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29.10.2019, 18.50 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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CDU: Feuerwehr mit Wohnungen aufs Berghauser Schulgelände

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Wie konnte sie zum millionenschweren Sanierungsfall werden und was soll nun mit ihr geschehen: Die Schule Berghauser Straße wird Thema in der Bezirksvertretung Cronenberg sein. | Archiv-Foto: Meinhard Koke

Stinksauer, so kann der Gemütszustand von Cronenbergs stellvertretendem Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky beschrieben werden, wenn er an die (Un-)Tätigkeit der Stadtverwaltung denkt. Ob Ortsmitte-Planungen oder die Zukunft der ehemaligen Schule an der Berghauser Straße, man laufe oft gegen eine Wand: „Wenn ich sehe, dass ich dem Bürger nichts zurückgeben kann, dann frage ich mich, ob ich hier noch richtig bin“, zeigt sich Bezirkspolitiker von Wenczowsky enttäuscht – und wütend.

Denn nicht nur, dass die ehemalige Schule „kaputt gemacht worden“ sei, vielmehr werde ein Abriss des historischen Gebäudes durch einen Investor wohl geduldet, mutmaßt der stellvertretende CDU-Bürgermeister. „Alles läuft wohl auf einen Verkauf des Gebäudes raus“, berichtet er nach Akteneinsicht und Ortstermin der Bezirksvertretung (BV). „Es tut sich bei der Verwaltung scheinbar nichts, es ist wohl auch von unserer Seite wohl zu wenig nachgehakt worden“, gibt er sich selbstkritisch.

„Wir wehren uns auch nach Kräften, dass wir nicht ausverkauft werden“, springt ihm Rolf Tesche bei, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV). Im Rathaus werde wieder „gekungelt“, „dieser Plan soll mit Macht durchgepeitscht werden“, blickt von Wenczowsky mit Sorge auf die Ratssitzung Ende November, in der schon über die städtischen Verkaufsabsicht entschieden werden soll. Ist ein Abriss schon im kommenden Jahr möglich?

Brandschutz-Quote in Cronenberg nicht eingehalten

In der BV-Sitzung am morgigen Mittwoch, 30. Oktober 2019, steht die Zukunft des Gebäudes mit einem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, Linken, WfW und FDP auf der Tagesordnung. Der CDU geht dieser Antrag nicht weit genug, denn: „Besonders in den Nachtstunden ist die Cronenberger Bevölkerung nicht ausreichend geschützt“, bemängelt Michael-Georg von Wenczowsky zusätzlich auch eine Hinhaltetaktik der Stadt zum Feuerwehr-Neubau auf dem Schulgelände. „Da müssen wir entgegenwirken.“

Im Brandschutzbedarfsplan sei vorgegeben, dass in 85 Prozent der Fälle zehn Feuerwehrkräfte in zehn Minuten am Einsatzort sein müssten – in Cronenberg liege diese Quote nur bei 77 Prozent. In fünf Fällen in den Jahren 2017 und 2018 habe die festgelegte Hilfsfrist nicht eingehalten werden können, gibt Wuppertals Feuerwehr-Chef Ulrich Zander zu. Michael-Georg von Wenczowsky stellt daher fest: „In diesem Bereich wird die Pflichtaufgabe der Gemeinde nicht wahrgenommen.“

Forderung: Feuerwehr-Wohnungen müssen ans neue FFC-Löschhaus

Der frühere Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg (FFH) spricht sich daher für den Bau einer Feuerwache mit Feuerwehr-Dienstwohnungen auf dem Schulgelände aus: Würde man bei der Berufsfeuerwehr entsprechende Stellen für ein Fahrzeug mit 30 Personen bereithalten, um das Ziel zu erreichen, müsse man zwei Millionen Euro im Jahr zahlen, rechnet von Wenczowsky vor. Der Bau von Wohnungen für Feuerwehr-Angehörige schlage derweil „nur“ mit etwa drei Millionen Euro zu Buche, die allerdings durch Mieten wieder eingespielt werden könnten.

„Der erste Kampf muss sein, die Wohnungen dazuzubekommen“, fordert der CDU-Vizebürgermeister daher. In 36 Monaten sei ein Feuerwehr-Neubau mit Wohnungen realisierbar. „Wir haben sonst keinen Anlass, die Feuerwehr von der Kemmannstraße wegzuholen, wenn sich nichts verbessert.“

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