27.02.2013, 15.55 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Grandiose“ Hilfsbereitschaft gegen Katzen-Leid im Unterdahl

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Sind angesichts der beeindruckenden Resonanz des CW-Berichts zuversichtlicher im Hinblick auf das weitere Schicksal der Unterdahler Katzen: Ingrid Frechenhäuser-Mainz und Dr. Ingrid Aretz (re.)

Nachdem die CW in der vergangenen Woche berichtete, wie es Tierärztin Dr. Ingrid Aretz ob des „Katzen-Elends“ im Unterdahl die Sprache verschlug, traf auch so manchen CW-Leser offenbar der Schock. Keine Woche nach dem CW-Bericht über die hungernden und verwahrlosten „Miezen“ in der Dörper Hofschaft gibt es schon ein erfreuliches Zwischenfazit: „Die Resonanz war bisher einfach grandios“, berichtet Ingrid Aretz, „mittlerweile könnte ich sogar einen Tierfutter-Handel aufmachen“. Dafür sorgen auch Helfer außerhalb des CW-Landes: Per Paket erhielt die Dörper Tierärztin sogar eine anonyme Sachspende aus Nürnberg – dank des Online-Berichts und der Facebook-Präsenz der CW fand das Katzen-Leid im Unterdahl überregional Beachtung und Hilfsbereitschaft.

Über die immense Anteilnahme freuen sich selbstverständlich die vernachlässigten Katzen am meisten. Zwar befürchtet Ingrid Aretz, dass vielleicht fünf der geschwächten Tiere zwischenzeitlich verendet sind; für die übrigen schauen die Cronenberger Tierärztin und ihre Mitstreiter aber nun optimistisch in die Zukunft. Zumal den freiwilligen Helfern auch ein kleines Grundstück am Unterdahl zur Verfügung gestellt wurde, auf dem die Katzen zukünftig gefüttert werden sollen. Auf der Wiese befindet sich auch eine kleine, wetterfeste Hütte, sodass die Streuner dem nächsten Winter zuversichtlicher entgegenblicken können. Das einzige Problem: Gelingt es, die Tiere von der Aretzschen Terrasse an die neue Futterstelle umzusiedeln – an die Futternäpfe der Tierärztin sind die Katzen mittlerweile gewöhnt…

Eine neue Heimat für eine Handvoll Katzen?

Für eine weitere gute Nachricht sorgte eine ehemalige Cronenbergerin: Die Frau, die einen Bauernhof im Wuppertaler Stadtteil Dornap besitzt, bot an, bis zu fünf Katzen auf ihrem Gut aufzunehmen – für einige der leidgeprüften  Streuner könnte es also zu einem richtigen „Happy End“ kommen. Zuvor müssen die Tierchen allerdings mit Lebendfallen eingefangen, untersucht und womöglich tierärztlich behandelt werden; einige Katzen werden um eine Operation nicht vorbeikommen, ist Ingrid Aretz überzeugt, die eine oder andere wird womöglich auch nicht mehr zu retten sein.

Veterinäramt: Kontrolle und Anweisung

Aber nicht alles läuft zur Zufriedenheit von Ingrid Aretz. Das Veterinäramt informierte sich zwar zwischenzeitlich vor Ort über die Situation, konkret kam aber offenbar nicht viel dabei heraus: Der Unterdahler Anwohner, der die Katzen früher mit seiner zwischenzeitlich verstorbenen Ehefrau gefüttert haben soll, wurde lediglich aufgefordert, den Bestand zu reduzieren und sich um den Rest der Tiere in angemessener Weise zu kümmern. Das war’s dann aber auch: Nach Angaben des Amtes seien die Katzen nämlich nicht dem beschuldigten Anwohner zuzuordnen; um das Problem der Wildkatzen zu lösen, rät das Veterinäramt daher: Die Fütterung der Tiere einstellen, damit diese wieder in ihrem natürlichen Lebensraum auf Vögel- und Mäusejagd gehen.

„Das ist lächerlich“, findet Anwohnerin Ingrid Frechenhäuser-Mainz: „Wie sollen die Tiere denn reduziert werden, wenn die Tierheime überfüllt sind und sich die Katzen erst gar nicht anfassen lassen, weil sie zu scheu sind?“ In zwei bis drei Wochen, so das Amt auf CW-Nachfrage, soll es eine weitere Kontrolle geben – bis dahin wollen Ingrid Aretz und ihre Mithelfer allerdings bereits dafür gesorgt haben, dass sich die Wildkatzen auf dem Wege der Besserung befinden und ein neues Zuhause beziehungsweise eine neue Futterstelle gefunden haben. Für die weitere Versorgung der Katzen ist auch weiterhin Hilfe willkommen: Wer die Initiative durch Futterspenden oder ähnliches unterstützen möchte, kann sich mit Dr. Ingrid Aretz unter der Telefonnummer 02 02/47 77 97 oder per E-Mail an ingrid.aretz @ tierarzt-aretz.de in Verbindung setzen. Es soll schließlich in Zukunft nicht noch einmal zu einem „Katzen-Elend“ im Unterdahl kommen!

PETA fordert Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen

Am heutigen Mittwoch, 27. Februar 2013, meldete sich derweil auch die Tierrechtsorganisation PETA in dem Cronenberger Fall zu Wort: In einer Pressemitteilung fordert PETA grundsätzlich eine Kastrationspflicht von Freigänger-Katzen: „Katzenhalter müssen in die Pflicht genommen werden.“ Gleiches hatte schon der Wuppertaler Katzenschutzbund nach Bekanntwerden des Katzen-Dramas im Unterdahl gefordert. Nach PETA-Angaben haben über 200 Städte und Gemeinden in Deutschland bereits eine solche Kastrationspflicht eingeführt: „Die Kastrationspflicht, die auch von der Bundestierärztekammer empfohlen wird, bedeutet weder für die Städte und Gemeinden noch für Steuerzahler Mehrkosten“, appelliert PETA.

Kevin Kretzler/Meinhard Koke

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