Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

10.03.2015, 13.56 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Schulzentrum Süd geräumt: War es ein schlechter Schüler-Scherz?

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„Das war schon eine Hausnummer für uns“, mit diesen Worten kommentierte Feuerwehr-Sprecher Andreas Steinhard das Großaufgebot an Rettungskräften, das zum Schulzentrum Süd ausrückte. Etwa 180 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren am Jung-Stilling-Weg im Einsatz.

15.50 Uhr:
Wie Polizei und Feuerwehr abschließend zu dem heutigen Großeinsatz im Schulzentrum Süd mitteilen, wurden von den 180 Schülern des Schulzentrums, die über leichte Atemwegsreizungen klagten und im Sportzentrum durch Rettungskräfte versorgt wurden, insgesamt 24 Schüler vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet und Ermittlungen wegen Körperverletzung aufgenommen. Nach Recherchen der Feuerwehr soll es sich bei der Substanz um sogenannte „Stinkbomben“ gehandelt haben. Der vermeintliche Scherzartikel ist in höherer Dosierung gesundheitsschädigend und wird in konzentrierter Form sogar als „chemische Waffe“ eingestuft.

Zeugen-Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0202/284-0 entgegen.

13.10 Uhr:
Offenbar glimpflich ist am heutigen Dienstagmittag, 10. März 2015, der Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften im Schulzentrum Süd verlaufen (die CW berichtete bereits online): Nach einer ersten Einschätzung der Retter sowie der Leiter des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums und der Friedrich-Bayer-Realschule handelte es ich bei der Chemikalie um keine gefährlichere Substanz, sondern um Buttersäure oder eine ähnliche Säure.

Am Ende der ersten großen Pause wurde der übel riechende Gestank im Pausenzentrum festgestellt – womöglich hatte sich ein Schüler im Bereich des Kioskes einen üblen Streich erlaubt, indem er eine Säure-Ampulle im Pausenzentrum platzen ließ. Da Buttersäure die Augen und Atemwege reizen kann und Übelkeit verursacht und zumal rund 180 Schüler über gesundheitliche Probleme klagten, wurde das Schulzentrum geräumt.

Die insgesamt 2.300 Schüler wurden geordnet aus dem Gebäude geführt – „das hat in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen hervorragend und reibungslos geklappt“, bescheinigte Feuerwehr-Sprecher Andreas Steinhard. Die Einsatzkräfte sperrten das Gelände um das Schulzentrum ab, die 180 Schüler mit Gesundheitsproblemen wurden ins Sportzentrum gebracht, wo sie mit Erkennungskarten versehen und nach und nach von Rettungsassistenten und Notärzten untersucht wurden.

„Wenn es den geringsten Zweifel zum Gesundheitszustand gibt, wird das umgehend näher abgeklärt“, versichert Andreas Steinhard. Hartmut Eulner, der in 22 Jahren als Schulleiter der Friedrich-Bayer-Realschule noch keinen derartigen Großeinsatz erlebt hat, unterstrich, dass beide Schulen mit der Räumung zum Wohle der 2.300 Schüler handelten: „In Absprache gehen wir immer den sicheren Weg“, so der FBR-Leiter zur CW.

Während das Pausenzentrum aktuell noch gelüftet und gereinigt wird, haben die Schüler des Schulzentrums für den Rest des Tages frei. Morgen soll der Unterricht wieder wie gewohnt aufgenommen werden.

11.56 Uhr:
Zu einem Gefahrgut-Unfall ist es offensichtlich gerade eben im Schulzentrum Süd gekommen: Nach ersten unbestätigten Infos der CW sollen mehrere Liter einer Chemikalie im Pausenzentrum des Schulzentrums ausgelaufen sein.

Die Schüler der beiden Schulen in dem Gebäude wurden zwischenzeitlich evankuiert, im Gebäude der Rettungswache Hahnerberg soll eine Sammelstelle für Verletzte eingerichtet worden sein. Nach ersten Infos sollen 20 bis 30 Schüler verletzt worden sein – wie schwer und wodurch genau sie verletzt wurden, dazu war noch nichts zu erfahren.

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