen Weg im Rahmen dieses NRW-Schulkonsenses gehen bereits ab dem kommenden Schuljahr das Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) und die Friedrich-Bayer-Realschule (FBR): Ob bei der Hausordnung, in Sachen Mensa oder auch beim Unterhalt der Schulbibliothek – die beiden Nachbarn im Schulzentrum Süd arbeiten ohnehin schon eng zusammen, ab 22. August 2012 wird diese Zusammenarbeit nun noch intensiviert. Und zwar zum Wohle aller Bayer-Realschüler, die das Abitur anpeilen: Durch diverse Kooperationsmaßnahmen und – angebote der beiden Schulen sollen die Küllenhahner Realschüler zukünftig besser denn je auf den Übergang in die Oberstufe vorbereitet werden, das Ziel dabei: das Abitur in neun Jahren.

Einmalige Kooperation im Regierungsbezirk

Zumindest im Regierungsbezirk Düsseldorf, vielleicht sogar in ganz NRW ist eine derartige Kooperation einmalig, CFG-Leiter Karl W. Schröder und sein FBR-Kollege Hartmut Eulner können auf CW-Nachfrage jedenfalls keine ähnliche Kooperation benennen: „Wir hätten gerne auf Erfahrungen zurückgegriffen“, sagt Hartmut Eulner: „Diese Kooperation gibt uns die Chance, noch besser auf den Elternwillen einzugehen.“ Und das Elternziel lautet zunehmend „Abitur“: „Der Elternwille hat sich stark gewandelt“, berichten die beiden Schulleiter im Schulzentrum Süd: „Der Trend geht eindeutig zur Qualifikation, zum Abitur.“ Dabei, so betonen Hartmut Eulner und Karl W. Schröder, sei  das Gymnasium nicht „der Königsweg“, es gehe auch über Gesamtschule oder Kollegs zum Abitur.

„Und jetzt noch besser über die Realschule“, unterstreicht Hartmut Eulner. Wobei:  Schon bislang gingen 54 Prozent der Absolventen der Friedrich-Bayer-Realschule in die Sekundarstufe II über, weiß der FBR-Leiter; 60 Prozent davon schaffen das Abitur – ob am Fuhlrott-Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Kolleg. Mit Hilfe der Küllenhahner Kooperation soll die ohnehin schon Spitzenquote noch weiter verbessert werden; vor allem ist das Angebot „Abi in neun Jahren“ auch ein Signal an die Eltern, das da lautet: Die „Kardinalfrage“ Gymnasium oder Gesamtschule stellt sich nicht mehr zwangsläufig zum Übergang auf eine weiterführende Schule – die Friedrich-Bayer-Realschule geht auch – mehr denn je!

Bayer-Realschüler können CFG-AGs besuchen – und umgekehrt!

Dass es sich bei der Zusammenarbeit um eine „Werbe-Maßnahme“ für die beiden Küllenhahner Schulen handeln könnte, verneinen die Schulleiter: Weder Bayer-Realschule noch Fuhlrott-Gymnasium haben Schüler-Sorgen, auch zum kommenden Schuljahr vermelden beide Schulen wieder die höchsten Anmeldezahlen Wuppertals – „wir sind voll!“, bringt es Karl W. Schröder auf den Punkt. Vielmehr, so betonen Eulner und Schröder, gehe es bei der neuartigen Kooperation darum, die Kooperationsmöglichkeiten, welche das gemeinsame Haus „Schulzentrum Süd“ biete, noch intensiver auszuschöpfen. Ganz konkret bedeutet die Küllenhahner Kooperation, dass sich die Arbeitsgemeinschaften des Fuhlrott-Gymnasiums ab 22. August 2012 für die Realschüler öffnen werden.

Der Weg zum Abitur: Einjährige Einführung,
dann zwei Jahre Qualifizierungsphase

Ob Astronomie, Fremdsprachen, Theater oder CFG-Big Band – überall werden die Bayer-Realschüler ab der Klasse 5 mit „einstimmen“ können. Allerdings ist die Kooperation keine Einbahnstraße: Genauso können die CFG-Schüler an Angeboten der FBR teilnehmen, ein besonderen Pfund, mit dem die sportbetonte Realschule wuchern kann, ist – neben der Musik oder den Fremdsprachen – die Sport-Förderung im Tagesinternat, auf das schon Schwimm-Star Christian vom Lehn ging. Realschul-Absolventen, die das Abitur nach neun Jahren anstreben, absolvieren am Fuhlrott-Gymnasium zunächst eine „Einführungsphase“ mit Brücken- beziehungsweise Vertiefungskursen, an die sich eine zweijährige „Qualifizierungsphase“ anschließt. Einher damit geht ein fachlicher Austausch der Gymnasial- und Realschullehrer, der auch Hospitationen im Unterricht sowie die schulübergreifende Teilnahme an Fachkonferenzen beinhaltet.

Das Küllenhahner Signal lautet: Dank der Kooperation kann noch besser auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder eingegangen werden; Karl W. Schröder und Hartmut Eulner abschließend: „Wer Abitur machen möchte, muss nicht unbedingt aufs Gymnasium gehen – wir wollen ermöglichen, dass die Kinder beide Wege gehen können!“

Den Artikel teilen:

Lesermeinungen zu diesem Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Veröffentlichte Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bitte achten Sie bei Ihrer Meinungsäußerung unbedingt auf einen respektvollen Umgang anderen gegenüber. Beleidigungen, werbliche Einträge sowie Kommentare ohne Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht.