09.06.2013, 11.23 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Hochwasser: Hahnerberger Feuerwehr-Helfer rückten aus

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Rückten ins Katastrophengebiet an der Elbe aus: die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg. Foto: FFH

Im Zuge der Hochwasser-Katastrophe in Ostdeutschland wurde am gestrigen Samstagabend, 9. Juni 2013, auch die Katastrophenschutzbereitschaft 5 des Regierungsbezirkes Düsseldorf alarmiert. Unter anderem zählt auch ein Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg (FFH) zu dieser Bereitschaft, es rückte mit neun Hahnerberger Einsatzkräften von der Feuerwache an der Theishahner Straße in Richtung Ostdeutschland aus.

Nach Angaben von FFH-Chef Dieter Schierwagen erging der Einsatzbefehl am Samstagabend um 21.21 Uhr – innerhalb von zwei Stunden mussten die Hahnerberger Kräfte anschließend abfahrtbereit sein. Am heutigen Sonntagmorgen kamen die Hahnerberger Freiwilligen dann gegen 9.30 Uhr an ihrem Einsatzort in Magdeburg an. Laut Medienberichten hat sich Hochwasser-Lage insbesondere im Raum der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt und im brandenburgischen Wittenberge in der Nacht zum heutigen Sonntag dramatisch zugespitzt.

So brach am heutigen Morgen ein Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe, sodass der Magdeburger Stadtteil Rothensee evakuiert werden musste. An der Mündung der Saale in die Elbe, dem Städtchen Barby, brach ebenfalls am Morgen der Saale-Damm, sodass auch hier die Awohner mehrerer Ortsteile vor den Fluten flüchten müssen. In der Elbe-Stadt Wittenberge mussten etwa 1.500 Bewohner der Altstadt ihre Häuser verlassen, da für Teile der Stadt ein hohes Überflutungs-Risiko besteht – der Elbe-Pegel steht hier bereits über dem Rekordstand von 1880 und es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. In Magdeburg steht die Elbe mittlerweile fast einen Meter über dem Pegel des verheerenden Hochwassers von 2002 – und auch hier steigt die Elbe weiter!

Nach Angaben der Feuerwehr Hahnerberg werden die FFH-Einsatzkräfte und ihre Katastrophenschutzbereitschaft bis zu sechs Tage in den Hochwasser-Gebieten im Einsatz sein.

Update (9. Juni 2013, 16.25 Uhr): Wie die FFH neuerlich berichtet, haben die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg in Magdeburg als Unterkunft ein ehemaliges Schulgebäude bezogen. Nach kurzer Ruhezeit rückten die FFH-Einsatzkräfte bereits am heutigen Sonntagnachmittag zum ersten Einsatz in die Havelstraße im Norden von Magdeburg aus. Dort soll ein Damm errichtet werden.

Die Havelstraße liegt übrigens in der Nähe des Stadtteils Rothensee, der nach einem Dammbruch am heutigen Sonntagmorgen evakuiert werden musste (siehe oben). Laut aktueller Medienberichte müssen derzeit rund 23.000 Menschen in den südlich von Magdeburg gelegenen Ortschaften Pechau und Randau-Calenberge sowie allen ostelbischen Stadtteilen der Landeshauptstadt ihre Häuser verlassen.

Update (9. Juni 2013, 23.30 Uhr): Laut Mitteilung der Feuerwehr Wuppertal sind in Magdeburg insgesamt 114 Feuerwehrfrauen und -männer mit 23 Fahrzeugen aus Wuppertal im Einsatz, darunter auch die Hochwasser-Helfer der Hahnerberger Feuerwehr. Die Wuppertaler Einsatzkräfte wurden am Sonntag, 9. Juni 2013, von ihrem ursprünglichen Einsatzort abgezogen, um ein Umspannwerk neben einem Heizkraftwerk im Bereich Industriehafen/Rothensee in Magdeburg zu schützen. Gemeinsam mit Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und vielen freiwilligen Helfern soll hier ein etwa 200 Meter langer Sandsackwall errichtet werden.

Der Schutz des Kraft- und Umspannwerkes hat erste Priorität, weil im Falle einer Überflutung der Strom in weiten Teilen Magdeburgs ausfallen würde. Dann könnte auch die Magdeburger Altstadt überflutet werden. „Die Kameraden der Hahnerberger Feuerwehr erfahren bereits jetzt schon eine große Dankbarkeit und Unterstützung aus der Bevölkerung“, berichtet FFH-Vize Lars Liefke gegenüber der CW.

Laut neuester Planungen sollen die FFH-Helfer und die weiteren Wuppertaler Kräfte bis zum 14. Juni 2013 vor Ort im Raum Magedeburg bleiben. Ob dann ein Personaltausch durchgeführt wird, oder Mensch und Material insgesamt wieder nach Wuppertal zurückkehren können, stand laut Berufsfeuerwehr Wuppertal am Sonntag noch nicht fest. Nach Mitteilung der Hochwasser-Zentrale hat der Scheitel des Elbe-Hochwassers eine Länge von 40 Kilometern – das wäre der längste Hochwasser-Scheitel, der jemals in Deutschland gemessen wurde. Folge: Die Deiche würden dadurch mehrere Tage lang belastet.

Am Sonntagmittag stand die Elbe in Magdeburg übrigens bei 7,50 Meter, bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand „nur“ bei 6,72 Meter.

Update (10. Juni 2013, 10 Uhr): Laut Mitteilung der Magdeburger Zeitung „Volksstimme“ ist der Elbe-Pegel bei Magdeburg sinkend – um 8.14 Uhr soll die Marke „nur noch“ bei 7,16 Meter gelegen haben. Der Pegel der Elbe wäre damit seit gestern Mittag um 30 Zentimeter gefallen, läge aber immer noch über der Höchstmarke des Hochwassers von 2002.

 

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