Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

05.06.2015, 18.56 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

KiTa-Streik: Frustrierte Eltern bitten um Hilfe für Abschiedsfest

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Kleine Abschiedsgeschenke für das geplante Fest haben die Eltern bereits bekommen: Dieter Winschuh stellte auf Anfrage spontan Sachspenden im Werte von rund 400 Euro zur Verfügung, freuten sich Yvonne Schienbein (li.) und Marie Bogun.

Aufatmen allerorts bei Eltern von Kindergartenkindern: Am gestrigen Donnerstag, 4. Juni 2015, haben sich die Tarifparteien auf eine Schlichtung geeinigt – der Streik der Erzieher ist damit nach vier Wochen am kommenden Montag (vorerst) vorbei. In den vergangenen Wochen mussten auch die Eltern der städtischen KiTa Hauptstraße zusehen, wo und wie sie ihre kleinen „Streik-Betroffenen“ „unterkriegen“. „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“, beschrieben fünf Dörper Eltern ihre Verfassung nach drei Wochen „Erzwingungsstreik“.

Zwar, so berichten die Eltern, hatten sie es auch durch Einrichtung einer WhatsApp“-Gruppe bislang geschafft, sich gegenseitig bei der Notbetreuung zu helfen („Darauf sind wir stolz“). Allmählich stießen sie allerdings an ihre Grenzen. Zumal sie die ver.di-Forderung für überzogen halten („Zehn Prozent mehr Lohn, das sollte man mal in der freien Wirtschaft fordern“), reichte es ihnen: „Der Streik läuft aus dem Ruder“, befanden die Elternbeiräte Andreas Sauber und Marco Schienbein sowie Ehefrau Yvonne Schienbein, Marie Bogun und Rebecca Jöcker: „Wir sind am Ende.“

KiTa-Streik: „Für die Kindergarten-Kinder kaum zu verstehen“

Und das gelte auch für ihre Kinder. Anfangs sei es ja noch „cool“ gewesen, mal daheim bei der Mama bleiben zu dürfen, berichteten die Eltern von der Hauptstraße. In der vierten Streik-Woche sei das tägliche Hangeln von einem „Betreuungsunterschlupf“ zum nächsten aber Stress pur: Ihr Kind habe schon gebettelt, mal wieder zu Hause bleiben zu dürfen – „er möchte einfach mal wieder zur Ruhe kommen“, erzählte Rebecca Jöcker.

Längst reichte der ver.di-Ausstand aber auch, weil dieser für die Kinder nicht zu verstehen sei. Zwar hätten sie ihren Sprösslingen erklärt, warum ihre Erzieher die Arbeit niedergelegt haben. Auch weil die Erzieher vor Beginn des Streiks nicht mit ihnen darüber gesprochen hätten, seien die Kinder aber inzwischen verunsichert: „Die Erzieherinnen streiken, weil sie nicht mit uns spielen möchten“, habe ihr vierjähriger Sohn zu ihr gesagt, berichtete Yvonne Schienbein – Konsequenz: Wenn es nach dem Streik am Montag in der KiTa wieder los gehe, dann werde es schwer, wieder Vertrauen aufzubauen, zeigte sich die Cronenberger Mutter überzeugt.

Spenden-Aufruf: Wer unterstützt das „Not-Abschiedsfest“?

Dass der Streik auf ihren und den Rücken der Kinder ausgetragen werde, das wollte das Eltern-Quintett von der Hauptstraße nicht länger hinnehmen. Etwa 15 der 60 Kinder der KiTa wechseln auf die Grundschule – nachdem bereits ein Turnier, Ausflüge und die Abschlussfahrt für die Vorschulkinder ausfielen, soll nicht auch noch das Abschiedsfest platzen. Daher planen die Eltern in Eigenregie ein Fest, um ihren Kindern im Ausnahmezustand ein Stück Normalität zu verschaffen: Ob Würstchen, Getränke, Grillkohle oder Süßigkeiten – über die CW bitten die Eltern um Unterstützung für das Abschiedsfest, das am 21. Juni 2015 on 11 bis 15 Uhr stattfinden soll – selbstverständlich sind auch Geldspenden willkommen.

Auch für ein Gelände, auf dem das Not-Fest für die 60 Kinder stattfinden könnte, sind die Eltern dankbar, denn: Das KiTa-Areal, so erfuhr Yvonne Schienbein auf Anfrage, will die Stadt dafür nicht zur Verfügung stellen. Wer die Eltern, die das Fest auch nach der angekündigten Streik-Unterbrechung weiter planen, unterstützen möchte, kann sich gerne unter Telefon 0151-418 628 25 oder per E-Mail an yvs84@ gmx.de bei den Fest-Organisatoren melden.