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25.11.2015, 17.54 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Phänomen“: Derzeit keine Flüchtlinge in den Notunterkünften

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„Verkehrte Welt“: Zwar soll in puncto Flüchtlinge nichts mehr „gehen“ in Deutschland, die Notunterkunft des Landes auf dem Belzer-Gelände steht aber derzeit leer – wie andere in Wuppertal und NRW auch. -Foto: Archiv

Während die deutsche Politik über Kontigente oder Obergrenzen, über Hotspots oder Registrierungszentren diskutiert und der Flüchtlingsstrom hie und da für kaum noch beherrschbar eingeschätzt wird, da sind sie verwaist: die rund 700 Plätze zählenden Flüchtlings-Notunterkünfte des Landes in Wuppertal. In den vergangenen Tagen wurden die bislang dort untergebrachten Flüchtlinge auf andere Städte verteilt oder zogen in kommunale Einrichtungen beziehungsweise Wohnungen in Wuppertal um –  auch die rund 300 Plätze in der Notunterkunft auf dem Belzer-Gelände sind damit derzeit frei.

Das berichtet Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn gegenüber der CW. Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge haben demnach in Wuppertal bleiben können, rund 20 Prozent seien durch die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg anderen Städten zugewiesen worden. „Das ist ein Phänomen“, zeigt sich auch Stefan Kühn über diese Entwicklung überrascht: „Während es sich in Bayern knubbelt, stehen in ganz NRW viele Plätze leer.“

Am 16. Dezember: Bürgerversammlung zum Cronenberger Flüchtlingsheim

Ob und wann die Plätze in den Wuppertaler Notunterkünften wieder belegt werden, dazu hat der Sozialdezernent keine Informationen. Kühn zeigt sich jedoch überzeugt, dass in die Landesquartiere bereits in der nächste Woche wieder Flüchtlinge einziehen könnten: „Ich glaube nicht, dass das Ende der Notunterkünfte in Wuppertal ist“, sagt der Wuppertaler Sozialdezernent. Einen Seitenhieb auf das „Handling“ des Flüchtlingsstromes kann sich Kühn dabei nicht verkneifen: „Es kann alles immer anders kommen als man denkt.“ Sollte es aber doch nicht so kommen und die Notunterkünfte leer bleiben, dann werde man sicherlich nur eine offen halten – die beiden anderen würde man dann „in Reserve“ vorhalten und sie bei Bedarf wieder aktivieren.

Während die Landesunterkunft auf dem Belzer-Gelände also so gut wie frei ist, geht der Umbau der ehemaligen Belzer-Verwaltung nebenan zu einer städtischen Flüchtlingsheim dem Ende entgegen. Im Dezember sollen die Arbeiten erledigt sein, im Januar werden nach Worten von Stefan Kühn die ersten Bewohner in die kleinen Appartments einziehen. Zur Information über das Flüchtlingsheim wird die Stadt am 16. Dezember 2015 zu einer Bürgerversammlung einladen. Sobald Näheres bekannt ist, wird die CW dazu berichten.

Neue Kleiderhalle: Derzeit keine Annahme, sondern nur Kleiderausgabe

Die Kleiderhalle von „Willkommen in Cronenberg“ konnte ihren Umzug aufs Belzer-Gelände zwischenzeitlich noch nicht abschließen. Der Grund: Bislang haben die Ehrenamtlichen erst die Schlüssel für einen Teil der von der Stadt zugesagten Räumlichkeiten bekommen. Daher wird es an der Hastener Straße 4 auch vorerst keine Annahme von Bekleidungsspenden geben.

Die Ausgabe der Kleiderkammer öffnet derweil am morgigen Donnerstag, 26. November, erstmals von 11 bis 17 Uhr. Ab der nächsten Woche wird die Ausgabe an der Hastener Straße 4 dann montags und donnerstags jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein. Mehr Infos immerzu auch auf der Online-Seite des Dörper Flüchtlings-Bündnisses unter www.willkommen-in-cronenberg.de.