02.10.2012, 12.15 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Mehrgenerationenhaus statt einer Denkmal-Ruine

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Es verfällt seit Jahren: Auf dem Grundstück dieses altbergischen Hauses und einer dahinter gelegenen Fabrik soll das Mehrgenerationenhaus Cronenberg entstehen.

Wie berichtet, plant der „Verein Lebendiges Wohnen an der Wupper“ ein Mehrgenerationenhaus in Cronenberg. Nun stellte die „Wohngruppe Ginkgo“ das zweite Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Wuppertal mit einer Info-Aktion vor dem „Zentrum Emmaus“ erstmals der Öffentlichkeit vor. Die vielen Interessierten, die zur Freude des Vereins an den Info-Stand kamen, erfuhren dabei auch, wo in Cronenberg das Mehrgenerationenhaus entstehen soll: in der Schorfer Straße 17/19.

Obwohl es unter Denkmalschutz steht, verfällt hier seit Jahren zusehends ein altbergisches Schieferhaus. Längst ist das Gebäude so stark geschädigt, dass es aus der Denkmalliste gestrichen und abgerissen werden kann – die Projekt-Gruppe besitzt nach eigenen Angaben jedenfalls eine Kauf-Option. Auf der Fläche des Hauses und einer dahinter liegenden ehemaligen Fabrik, alles zusammen ein insgesamt rund 2.000 Quadratmeter großes Areal, will der Verein etwa 17 barrierefreie Wohnungen, alle mit Balkon oder Terrasse, bauen. Das Projekt beinhaltet zudem ein Gemeinschaftshaus, ein Gemeinschaftsdachgarten mit Spielflächen und eine Gästewohnung, die Freunden und Verwandten als Übernachtungsmöglichkeit dienen soll. „Selbstverständlich ist eine zeitgemäße Energieeffizienz und Ausstattung der 17 vorgesehenen Wohnungen“, erläutert Hans-Werner Riemann von der Ginkgo-Projektgruppe; zudem ist an ein Car-Sharing-Modell gedacht.

Positives Echo bei Interessierten und Investoren

Das Projekt soll gut in die alte und zum Teil denkmalgeschützte Bebauung der Schorfer Straße eingebunden werden, verspricht der Vertreter Ginkgo-Projektgruppe: Die Vorplanung des beauftragten Architekten Ulrich Frantz sei ebenso bei den Interessierten wie auch bei den ebenfalls erschienenen Privat-Investoren aus Essen jedenfalls auf ein gutes Echo gestoßen. „Positiv aufgenommen wurde, dass ein Grundstück mitten im Cronenberger Zentrum mit einem seit langem verfallenden Haus und der dahinter liegenden Fabrik wieder genutzt würde und einen neuen Attraktivitätspunkt schafft“, berichtet Hans-Werner Riemann weiter. Auch dass auf den Zuschnitt und die Ausstattung der persönlichen Wohnung noch Einfluss genommen werden kann, habe bei den Interessenten Anklang gefunden.

Zuwegung: Vorbehalte in der Bezirksvertretung Cronenberg?

Nach Worten von Hans-Werner Riemann ist nun die Stadt am Zug: Eine Bauvoranfrage zu dem Mehrgenerationen-Projekt sei eingereicht; bevor die Planung weitergehen kann, müsse man nun den Entscheid der Stadt abwarten. „Je nach weiterem Verlauf könnte der Baubeginn in 2013 und die Fertigstellung im vierten Quartal 2014 sein“, erläutert Hans-Werner Riemann den Zeitplan. In der Bezirksvertretung Cronenberg, wo das Vorhaben im nicht-öffentlichen Teil der Oktober-Sitzung präsentiert wurde, wurde das Projekt nach CW-Informationen indes vor allem bei der CDU-Fraktion zurückhaltend aufgenommen worden. Der Grund: Die Hauptandienung des Mehrgenerationen-Hauses soll rückseitig, über die Hofschaft Unterkirchen erfolgen. Den hier bestehenden schmalen Asphaltweg will die „Wohngruppe Ginkgo“ zwar auf eigene Kosten aufweiten; weil die Zuwegung aber entlang des dortigen Bolzplatzes sowie Skater- und Spielplatzes Unterkirchen führt, gibt es aber offenbar Vorbehalte bei Teilen des Cronenberger Stadtteilparlaments.

Derweil sucht die derzeit 14 Mitglieder starke Gruppe, die Hälfte davon aus Cronenberg, für ihr generationsübergreifendes Projekt noch Mitstreiter: „Insbesondere die jüngere Generation mit Kindern ist bisher noch schwach vertreten“, hofft Hans-Werner Riemann, dass sich noch weitere Interessierte melden. Der Kontakt zu Hans-Werner Riemann ist unter Telefon 0202-262 13 80 oder per E-Mail unter cronenberg @lewowu.de möglich. Die Info-Veranstaltung endete übrigens mit einer Lesung der bekannten Wuppertaler Schauspielerin Ingeborg Wolff: Launig begeisterte die Schirmherrin des Wuppertaler Mehrgenerationen-Vereins ihr Publikum im Zentrum Emmaus mit Tiergedichten von Loriot, Heinz Erhard, Eugen Roth und anderen namhaften Dichtern.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Frank Lieven
    23.07.2015, 11:54 Uhr   |   Direktlink

    Sehr geehrte Herren,
    sehr geehrte Damen,

    ein Mehrgenerationen Haus ist eine gute Sache wenn die Parteien zusammen passen. Das Prinzip der Übergreifenden Pflege kann hier praktiziert werden. Gegenseitiges Betreuen durch die Gegenwart anderer Menschen und Generationen ist automatisch gegeben.
    Der Nachteil ist das oft nur besser Betuchte diese Wohn- und Lebensform für sich umsetzen können.

    Ich würde gerne mit den Initiatoren dieser Idee in Kontakt treten, meine E-Mail Adresse liegt vor, meine Telefonnummer lautet: 01712234292.

    Ich freue mich bald von Ihnen zu hören.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Lieven

  2. Carmen
    26.07.2015, 14:42 Uhr   |   Direktlink

    Hallo, ich weis das dieser Artikel von 2012 ist aber mich würde mal Interessieren ob dieses Projekt, wie oben Beschrieben nun gebaut wird oder was dort passiert ?

    Ich habe gehört das diese Ruine nun abgerissen wird aber ich möchte gerne wissen ob dies nun passiert oder was und wann dort gebaut wird da wir im November in die Strasse ziehen. Lg Carmen

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