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01.12.2015, 19.58 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Die Wunderübung“: Turbulente Therapie im TiC-Theater

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Gewähren zur Freude des Publikums im TiC-Theater intime Einblicke in ihr zerüttetes Eheleben: Beate Rüter als Joana und Andreas Wirth als Valentin Dorek in der Komödie „Die Wunderübung“. -Foto: Martin Mazur

Wollten sie immer schon mal wissen, was beim Paar-Therapeuten hinter verschlossenen Türen passiert? Jetzt haben Sie die Gelegenheit dazu: Seit kurzem steht die Komödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer auf dem Spielplan des Theaters in Cronenberg (TiC). Mit der romantischen E-Mail-Liebesgeschichte „Gut gegen Nordwind“ begeisterte Glattauer bereits ein Millionenpublikum. Im neuesten Werk des Österreichers wird der Zuschauer nun Zeuge einer Paar-Therapie der etwas anderen Art.

Diese nimmt nicht nur für das Ehepaar, sondern auch für den Therapeuten mehr als nur eine überraschende Wendung. Joana (Beate Rüter) und Valentin Dorek (Andreas Wirth) haben sich nach 14 Jahren nicht mehr viel zu sagen. Um ihrer Ehe eine letzte Chance zu geben, suchen sie Hilfe bei einem Paar-Therapeuten (Christian Schulz). Der Eheberater versucht die beiden durch Paarübungen und Rollentausch mit Kasperlepuppen aus der Reserve zu locken – und das Wunder der Versöhnung zu bewirken.

Aber Joana und Valentin sind erfahrene und smarte Streiter – ein Paar wie Nitro und Glycerin. Wer kennt das nicht: Sie stichelt, er fährt drüber. Valentin: „Wir haben derzeit nicht unsere beste Phase“ – Joana: „Du hast uns auseinandergelebt!“ Sie kontern schlagfertig, reagieren geistesgegenwärtig, nutzen brillant rhetorische Tricks und stellen damit auch den Therapeuten vor eine schier unlösbare Aufgabe.

Auch auf der TiC-Bühne ist der polemische Kleinkrieg der Worte geradezu ein Volkssport  – der Zuschauer wird zum Voyeur und amüsiert sich kräftig an den Szenen einer Ehe, an Liebe und Hass, Kränkungen und Schwärmerei, wie auch vergangenen Seitensprüngen. Doch der Therapeut ist nach einem Anruf plötzlich ganz verstört – auch seine Ehe scheint nach 18 Jahren gescheitert. Joana und Valentin Dorek laufen zur Hochform auf, wollen nun die Ehe des Therapeuten retten. Doch der Therapeut ist schlau: War sein Ehe-Aus nur ein Trick?

Die Idee für „Die Wunderübung“, so ließ Daniel Glattauer verlauten, sei ihm während seines Studiums zum „Psychosozialen Berater“ gekommen – da war die Arbeit mit krisengeschüttelten Paaren ein großes Thema: „Mittendrin bekam ich Lust, mich diesem Stoff auf komödiantische Weise anzunähern.“ Daniel Glattauer gelingt das bissige Porträt eines Paares, dessen beste Zeiten vorbei zu sein scheinen – unter der Regie von Raik Knorscheidt geht es richtig turbulent im TiC zu.

Die Wunderübung“ ist teilweise unsensibel, lebensnah und eigentlich nicht nur komisch – kein Wunder also, dass das Premierenpublikum begeistert applaudierte. Wer immer schon wissen wollte, was hinter verschlossenen Türen passiert, wer miterleben möchte, wie Valentin, Joana und der Paartherapeut zur Freude des Publikums ihr Bestes geben, erhält Karten für „Die Wunderübung“ unter Telefon 02 02 47 22 11 oder im Internet unter www.tic-theater.de.