Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

31.10.2018, 13.34 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Geschafft! Sabrina Vöhl ist „froh, dass ich hier arbeiten kann…“

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Hat auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß gefasst: Sabrina Vöhl. -Foto: Aldona Mrozek

Sabrina Vöhl hat es geschafft: Die 21-Jährige hat eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Das heißt, sie arbeitet jetzt auf Steuerkarte. „Das ist für einen Menschen mit geistiger Behinderung nicht selbstverständlich“, sagt Peter Pohl, Integrationsbeauftragter der Lebenshilfe Wuppertal. In diesem Jahr konnten insgesamt zwei Frauen der Cronenberger Werkstätten auf Lohnsteuerkarte vermittelt werden.

Sabrina Vöhl ist glücklich bei ihrer Arbeit als Altenpflegehelferin im Augustinusstift der Caritas. Lächelnd verteilt sie in dem Südstädter Haus zur Essenszeit die Mahlzeiten, hilft dem einen oder anderen beim Essen und hat immer wieder ein nettes Wort für die Bewohner parat. Sie arbeitet in einem zehnköpfigen Team auf einer Station mit 34 Bewohnern.

Die gebürtige Wuppertalerin hatte schon früh den Wunsch geäußert, auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten zu wollen. 2017 absolvierte sie erfolgreich ein Praktikum im Augustinusstift mit seinen mehr als 130 Bewohnern. Es folgte bis September ein betriebsintegrierter Ausbildungsplatz für ein Jahr. „Sie arbeitet aufgeschlossen, verantwortungsbewusst und handelt sozial“, berichtet Michael Majewski, der das Altenzentrum im Ostersiepen leitet: Sie sei die „gute Seele im Haus“, bringe die Bewohner zur Fußpflege, begleite zum Gottesdienst oder habe ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte.

Seit Jahren arbeiten die Lebenshilfe und das Augustinusstift zusammen. Immer wieder dürfen Menschen mit Behinderung Praktika am Ostersiepen machen oder belegen betriebsintegrierte Ausbildungsplätze. Manche schaffen danach den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt. Majewski: „Für uns gehören Menschen mit Behinderung zum Leben dazu. Unser Auftrag ist es, alle Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen – egal ob alte, junge, behinderte oder nicht behinderte.“

Sabrina Vöhl jedenfalls ist geholfen worden und sie unternimmt alles, um weiterzukommen. Zurzeit wird die 21-Jährige in die Pflege eingewiesen. Stolz berichtet sie, dass sie drei Bewohner bereits selbstständig versorgen kann. „Ich bin so froh, dass ich hier arbeiten kann“, sagt Vöhl.