Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.02.2017, 13.50 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wohnprojekt: Neues Leben im „akzenta-Leerstand“?

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Michael Lippkau vom Verein „Lebendiges Wohnen an der Wupper“ vor dem historischen Kaiserlichen Postamt Cronenberg, in dem das Wohnprojekt entstehen soll.

Die Entwicklung des Einzelhandels in der Ortsmitte bereitet vielen Sorge: Die Zahl der Geschäfte nimmt ab, nur Frisöre, Versicherungen oder Pflegedienste scheinen im Dorf Konjunktur zu haben. Zum Symbol für den vermeintlichen Abwärtstrend entlang der Hauptstraße ist längst der ehemalige akzenta-Markt geworden: Seit rund sechs Jahren steht das Ladenlokal des einstigen Einkaufsflaggschiffs im Dorf nun schon leer – die verwaisten Schaufenster in erster Lage betrachtet mancher als symptomatisch für die Lage des Einkaufsstandortes Cronenberg.

Diverse Anläufe, den prominenten Leerstand wieder mit Leben zu füllen, gab es in den vergangenen Jahren. Es gab sogar Pläne für ein großes Einkaufszentrum, für das das ehemalige „Kaiserliche Postamt“ und weitere Gebäude abgerissen werden sollten – letztlich platzten alle Ideen und die Dörper schauten weiter in vergammelte Schaufenster. Nun aber scheint sich eine realistische Nachfolgenutzung für den Leerstand aufzutun. Der Verein „Lebendiges Wohnen an der Wupper“ (LeWoWu) plant ein Mehrgenerationen-Projekt in der Dörper Immobilie.

„Lebendiges Wohnen an der Wupper“: Alle Anläufe im Dorf bislang erfolglos

Ungefähr ebenso lange wie das akzenta-Ladenlokal leer steht, sucht LeWoWu schon nach einer Möglichkeit, ein Projekt in Cronenberg zu realisieren. Der Grund dafür: Mit Michael Lippkau (64) kommt ein Motor des Vereins aus dem Dorf. Ob das Grundstück mit dem zwischenzeitlich abgerissenen „Schrott-Fachwerkhaus“ in der Schorfer Straße, ein früheres Firmenareal an der Buscherhofer Straße oder auch ein Gemeinde-Grundstück hinter der Reformierten Kirche – alle Flächen, die der Verein ins Visier nahm, zerschlugen sich aber bislang.

Die Rückansicht des akzenta-Gebäudes: Den bisherigen Anbau will der Verein zurückbauen und darauf neue Geschosse setzen.

Die Rückansicht des akzenta-Gebäudes: Den bisherigen Anbau will der Verein zurückbauen und darauf neue Geschosse setzen.

Vielleicht war das gut so, ahnt Michael Lippkau heute, denn mit der akzenta-Immobilie könnte der Verein letztlich den optimalen Standort für sein ambitioniertes Projekt gefunden haben: Mitten im Dorf, Ärzte und Apotheke sowie Einkaufsmöglichkeiten nebenan, Bushaltestelle quasi vor der Tür – was will man mehr, vor allem, wenn man die Senioren im Blick hat, die auch in die Wohnungen einziehen sollen. Und diesmal sieht es für die Aktivisten des generationsübergreifenden Wohnens, die bereits ein Projekt an der Rudolfstraße in Barmen umgesetzt haben, gut aus. Mit dem Eigentümer des historischen Postgebäudes, einer Erbengemeinschaft aus Köln, besteht nach Worten von Michael Lippkau weitgehende Einigkeit, erste Gespräche mit der Stadt seien ebenfalls positiv verlaufen.

Bis zu 18 barrierefreie Wohnungen geplant

Konkret wollen Michael Lippkau und seine Mitstreiter an der Hauptstraße 15 bis 18 Wohnungen realisieren. Diese sollen zwischen 47 und 100 Quadratmeter groß werden, ein Teil der Wohnungen wird Mietern mit Berechtigungsschein A oder B vorbehalten sein. Die Wohnungen sollen allesamt, unter anderem auch durch einen Aufzug, barrierefrei zugänglich und mit Balkonen ausgestattet sein. Der rückwärtige Supermarkt-Anbau soll bis aufs Untergeschoss abgerissen und darauf zwei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss gesetzt werden. Clou soll dabei ein Dachgarten sein.

Parkplätze für das Wohnprojekt will der Verein vornehmlich im früheren Anlieferbereich einrichten, große Teile des früheren Supermarkt-Parkplatzes sollen einem Gemeinschaftsgarten weichen. Hier sollen sich die Bewohner ebenso treffen können, wie in einem Gemeinschaftsraum des Wohnprojekts. Auch an ein Besucher-Appartement für Gäste der Bewohner ist gedacht. Im Jahr 2019 sollen die Genossenschafter in ihre Wohnungen einziehen können.
Eigentümer des Mehrgenerationen-Projekts wird eine Genossenschaft sein, die sich bereits in Gründung befindet.

Infoabend & Kontakt

Die Bewohner werden Anteile an der Genossenschaft zeichnen und als Genossenschafter eine Eigentümergemeinschaft bilden. Michael Lippkau hofft darauf, dass sich eine bunte Altersmischung für das Wohnprojekt findet, die gemeinsam die Idee einer verlässlichen Nachbarschaft und gegenseitiger Unterstützung leben möchten. „Meine Vorstellung ist zum Beispiel, dass die Jüngeren den Älteren bei den Einkäufen helfen und die Älteren dafür auch mal die Kinder beaufsichtigen, damit es hier keine Schlüsselkinder geben muss“, erläutert Michael Lippkau eine Facette seiner Vision.

Wer diese Idee interessant findet, ist am heutigen Dienstag, 28. Februar 2017, herzlich zu einem Infoabend willkommen: Um 18 Uhr lädt der Verein „Lebendiges Wohnen an der Wupper“ in den Gemeinschaftsraum seines Wohnprojektes an der Rudolfstraße 131 (Südeingang) ein, um über das Vorhaben in der Cronenberger Ortsmitte zu informieren. Besonders hofft der Verein, dabei auch jüngere Interessierte begrüßen zu können. Mehr Infos gibt Michael Lippkau auch gerne am Telefon unter 0175-204 23 35 oder per E-Mail an cronenberg@lewowu.de.

Im Internet ist der Verein unter der Adresse www.lewowu.de anklickbar.