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05.02.2015, 14.59 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Literatur auf dem CronenBerg“: Kurzweilig, launig, sozialkritisch

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Als Vertreterin von Organisatorin Sybil Quinke begrüßte diesmal Schriftstellerin Marina Jenkner (re.) die Autorin Dorothea Müller. Links im CW-Bild: Gastgeber Gerd Hensel.

Bei der ersten Lesung 2015 in der Reihe Literatur auf dem CronenBerg“ schauten die Gastgeber Gerd und Olaf Hensel (Foto-Media Hensel) sowie Marina Jenker als Vertreterin von Organisatorin Sybil Quinke zum inzwischen elften Mal durch die literarischen Kamera. Zu Gast an der Hauptstraße 1 war dieses Mal Dorothea Müller – sie hatte es sich ausdrücklich gewünscht, einmal im Rahmen der Cronenberger Literatur-Reihe lesen zu dürfen.

Die Autorin lebte während des Zweiten Weltkrieges und bis zu ihrem zehnten Lebensjahr em Dorpe, unter anderem an der Hütte. „Mein Lesehunger war groß, zumal es damals nur wenige Bücher gab“, erinnerte sich Dorothea Müller. Dann war sie zunächst in der Heimerziehung tätig, später arbeitete Müller als Sonderschullehrerin sowie als Betreuerin im Strafvollzug und Schöffin beim Jugendgericht. „Ich habe viel mit Kindern gearbeitet und kreatives Schreiben gehörte auch dazu“, berichtete die Autorin.

Erst spät kam sie zum Schreiben und zum Veröffentlichen ihrer Sicht des Lebens in Form von Gedichten und Prosa. Das Erstlingswerk von Dorothea Müller kam im Jahre 1983 heraus und hieß „Netz über dem Abgrund“, es folgten „Ich und Du“ sowie „Was hinter dem Spiegel steckt“. Das vierte Buch der ebenso ungewöhnlichen wie lebenserfahrenen Autorin ist schon in Planung. Gedichte wie „Cronenberg – ein Wort, das alle Sinne berührt…“ kamen im Fotostudio Hensel zu Gehör, Dorothea Müller berichtete auch von ihrem Leben in Kriegszeiten ­– oft kurzweilig, launig und witzig, aber auch sozialkritisch und politisch. Dabei blieb dem einen oder anderen aber auch schon mal das Lachen im Halse stecken…

Die nächste Lesung in der Reihe „Literatur auf dem CronenBerg“ findet am 14. März 2015 statt. Dann ist die Autorin Karla Schneider bei Foto-Media Hensel an der Hauptstraße 1 zu Gast. Schneider wurde für ihr Gesamtwerk mit dem Astrid-Lindgren-Preis sowie dem Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste in Berlin geehrt. Phantastische Erzählungen und Kinderliteratur sind ab 17 Uhr zu hören, der Eintritt ist frei.