25.03.2013, 11.45 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Tradition und Fortschritt: 200 Jahre Löwen-Apotheke

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Im Jubiläumsjahr gehören Andreas Elbeck, Dr. Ursula Schulz-Borchardt, Heike Scheuermann, Susanne Bläcker, Susanne Gast, Angela Herrmann, Gudrun Kühn-Putsch, Marita Schramm, Heide Dautzenberg, Manuela Hohmann und Apothekenbote Pierre Hesse zum Team vom Apothekerin Christine Jansen-Bethke (re.).

Die Löwen-Apotheke ist zwar noch nicht ganz so alt wie Cronenberg selbst, aber gehört dennoch dazu, wie der Kittel zum Arzt. Am Dienstag, 26. März 2013, feiert sie ein überaus bemerkenswertes Jubiläum: Die Löwen-Apotheke wird 200 Jahre alt. Zwei Jahrhunderte voller Geschichten, Menschen und Veränderungen – das dachte sich auch Inhaberin Christine Jansen-Bethke und bat Ingeborg Alker, einen Rückblick zu verfassen. Alker kennt die Apotheke an der Hauptstraße 30 seit vielen Jahren, denn sie begann dort in den Nachkriegsjahren ihre Berufsausbildung und arbeitete anschließend viele Jahre im Dienste der Gesundheit.

Das Fundament der Apotheke

Alles begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Cronenberg war in französischer Hand, der hiesige Wundarzt durft keine Medikamente verordnen, es gab keine Apotheke, nur die Natur bot also Arzneimittel. 1813 kam dann die Wende, wie Ingeborg Alker berichtet: Die erste Filialapotheke öffnete ihre Türen. Zwar gab der damalige Apotheker Johann Wilhelm Leverkus seine Arbeit bereits nach fünf Monaten wieder auf, aber der erste Schritt war gemacht. Sein Nachfolger Gustav Riedel zog mit der Cronenberger Apotheke in das damalige Haus Hauptstraße 126; wie das Leben so spielt, sollte Jahre später direkt gegenüber die heutige Apotheke entstehen. Riedel wollte eine Vollapotheke aufbauen; am 13. Oktober 1815 erhielt er dazu die Genehmigung. Aus platztechnischen Gründen musste daher ein erneuter Umzug in die Schulstraße 117, heute bekannt als „An der Hütte“, erfolgen – nach 15 Jahren ging es aber schon wieder zurück in die Hauptstraße.

Gustav Riedel lernte mit der Zeit die gesundheitlichen Probleme der Dörper genau kennen und entwickelte zahlreiche Medikamente, wie zum Beispiel den „Riedelschen Magenbitter“, „Pohlmann’s Augenwasser“ und das Schnupfpulver ruode Schnöff“, welches die Atemwege wieder freimachte. Wenige Jahre vor seinem Tod übergab Riedel das Geschäft an seinen Schwiegersohn Reinhard August Schneider, der sogar eine abgeschlossene Ausbildung zum „Apotheken Lehrling“ und ein Studium vorweisen konnte.

Die Löwen-Apotheke wird geboren

Über die Jahre kam es zu bahnbrechenden Entdeckungen in der Medizin: Erreger von Cholera, Milzbrand und Tuberkulose sowie Impfstoffe gegen Tollwut und Milzbrand zählten ebenso zu den Neuentdeckungen wie Aspirin. Auch in administrativer Hinsicht wurde ein weiterer Wechsel vollzogen: Georg August Schneider übernahm die Apotheke von seinem Vater. Der Erste Weltkrieg sowie die Weltwirtschaftskrise mitsamt Inflation sorgten aber dafür, dass das Geschäft eher mäßig lief. Während dieser Zeit gab es sogar einen Cronenberger Notgeldschein, der einen Wert von 1 Million Mark hatte.

Im Mai 1927 war es dann endlich soweit: Neu-Inhaber Martin Balke benannte die Cronenberger Apotheke in Bezug auf den Bergischen Löwen in „Löwen-Apotheke“ um. Die Ankunft des zweiten Weltkrieges sollten die Arbeit der Apotheke allerdings wieder auf eine harte Probe stellen. Während die Konkurrenz oftmals ausgebombt wurde, musste Martin Balke versuchen, Arzneimittel und Rohstoffe zu deren Herstellung zu beschaffen. Glücklicherweise blieb die Apotheke bei einem Bombenangriff, der einen Teil der Ortsmitte zerstörte, unversehrt. Unter diesen schwierigen Bedingungen versuchte der Apotheker nicht nur die Cronenberger Bevölkerung, sondern auch Elberfelder, Solinger und andere Städte zu versorgen – die Löwen-Apotheke war eine der wenigen noch funktionierenden Arzneihäuser in der Region. Mit dieser vorbildlichen Einstellung sollte Balke auch die zukünftigen Generationen seiner Familie prägen.

Von Tochter zu Tochter

Martin Balkes Tochter Irmgard arbeitete Seite an Seite mit ihrem Vater, ehe sie nach seinem Tod im Mai 1965 die Leitung der Apotheke übernahm. Sie heiratete später einen Landgerichtspräsidenten, jedoch imponierte die Beschäftigung der Mutter ihren Kinder offenbar mehr, als die des Vaters. Während der Sohn Kardiologe wurde, zog es Tochter Christine nicht nur in die Pharmazie in Cronenberg, sie blieb auch der Familientradition treu. Zusammen führten Mutter und Tochter die Geschicke der Apotheke und bauten die Löwen-Apotheke entsprechend der wachsenden Anforderungen um und aus.

Ebenso wie das Medikamenten-Angebot wuchs, musste auch die Lagerhaltung einer „Kur“ unterzogen werden. Ballons mit Tinkturen und Teetonnen waren nicht mehr Zeitgemäß und mussten Pillenbrettern und Zäpfchen weichen. Christine Jansen-Bethke ging aber noch weiter und baute das denkmalgeschützte Haus um, damit auch Platz für eine Kosmetikerin und ihr „Kosmetik-Stübchen“ entstehen konnte, in dem sich Kunden verwöhnen lassen und rund ums Thema Haut informieren können. Auch nach 200 Jahren steht die Löwen-Apotheke somit für Tradition und Fortschritt. Mit modernster Computer- und digitaler Technik sowie einem verlässlichen Stab von 11 Mitarbeitern, werden die Kunden herzlich betreut.

Mitfeiern und Gewinnen

Die Löwen-Apotheke feierte ihr 200-jähriges Bestehen aber nicht nur am 26. März 2013 vor Ort, sondern veranstaltet auch ein Jubiläums-Quiz. In der Apotheke an der Hauptstraße 30 finden sich übrigens die Lösungen zu den sechs Quizfragen! Unter den Teilnehmern werden 50 attraktive Preise verlost, unter anderem auch eine Damen- oder Herren-Armbanduhr der Firma Skagen. Der Einsendeschluss ist Dienstag, der 9. April 2013. Die Ziehung der Preisträger erfolgt am Samstag, 13. April 2013.

Mehr Infos zur ältesten Apotheke Cronenbergs gibt’s per Telefon unter 0202-40 10 38 und auch wenn sie „historisch“ ist, ist die Löwen-Apotheke natürlich „up to date“ und online vertreten – und zwar unter loewenapotheke-wuppertal.de.

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