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19.11.2014, 12.25 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Hösterey-Gelände: Sanierungsarbeiten offiziell abgeschlossen

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Wuppertals Baudezernent Frank Meyer (mi.) nahm den Abschlussbericht der Bodensanierung von Investor Tobias Conrad (4.v.li.) und Gutachter Thomas Middendorf (3.v.re.) entgegen.

„Wir können heute Positives vermelden“, freute sich Tobias Conrad am Dienstag, 17. November 2014, sichtlich. Der Eigentümer des ehemaligen Hösterey-Geländes an der Sudberger Straße hatte das Sanierungs-Gutachten mit im Gepäck, als er in Beisein von Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé sowie ihrem Vorgänger und Stellvertreter Michael-Georg von Wenczowsky dieses dem städtischen Bau- und Umweltdezernenten Frank Meyer übergab. „Die Sanierung ist hiermit offiziell beendet“, berichtete Conrad, der zuvor schon von Seiten der Stadtverwaltung das „Okay“ hierfür erhalten hatte.

Ein Jahr lang war in Abstimmung mit den Anwohnern und dem Bürgerverein „Sudbürger“ am Schöppenberg nicht nur die alte Industriebrache abgerissen, sondern auch das Erdreich Schicht für Schicht abgetragen worden, das mit dem giftigen Chrom VI belastet war. Nachdem der vorherige Besitzer die Brache jahrelang vernachlässigte und letztlich Insolvenz angemeldet hatte, kaufte der Sudberger Tobias Conrad das Grundstück, um dort maximal fünf Doppelhäuser errichten zu dürfen.

Investor lobt „leistungsorientierte Zusammenarbeit“ mit der Stadt

„Nach den Irrungen und Wirrungen zuvor waren wir froh, dass wir auf einen professionell agierenden Eigentümer trafen“, freute sich auch Baudezernent Frank Meyer über den Abschluss der Sanierung. „Als Sie am Ball waren, ging es recht zügig“, lobte er Conrad ausdrücklich. Der spielte ihn aber sogleich zurück: Die Gespräche mit der Stadt seien stets von einer „lösungsorientierten Zusammenarbeit“ geprägt gewesen. „Es hätte vielleicht auch etwas schneller gehen können“, zeigte sich Conrad ein wenig kritisch, „aber für uns war es ja das erste Mal, dass wir sowas machten.“

Statt nur den belasteten hinteren Teil abzutragen und fachgerecht zu entsorgen, hatte sich Conrad dazu entschlossen, das gesamte Grundstück zu sanieren. „Es ist nun für jede Art von Nutzung geeignet“, theoretisch könne dort nun auch ein Kindergarten gebaut werden. „Das ist aber nicht geplant“, beruhige Tobias Conrad sogleich. An der Straße Schöppenberg sollen in naher Zukunft zwei Doppelhäuser auf dem ehemaligen Hösterey-Gelände entstehen, mit der Bebauung des restlichen Grundstückes will er sich allerdings noch ein wenig Zeit lassen. „Wir werden nun die Planungsgrundlagen erstellen und gehen davon aus, dass wir im Frühjahr starten können“, erklärte Conrad. Derzeit werde noch Mutterboden aufgetragen, damit das Grundstück grünen könne.

Meyer: „Sie haben da ein supertolles Grundstück am Start“

Dezernent Meyer zeigte sich von der Aussicht auf die Müngstener Brücke begeistert: „Sie haben da ein supertolles Grundstück am Start“, lobte er. Auf dem rund 5.500 Quadratmeter großen Areal waren insgesamt 11.100 Tonnen Boden abgetragen worden, davon etwa 7.600 Tonnen leicht und mittelschwer sowie 2.400 Tonnen stark belasteter Boden. Das mit Chrom VI belastete Material wurde als gefährlicher Abfall auf der Deponie Hubbelrath gelagert, der Rest ging fachgerecht zu einem Entsorger in Dinslaken. „Es war ein langer Weg dahin“, resümierte Tobias Conrad am Dienstag.