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11.02.2015, 12.55 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Mit Herz und Sachverstand“: Ex-OB Hans Kremendahl gestorben

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Blieb seinem Heimat-Ortsverein Cronenberg stets treu: Mitte Januar war Dr. Hans Kremendahl (2.v.li.) Gast des Neujahrsempfangs der Dörper SPD.

Trauer in der Stadt und besonders auch in Cronenberg: Am Abend des gestrigen Dienstag, 10. Februar 2015, starb der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Hans Kremendahl. Der 1948 geborene SPD-Politiker, der von 1996 bis 2004 erstes hauptamtliches Wuppertaler Stadtoberhaupt war, wurde 66 Jahre alt.

Der in Cronenberg aufgewachsene Kremendahl war promovierter und habilitierter Politikwissenschaftler. Von 1981 bis 1989 war er als wirtschaftspolitischer Sprecher und Mitglied der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus tätig, von 1985 bis 1989 dann als Landesgeschäftsführer der Berliner SPD. Nachdem er an der Spree zuletzt von 1989 bis 1996 als Staatssekretär wirkte, folgte Kremendahl dem Ruf in die Heimatstadt Wuppertal, wo er nach einer aufwendigen „Wahlkampfschlacht“ gegen den damaligen CDU-Kandidaten Hermann Josef Richter gewann und ins Rathaus Barmen einzog.

Im Sog der Wuppertaler Korruptionsskandale und Spendenaffären geriet Hans Kremendahl in Korruptionsverdacht und musste seine Amtsgeschäfte zeitweise ruhen lassen. Letztlich wurde Kremendahl aber von dem Vorwurf der Bestechlichkeit freigesprochen. Als er bei der Kommunalwahl 2004 erneut als Oberbürgermeisterkandidat antrat, unterlag er seinem CDU-Herausforderer Peter Jung, der ihn während der Suspendierung als Erster Bürgermeister vertreten hatte.

„Dr. Hans Kremendahl hat sich mit seiner besonderen Persönlichkeit im Großen und im Kleinen für die Menschen in unserer Stadt mit großem Engagement eingesetzt“, würdigen die Wuppertaler SPD und der SPD-Ortsverein Cronenberg, dessen Mitglied Kremendahl war, in einer gemeinsamen Erklärung den Verstorbenen. Sein besonderes politisches Augenmerk habe der Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialpolitik gegolten, als Schirmherr der Wuppertaler Tafel und als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt habe er sich aber auch für das soziale Miteinander in Wuppertal engagiert.

„Mit Hans Kremendahl verlieren wir einen sehr geschätzten Sozialdemokraten mit Herz und Sachverstand“, zeigen sich Wuppertal SPD-Chef Wolfgang Herkenberg, Fraktionsvorsitzender Klaus Jürgen Reese und Cronenbergs SPD-Vorsitzende Ulla Abé in einer gemeinsamen Erklärung über den Tod des Ex-Oberbürgermeisters „betroffen und traurig“: „Die Wuppertaler Sozialdemokratie schuldet ihm großen Dank für sein großes Engagement. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, besonders seiner Frau und seiner Tochter wünschen wir viel Kraft.“