05.12.2018, 19.45 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Zauberhaftes für Sternenkinder und Wunderbares für Frühchen

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Die Cronenbergerin Nina Schmidt (2.v.r.) organisierte das Cronenberger Treffen in der Nikodemuskirche. Mit dabei „Sternenzauber & Frühchenwunder“-Vorsitzende Mandy Kremer (li.). -Foto: SiBe

Auf den Tischen liegen viele bunte Tücher, gemusterte Stoffreste, daneben klitzekleine Strickmützen und gehäkelte Schmetterlinge. Fleißig rattern die Nähmaschinen im Takt, es wird angeregt geredet und gelacht. Im Gemeindehaus der Nikodemuskirche in Sudberg trifft sich zum ersten Mal der Verein Sternenzauber & Frühchenwunder. Mit dabei sind auch die 1. Vorsitzende Mandy Kremer und Cronenbergerin Nina Schmidt, die das Treffen organisiert hat.

Vor anderthalb Jahren wurde der Verein gegründet, er organisiert sich über Facebook und hat auf seiner Seite bereits über 1.500 Mitglieder in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. Es geht um ein sehr sensibles Thema: Sternenkinder (Kinder, die vor, während und kurz nach der Geburt verstorben sind) und Frühchen (eine von zehn Schwangerschaften ist betroffen). Diese besonderen Kinder und ihre Angehörigen sind die Zielgruppe des Vereins.

„Die Eltern freuen sich, wenn ein kleines Rotkäppchen im Bettchen liegt…“

Die Mitglieder basteln, nähen, stricken, häkeln. Für die zu früh Geborenen, die in einem Brutkas-ten ums Überleben kämpfen, gibt es unter anderem bunte Anziehsachen. Dann wird an Karneval auch schon mal das ein oder andere Kostüm genäht, „die Eltern freuen sich, wenn dann ein kleines Rotkäppchen im Bettchen liegt“, sagt Mandy Kremer, die regelmäßig mit den Handarbeiten und kleinen Geschenken ins Helios-Klinikum fährt, denn dort gibt es 15 Betten für Kinder, die in Wuppertal zu früh auf die Welt kommen.

Neben den Frühchen sind auch die Sternenkinder ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit. Jede dritte Schwangerschaft ist von einem frühen Kindstod betroffen. Eine Auffangstation für die Angehörigen ist die Sternenkinder-Ambulanz des Agaplesion Bethesda-Krankenhauses. Hier werden Eltern bei ihrer Trauer um das verstorbene Kind unterstützt. Sie bekommen Beratung, werden begleitet von der Einsargung, der Trauerfeier bis zur Beerdigung und auch noch danach.

In Wuppertal werden jedes Jahr bis zu 1.000 totgeborene Kinder bei bis zu vier Sammel-Bestattungen im Jahr beerdigt. Der Verein näht dafür unter anderem Storchenbeutel, in denen die Kinder dann unter die Erde kommen. Sternenkinder und Frühchen sind immer noch Tabu-Themen, über die man ungerne spricht: „Man sollte ein bisschen mehr zuhören und auch offener werden“, findet Nina Schmidt, „und jeder kann helfen.“

Infos & Kontakt

Wer Interesse hat, im Verein mitzuhelfen oder ihn zu unterstützen, sei es durch Handarbeiten oder Sachspenden wie Wolle oder Stoffe, kann sich gerne melden unter sternen.wunder@web.de oder im Internet www.sternenzauber-fruehchenwunder.de.

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