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03.05.2017, 16.29 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Perfide: Falscher Polizist versuchte Seniorin auszuspionieren

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Mit einem perfiden Trick versuchte ein Unbekannter bereits Mitte April eine 91-jährige Cronenbergerin auszuhorchen, um womöglich an ihr Geld zu kommen. Am Abend des 18. April 2017 klingelte gegen 21.15 Uhr das Telefon bei der Sudbergerin: Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus und berichtete, dass in der benachbarten Riedelstraße eine Einbrecherbande aufgeflogen sei.

Während zwei der mutmaßlichen Täter flüchtig seien, habe man bei dem festgenommenen Trio verschiedene Beweise sicherstellen können. Darunter, so eröffnete der angebliche Polizeibeamte der 91-Jährigen, sei auch ein Zettel mit ihrem Namen und Adresse sowie Vermerken zu Konten und einem Safe. Als der dubiose Anrufer aus angeblich ermittlungstaktischen Gründen wissen wollte, ob sie über solche Konten und einen Safe verfüge, zeigte sich die Sudbergerin aber voll auf der Höhe.

Polizei warnt: Keine Angaben am Telefon machen!

Sie fragte den angeblichen Polizisten nach seinem Namen und seiner Telefon-Durchwahl. Er sei von der Polizei und habe die Nummer „110“, antwortete der Unbekannte. De Seniorin gab sich damit jedoch nicht zufrieden: Sie forderte den Mann nochmals auf, ihr seine Daten zu geben – da legte der mutmaßliche Trickdieb auf. Alles richtig hat die 91-Jährige damit gemacht, denn die Polizei würde niemals telefonisch derart sensible Daten abfragen, betont Hauptkommissar Ottmar Ay von der Dienststelle Cronenberg.

Täter blättern Telefonbücher nach „altertümlichen“ Namen durch

Als Telefonnummer eines bearbeitenden Beamten komme die Notrufnummer „110“ auch nie in Frage. In ähnlichen Fällen, so rät Ottmar Ay, solle man sich wie die Sudbergerin verhalten: Keine Auskünfte geben sowie die Kontaktdaten und Namen erfragen, um sich im Anschluss bei der Polizei unter Telefon 0202 284-0 (Präsidium) oder 0202 247 13 90 (Dienststelle Cronenberg) über die Richtigkeit zu erkundigen.

Wie der mutmaßliche Trick-Anrufer auf die Sudberger Seniorin gekommen sein könnte, ahnt Ottmar Ay: Die Täter durchforsten die Telefonbücher nach Personen, die mit ihrer Anschrift verzeichnet sind und deren Vornamen auf ein höheres Alter schließen lassen – in gutgläubigen Senioren sehen die Trickdiebe willfährige Opfer. Wer ähnlich dubiose Anrufe erhalten hat, möchte sich unter den oben genannten Nummern bei der Polizei melden.