05.11.2012, 16.11 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Marc Berenbeck: Zusammenbruch im kleinen EM-Finale

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Schock für das deutsche Rollhockey: Marc Berenbeck erlitt an der Bande einen Herzstillstand, konnte zum Glück aber wiederbelebt werden.

Dass die deutsche U 20-Nationalmannschaft nach 18 Jahren mal wieder mit einer Bronze-Medaille von einer Rollhockey-Europameisterschaft zurückkehrte, geriet zur Nebensache: Das Hauptthema bei der EM im französischen St. Omer war vielmehr der Gesundheitszustand von Marc Berenbeck: Der Nationaltrainer aus Cronenberg und ehemalige Torhüter des RSC Cronenberg erlitt während des kleinen Finals gegen Gastgeber Frankreich einen Zusammenbruch.

Das Drama an der Bande ereignete sich in der 30. Minute: Nachdem Lucas Karschau zuvor per Penalty zum 2:2 ausgeglichen hatte, schafften die Franzosen postwendend die erneute Führung. Marc Berenbeck nahm daraufhin eine Auszeit, in dessen Verlauf der Cronenberger plötzlich zusammenbrach. Zwei französische Turnierärzte kümmerten sich sofort intensiv um den 36-Jährigen; nach knapp fünf Minuten des Bangens stand der deutsche Headcoach wieder und die geschockten Spieler und Zuschauer atmeten erleichtert auf. Unter dem Applaus der Zuschauer wurde Marc Berenbeck anschließend ins Krankenhaus verabschiedet.

Nach dem Spielabbruch verabschiedeten sich die Mannschaften Arm in Arm

Von den beiden Mannschaften, die sich in der Zwischenzeit in ihren jeweiligen Kabinen aufgehalten hatten, kehrten zunächst die Deutschen zurück, wenig später waren auch die Franzosen wieder da. Zwar war das Berenbeck-Team bereit, die Partie zu Ende zu spielen; nach einer Beratung zwischen den Spielern, Verantwortlichen und Vertretern des europäischen Verbandes wurde aber entschieden, die Partie ohne Sieger zu beenden und Bronze an beide Nationen zu vergeben. Arm in Arm verabschiedeten sich deutsche und französische Spieler schließlich vom Publikum.

Team-Manager Henke: Verneigung vor den Franzosen!

Die Bereitschaft der Franzosen wurde von der deutschen Delegation als „große Geste“ aufgenommen: „Es war der ausdrückliche Wunsch der französischen Mannschaft“, berichtete der deutsche Team-Manager Ralf Henke, dass das deutsche Team zunächst die Partie für ihren Trainer weiterspielen wollte. „Aber so ist es auf jeden Fall besser, denn die Jungs hatten sicher noch gar nicht richtig realisiert, dass die Lage ziemlich ernst war“, bescheinigte Ralf Henke den Franzosen „großes Fairplay“: „Dafür verneige ich mich ganz tief“, so Henke weiter.

„Der Arzt hat ihm das Leben gerettet!“

Wie Lebensgefährtin Petra Urspruch berichtet, erlitt Marc Berenbeck in dem Bronze-Spiel einen Herzstillstand: „Er hat ganz großes Glück gehabt, dass ihn ein Arzt zurückholen konnte – er hat Marc das Leben gerettet“, so Petra Urspruch am heutigen Montagnachmittag, 5. November 2012, am Telefon gegenüber der CW. Aktuell, so Petra Urspruch weiter, befindet sich Marc Berenbeck in einem Krankenhaus in der französischen Stadt Lens: „Es geht ihm so weit gut, er weiß alles.“ Gemeinsam mit ihr soll Marc Berenbeck noch am heutigen Montag zurück nach Wuppertal in ein Krankenhaus transportiert werden.

Das CW-Team und sicherlich auch die CW-Leserschaft drücken Marc Berenbeck ganz fest die Daumen, dass er schon bald wieder auf den Beinen ist und an der Bande stehen kann – ob als Nationaltrainer oder als Coach des RSC-Rivalen ERG Iserlohn!

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