Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

27.08.2015, 13.44 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wege-Streit Rather Straße: Stadt soll Weg-Übernahme prüfen

Artikelfoto

Der „Stein des Anstoßes“ an der Rather Straße: Wo zuvor Wanderer spazieren gingen, versperrte ein „Betreten verboten“-Schild den Weg. -Foto: Archiv

Im Prinzip eine städtische Bankrott-Erklärung gab Dirk Mücher zum Wege-Streit in der Rather Straße ab: Wie die CW bereits mehrfach berichtete, war im Zuge des Baus von Einfamilienhäusern in der Straße ein jahrzehntealter Weg ins benachbarte Kaltenbachtal gesperrt worden – die Stadt hatte es versäumt, den Weg bei den Festsetzungen des betreffenden Bebauungsplanes von einer Vermarktung auszunehmen.

Daraufhin gründeten Anwohner eine Bürgerinitiative und sammelten Unterschriften für eine Wiederöffnung des Weges. Das verweigerte der Eigentümer – mit Recht, weshalb die Bürgerinitiative die Stadt aufforderte, das Kind, welches sie hatte in den Brunnen fallen lassen, wieder herauszuholen: Die Stadt soll den Alt-Anwohnern neue Wege ins Kaltenbachtal aufzeigen.

In die August-Sitzung der Bezirksvertretung Cronenberg schickte die Stadt nun einen echten Kenner: Dirk Mücher vom städtischen Ressort Umweltschutz kennt die städtischen Wanderwege aus dem „Eff-Eff“ und führt nicht umsonst alljährlich die „Wandergespräche“ des Oberbürgermeisters an. Zum Thema „Rather Straße“ konnte aber auch Dirk Mücher keinen Weg freimachen: „Ich habe auch nichts gefunden“, erklärte Mücher: „Ich kann nur sagen: Nehmen Sie das Angebot über die Fliegerwiese an.“

Anwohner-Kritik an der Stadt: „Ihr habt nix gemacht!“

Damit gemeint ist eine Wiese unterhalb des gesperrten Weges: Der Eigentümer will sich zwar vertraglich nicht verpflichten. Aber, so berichtete Dirk Mücher weiter, er wolle dulden, dass Spaziergänger über seine Wiese ins Kaltenbachtal gehen. Allerdings: Sobald die Belastung durch zum Beispiel Hundekot zu groß wird, könnte diese Duldung zurückgezogen werden, so Dirk Mücher.

Einer Alternative erteilte der Stadt-Mitarbeiter eine Absage: Ein Weg am östlichen Ende der Rather Straße sei nicht nutzbar. Zwar sei dieser Weg als Weg-Parzelle gewidmet. Diese gehöre aber niemandem, sei mittlerweile durch womöglich belasteten Aushub verschüttet und grenze direkt an ein Neubaugrundstück. Man könne die Übertragung an die Stadt beantragen, aber die Kosten für die Reaktivierung lägen im fünfstelligen Bereich. Zudem habe der Häuslebauer an dem Weg bereits in einem Schreiben seinen Widerstand gegen eine Reaktivierung des Weges in Aussicht gestellt.

„Ihr habt garnix gemacht“, schallte es daraufhin aus der Zuhörerschaft dem Stadt-Mitarbeiter entgegen und auch die BV wollte sich damit nicht zufrieden geben: Einstimmig beauftragte sie die Verwaltung, die Kosten für eine Reaktivierung des verschütteten Weges zu beziffern. „Man kann sicher auf ehrenamtliches Engagement in Form von Muskelkraft der Anwohner zählen“, zeigte sich SPD-Bezirksvertreter Oliver Wagner überzeugt, dass man den Weg mit ehrenamtlichem Engagement auch kostengünstiger wieder fit machen könne.