17.01.2013, 12.57 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Das TiC-Theater zieht auch im Jahr 2013 wieder alle Register

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Haben sich wieder eine attraktive Mischung fürs neue TiC-Spieljahr einfallen lassen: Stefan Hüfner (li.) und Ralf Budde, die beiden Geschäftsführer des "Theaters in Cronenberg".

Es ist alles dabei: Freud und Leid, Musik und Spannendes, Leichteres und Schwereres, Klassisches und Modernes – der Spielplan 2013 des „Theaters in Cronenberg“ (TiC) zieht alle Register. „Bühne frei…“ heißt es dazu zwar erst am 22. Februar 2013, wenn das Cronenberger Theater sein neues Spieljahr beinahe traditionell mit einem Krimi einläutet; am vergangenen Freitag, 11. Januar 2013, gewährten die TiC-Geschäftsführer Ralf Budde und Stefan Hüfner aber schon einmal einen kleinen Blick hinter den Vorhang des Spieljahres 2013, indem sie vorstellten, was das Cronenberger Theater in den kommenden zwölf Monaten so alles vor hat.

Zuvor ein Blick zurück: Konkrete Zahlen zum TiC-Jahr 2012 wollten Ralf Budde und Stefan Hüfner mit Verweis auf die kommende Bilanz-Vorstellung im Frühjahr durch den TiC-Beirat nicht nennen. Aber: Sie seien zufrieden, verrieten Budde und Hüfner auf CW-Nachfrage; das letztjährige Spieljahr habe an die Erfolgsjahre zuvor angeknüpft: „Das TiC hat sich auf einem gewissen Niveau stabilisiert“, so Stefan Hüfner. Trotz neuerlicher „Experimente“ und „Risiko-Stücke“ wie der Online-Komödie „Gut gegen Nordwind“ oder dem Kleist-Klassiker „Der zerbrochne Krug“ – auch 2012 bescherte das Publikum den Dörper Bühnen keine Bauchlandung. Bestätigung für das erfolgreiche Leitungstandem des TiC-Theaters, Grund genug, den Spagat zwischen „Risiko“ und Anspruch beziehungsweise einem gewissen Erfolgsdruck, dem das kleine Privattheater unterworfen ist, ein weiteres Jahr zu versuchen. Zumal: „Wir wollen auch für unser Ensemble neue Anreize schaffen“, sagt Stefan Hüfner zum Spielplan 2013: „Das versuchen wir hier.“

Edgar Wallace-Grusel zum Start des TiC-Jahres 2013

Für die erste Premiere 2013 trifft das nicht unbedingt zu: Mit Krimis startet das TiC seit Jahren in sein jeweils neues Spieljahr, der Edgar Wallace-Klassiker „Das indische Tuch“ setzt diese TiC-Reihe fort. „Es gibt Besucher, die nur das sehen“, weiß Ralf Budde, der den Wallace-Krimi inszeniert. Das TiC habe damit sogar einen Trend gesetzt; Ralf Budde: „Kriminalstücke auf die Theaterbühne zu bringen, hat sich auch an anderen Bühnen durchgesetzt.“ Und auch „Das indische Tuch“ wird ab 22. Februar 2013 für Spannung und Spaß in der Borner Straße sorgen, verspricht Regisseur Ralf Budde: „Allein, wenn man an den Wallace-Grusel und Klaus Kinski denkt…“, so Budde zum neuen TiC-Krimi.

Als „Experiment“ geht auch nicht unbedingt die zweite Premiere 2013 im TiC durch: Am 21. April 2013 wird im TiC-Atelier Unterkirchen mit „Hairspray“ ein Musical-Hit Premiere feiern. „Hairspray“ heimste jede Menge Preise ein, gilt als eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten und wurde allein bei seiner Aufführung im Musical Dome zu Köln von fast 300.000 Zuschauern gesehen – mal schauen, wie viele Dosen Haarspray die TiC-Inszenierung leert, die von Musical-Star Patrick Stanke auf die Bühne gebracht wird. „Wir freuen uns sehr darauf“, blicken Ralf Budde und Stefan Hüfner auf den 21. April: Und wir freuen uns, dass Patrick Stanke wieder die Zeit gefunden hat.“

Der TiC-Frühling: Musical-Hit, chaotische Farce,
Liebe per Brief und ein „Nachschlag“ von „My fair Lady“

Die Lizenz zum Erfolg dürfte auch die dritte Premiere 2013 haben: Gast-Regisseur Thomas Gimbel wird am 3. Mai 2013 mit der Farce „Der nackte Wahnsinn“ Premiere feiern. „Das ist ein Ensemble-Stück“, verrät Ralf Budde: „Jeder Schauspieler hat seine kleine Macke – sie ärgern sich auf der Bühne und im zweiten Teil dahinter.“ Bände spricht die Besetzung der Verfilmung: John Cleese („Monthy Phyton“), Rowan Atkinson („Mr. Bean“) und Whoppi Goldberg („Sister Act“) wirkten 2001 in „Der nackte Wahnsinn“ mit – wenn das nicht den Mund wässrig macht…

Nach der Wiederaufnahme von „My fair Lady“, das ab Mai noch einmal in der ursprünglichen Erfolgs-Besetzung im TiC-Atelier zu erleben sein wird, folgt im Juni die nächste „echte“ Premiere: Der Regisseur steht zwar noch nicht fest, klar ist aber, dass dann „Love Letters“, im TiC-Mutterhaus an der Borner Straße auf die Bühne kommen wird. In dem Stück geht es um eine Frau und einen Mann, die nicht zueinander finden, aber ihr Leben lang einen Briefwechsel miteinander unterhalten – insofern eine „Fortsetzung“ des Themas von „Gut gegen Nordwind“, das im vergangenen Spieljahr ja bestens vom TiC-Publikum aufgenommen wurde.

Unterhaltsam-schöner TiC-Sommer und bunter Theater-Herbst

Als Sommerstück kommt im Juli  die „echte Komödie“ „Der letzte der feurigen Liebhaber“ auf die Bühne; die Berlinerin Julia Penner nimmt dazu einmal mehr auf dem Regiestuhl im TiC Platz. Selbst wenn der Bergische Sommer „top“ werden sollte, „das Sommerstück hat sehr gute Chancen“, zeigt sich Ralf Budde vom TiC-Sommer überzeugt. Der Cronenberger Theater-Herbst verspricht derweil sehr bunt zu werden: Zunächst im September wird Ralf Budde mit „Me and my Girl“ ein „etwas anderes“ Musical im TiC-Atelier präsentieren: Es stammt aus England, es jazzt und swingt und bietet zudem eine nette Geschichte – „lassen Sie sich überraschen, was auf Sie zukommt“, macht Stefan Hüfner zu „Me and my girl“ Appetit.

Richtig ernst wird es dann im Oktober: Mit „Oskar und die Dame in Rosa“ zeigen die Dörper Theatermacher ein ernstes Stück. Es handelt von einem zehnjährigen Jungen, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, und einer Krankenschwester, die ihn ermuntert, sich in Briefen mit Krankheit, Leben und Tod sowie Gott auseinanderzusetzen: „Das ist ein sehr berührendes Experiment für uns und der Versuch, ein neues, modernes Gebiet zu erobern“, sagt Ralf Budde zu der Oktober-Premiere; wer sie inszenieren wird, wollten die TiC-Leiter noch nicht verraten.

Im folgenden November setzt das Cronenberger Theater eine weitere kleine Tradition fort: Mit „Kabale und Liebe“ geht für einen neuen Klassiker an der Borner Straße der Vorhang auf. Dass mit Ingeborg Wolff die „Grande Dame“ des Wuppertaler Schauspiels das „Bürgerliche Trauerspiel“ von Friedrich von Schiller inszenieren wird, freut Ralf Budde und Stefan Hüfner; zugleich hoffen die beiden TiC-Macher, dass auch dieser Klassiker ein Erfolg wird wie zuletzt „Der zerbrochne Krug“: Ganze Schulklassen besuchten das Kleist-Stück, es gab eine Vielzahl von A-ha-Erlebnissen bei den Schülern, berichten die TiC-Leiter: „Die Schüler waren richtig angefasst von dem Stück.“

Zur Weihnachtszeit: „Evergreen“ Feuerzangenbowle wird wieder „angesetzt“

Apropos „Schulklasse“: Der Schlusspunkt des TiC-Theaterjahres 2013 dreht sich um „Pennäler“ – im November holt Ralf Budde seinen Hit „Die Feuerzangenbowle“ zurück ins Programm. Die legendäre Komödie um den (vermeintlichen) Schüler Hans Pfeiffer“ (mit drei „f“) sowie die Professoren „Schnauz“, Bömmel und „Zeus“ ist ebenfalls soetwas wie ein „Klassiker“: Sie läuft bereits in der fünften Spielzeit im TiC, die 200ste Aufführung steht vor der Tür. Ab November dürften einige hinzukommen: Zumal es auch in diesem Jahr vielleicht kein reines Kinderstück im TiC geben wird, bietet sich die „Feuerzangenbowle“ als vorweihnachtlicher Theaterspaß für die ganze Familie an!

„Wir freuen uns auf das neue Spieljahr mit unserem engagierten Ensemble“, würdigten Ralf Budde und Stefan Hüfner zum Schluss ihre insgesamt rund 60 Darsteller – „sie leisten einen unvergleichlichen Einsatz“. Mehr Infos zum Theater in Cronenberg sowie Karten gibt es online unter www.tic-theater.de und unter Telefon 0202-47 22 11.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Stefan Valentin
    17.03.2013, 12:59 Uhr   |   Direktlink

    Dass es sich bei „Der nackte Wahnsinn“ um den gleichen Stoff handelt wie bei dem angesprochenen Film aus dem Jahr 2001 (Originaltitel: Rat Race), ist nicht richtig.
    Vielmehr handelt sich um Michael Frayns Farce „Noises Off“ (1982), die u.a. mit Michael Caine, John Ritter und Christopher Reeve unter der Regie von Peter Bogdanovich verfilmt wurde und 1992 in die Kinos kam.
    Mit dem von Jerry Zucker verfilmten Werk hat dies überhaupt nichts zu tun.

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