Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

23.07.2014, 16.32 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wie früher: Sensenmahd im Dörper Natur-Paradies

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Kamen für den guten Natur-Zweck ordentlich ins Schwitzen: Christian Limbach, Rüdiger Blaschke und Reiner Leppert (v.li.).

Kürzlich lud der Naturschutzbund (NABU) Wuppertal auf eine Streuobstwiese ins Naturschutzgebiet Morsbach-Rheinbach ein. Das 13.400 Quadratmeter große Hanggelände der Stadt wird bereits seit 1989 durch den NABU-Stadtverband Wuppertal gepflegt. Rund drei Mal im Jahr wird dabei ganz bewusst in Handarbeit mit der Sense gemäht: „So entstand, nachdem der dicht wachsende Farn eingedämmt war, im Laufe der Zeit eine tolle Wildblumenwiese, sogar mit Orchideen”, berichtete Reiner Leppert vom NABU: “1990 wurden zudem selten gewordene Apfelsorten angepflanzt, von denen heute noch über 60 Bäume existieren.”

Inzwischen wurde auch ein alter Teich auf dem Gelände renaturiert, auch deswegen fühlen sich unterdessen hier viele Tiere wohl. Von seltenen Insekten, die auf der Roten Liste stehen, über Feuersalamander, Grasfrosch bis hin zu Dachs, Reh, Fuchs und Hase gibt es auf der wunderschön gelegenen Fläche eine reiche Tierwelt. Auch der Grünspecht, der Vogel des Jahres 2014, und die Goldammer wurden schon gesehen. Die Arbeit mit der Sense erfordert echte Kenntnisse eines Fachmannes wie sie Reiner Leppert beherrscht. Aber auch Christian Limbach gehört noch gerne zu den Sensenmähern, obwohl es schwere Arbeit ist.

Schließlich ist mit der Sense ja auch eine uralte Tradition verbunden – im Jahr 1600 erhielt Cronenberg als bedeutender Ort der Herstellung von Sensen durch Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg das “Sensen-Privileg” verliehen. „Man könnte auch mit Elektromähern arbeiten, aber wer mit der Sense mäht, hat eben zusätzlich noch ein urbanes Naturerlebnis“, erklärt Reiner Leppert. Am Aktionstag kam zudem Rüdiger Blaschke als Helfer vorbei, der gerne den Rechen schwang und das gemähte Gras aufhäufte.

Da die Biotopfläche nicht für die Allgemeinheit zugänglich ist und man Apfeldiebe nicht gerne sieht, wird der genaue Standort übrigens nicht offiziell bekannt gegeben. Trotzdem sind aber in diesem Jahr an zwei weiteren Tagen noch Helfer zur Cronenberger Wiesenmahd willkommen. Wer helfen möchte, kann sich gerne unter Telefon 0202-47 43 67 oder 0202-767 04 25 melden. Wer möchte, kann dabei auch das Sensen lernen. Willkommen sind alle Interessierten ab 7 Jahre. Bei einer gemeinsamen Pause gibt es zur Stärkung auch ein Stück Kuchen.

Übrigens: Im Frühjahr 2015 ist eine Exkursion in die Obstwiese geplant. Weitere Informationen auch unter www.nabu-wuppertal.de.