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04.10.2013, 16.34 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Me and My Girl“: Stehende Ovationen für neues TiC-Musical

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Diese "schrecklich nette Familie" sorgt seit neuestem für (musikalischen) Schwung im TiC-Atelier Unterkirchen. Foto: Martin Mazur

Die Musical-Sparte im TiC-Theater geht in eine neue Runde: Nachdem „My Fair Lady“ beim Publikum so hervorragend ankam, inszeniert TiC-Chef Ralf Budde nun auch noch genau das Stück, das als Vorläufer des Musical-Klassikers gilt: „Me and My Girl“ von L. Arthur Rose und Douglas Furber entführt erneut in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und reißt die Zuschauer mit flotten Liedern von Noel Gay und zahlreichen Tanzeinlagen so richtig mit.

„Ich muss noch eine Menge lernen, Sal“, da ist sich Bill Snibson sicher. Als einfacher Marktjunge aus dem Arbeiterviertel Lambeth kommt er erstmals mit dem britischen Adel in Verbindung, da er als Sohn des verstorbenen Earls, der unstandesgemäß geheiratet und sich vor der Geburt Bills allerdings wieder von dessen Mutter getrennt hatte, die Erbfolge antreten soll. Während er von der strengen Maria, der Herzogin von Dene, große Unterstützung erhält und sich Lady Jacqueline Carstone trotz Verlobung mit ihrem Cousin nach der Jagd um einen Titel an Bill heranschmeißt, ist der Großteil der vornehmen Familie eher skeptisch, ob dieses Unterfangen klappen mag.

Kämpfe mit einer Menge Charme und treuen Blicken

Besonders dann, als Bill sein „Girl“ mit in die ehrwürdigen Gemäuer des Familiensitzes nehmen möchte: „Sally gehört zu meiner Klasse“, stellt er unmissverständlich klar, dass er in der gehobenen britischen Gesellschaft eine „Verbündete“ braucht. Es entwickeln sich darauf zahlreiche kleine Kämpfe, die allesamt ohne physischen Waffen ausgetragen werden: Lady Jacqueline (Kerstin Trant) versucht, möglichst schnell ihren Verlobten (Christopher Geiss) loszuwerden. Sally Smith (Jennifer Pahlke) kämpft mit jeder Menge Charme und treuen Blicken fast aussichtslos gegen die Vorurteile der Familie an, hat in Sir John Tremayne (Andreas Wirth) allerdings einen Verbündeten. Dieser wiederum möchte seine große Liebe erobern, die Herzogin Maria, in deren Rolle Ilka Schäfer in ihrer unnachahmlichen Art brilliert. Zwischen allen steht jedoch der nüchtern-komische Familienanwalt Herbert Parchester (Carsten Müller), der für so manche Wendung sorgt.

An zwei „Fronten“ wird hingegen Erbe Bill „angegriffen“: Auf der einen Seite muss der den Ansprüchen der Familie entsprechen und den Avancen von Jacqueline widerstehen, auf der anderen Seite haut es ihn im wahrsten Sinne des Wortes regelmäßig um, wenn Sally ihm den Weg für ein neues Leben frei machen möchte. Benedict Schäffer fühlt sich in dieser Rolle pudelwohl, hat man spätestens bei der hingebungsvollen Darbietung am Laternenpfahl den Eindruck. Und hier ist es dann auch klar, es wird natürlich ein Happy End für das Paar geben…

Spätestens beim „Lambeth Walk“ hält es keinen mehr ruhig

Das neue Musical ist von TiC-Chef Ralf Budde liebevoll umgesetzt bis ins kleinste Detail, vor allem das Bühnenbild und die Kostüme von Kerstin Faber unterstreichen die Charaktere und Szenen. Auch die musikalischen Akzente von „Me and My Girl“, für die sich Stefan Hüfner verantwortlich zeichnet und mit Flöten, Trompeten, Banjo, Cembalo, Kontrabass, Xylophon, Kastagnetten und Co. auf entsprechend Traditionelles setzen, sorgen dafür, dass man immer irgendwie im Takt mitwippt. Spätestens beim „Lambeth Walk“ hält es eigentlich keinen mehr ruhig auf den Stühlen im TiC-Atelier Unterkirchen.

„Alles ist frei und witzig, und die Musik ist spritzig“, diese Textzeile trifft auf die TiC-Darbietung ganz besonders zu. Die Choreografie von Dana Großmann und die Maske von Heike Kehrwisch runden einen gelungenen Abend ab, der bei der Premiere mit minutenlangen stehenden Ovationen und sogar einer Zugabe gefeiert wurde. Wer den „My Fair Lady“-Vorläufer selbst im TiC-Atelier Unterkirchen sehen möchte, kann sich Karten für die nächsten Vorstellungen von „Me and My Girl“ am 11., 12., 17. und 19. Oktober unter Telefon o202-47 22 11 oder aber online unter www.tic-theater.de sichern.

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