25.08.2012, 17.39 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Horst Danzeglocke: Dramatisches Aus des Paralympics-Traums

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Ein Bild aus besseren Tagen: Horst Danzeglocke (hi. li.) mit den Wuppertaler Schwimmstars Sarah Poewe und Christian vom Lehn im Schwimmsport-Leistungszentrum Küllenhahn. Foto: privat

Bevor sie überhaupt begonnen haben, ist der Traum von den 14. Paralympics 2012 für Horst Danzeglocke schon ausgeträumt: Wie die CW jetzt erfuhr, erlitt der ehemalige deutsche Klasse-Schwimmer und heutige Schwimmtrainer bereits in der vergangenen Woche einen Schlaganfall. In diesen Tagen wollte Horst Danzeglocke eigentlich zu den Paralympics nach London aufbrechen, die am 29. August 2012 feierlich eröffnet werden. Und zwar nicht nur um seinem Schützling, der Freistil-Schwimmerin Tanja Gröpper, bei ihrem Griff nach Edelmetall die Daumen zu drücken; der 59-Jährige sollte auch das paralympische Jugenddorf mit leiten.

„Ich hatte mich so gefreut“, sagt Horst Danzeglocke im Telefongespräch vom Krankenbett im Herzzentrum Arrenberg aus gegenüber der CW; trotz der Trauer über die im wahrsten Sinne mit einem Schlag beendeten Olympia-Träume, Horst Danzeglocke scheint Glück im Unglück gehabt zu haben: Die notwendigen medizinischen Schritte nach dem Schlaganfall konnten rechtzeitig eingeleitet werden, unter anderem wurde Danzeglocke auch ein Blutgerinnsel entfernt, sodass sich die Lähmungserscheinungen in Grenzen halten. Horst Danzeglocke gibt sich zuversichtlich, nach der Reha wieder „der Alte“ zu sein: „Ich befinde mich schon wieder auf dem Wege der Besserung“, so der 59-Jährige Schwimmpädagoge kämpferisch. Ein halbes Jahr, so sagt Horst Danzeglocke, könne es dauern, bis er vielleicht wieder am Beckenrand im Freibad Neuenhof stehen kann.

Vom Krankenbett aus wird Horst Danzeglocke, der für sein Engagement im Behindertensport sowie in der Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen auch in NRW mit einem „Stern des Sports“ geehrt wurde, nun so hautnah wie möglich verfolgen, wie sich Tanja Gröpper bei ihren Starts im olympischen Aquatics Centre schlagen wird. Die querschnittsgelähmte Top-Schwimmerin wird über 50, 100 und 400 Meter Freistil antreten, in ihren Paradedisziplinen über 50 und 100 Meter hat die Danzeglocke-Schwimmerin Medaillen-Chancen. Ebenso wird auch Nachwuchstalent Hannes Schürmann vom SV Neuenhof wie geplant nach London reisen, um am paralympischen Jugenddorf teilzunehmen – „es muss ja auch ohne mich weitergehen“, sagt Horst Danzeglocke am Telefon; in Gedanken wird er aber gewiss so oft nach London reisen, wie es ihm möglich ist.

Und auf der anderen Seite sind sicherlich auch viele CW-Leser in Gedanken bei Horst Danzeglocke und drücken ihm die Daumen, dass er wieder ganz gesund wird und man ihn baldmöglichst schon wieder am Beckenrand im Freibad Neuenhof sehen kann – auch wenn er dann stets ein/zwei Bahnen für seine Schützlinge belegt… Gute Besserung, Horst Danzeglocke, Rio de Janeiro 2016 ruft!

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