Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

31.03.2020, 19.54 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

CFG-Sechstklässlerin Maya: „Corona-Ferien – nicht so schön!“

Artikelfoto

Auf CW-Bitte haben sich zwei junge Schülerinnen des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) – die eine im „Homeoffice“ und die andere in der Notbetreuung am Jung-Stilling-Weg – an die Tastatur gesetzt und uns aus ihren „Corona-Zwangsferien“ einen Erlebnis-Aufsatz geschickt (vielen Dank dafür!) Die eine ist die Sechstklässlerin May Dicke und die andere Aya Ihizane, die in die Jahrgangsstufe 5 des Fuhlrott-Gymnasiums geht.

„Wir kriegen Hausaufgaben für jeden Tag, aber das ist doch immer noch viel besser als Schule“- könnte man denken!“, schreibt Maya Dicke von daheim: „Aber Schule hat trotzdem einige Annehmlichkeiten. In der Schule kann man zum Beispiel nochmal nachfragen, man geht raus und das Wichtigste: Man sieht seine Freunde. In der Schule ist das alles leicht.

 

Mir ergeht es hier zwar sehr gut aber ich vermisse meine Freunde. Ich kann mit ihnen telefonieren, aber das ist ja nicht dasselbe wie jeden Tag in der Schule. Außerdem vermisse ich den Unterricht. Ich habe nichts gegen ein paar freie Tage, aber mir fehlt der Sport-Unterricht, um zu turnen, der Mathe-Unterricht, um mich zu verbessern, der Kunst-Unterricht, um zu zeichnen und der Englisch-Unterricht, um zu lernen. Ich brauche den Physik-Unterricht, um Neues auszuprobieren, den Geschichts-Unterricht, um mein Wissen zu erweitern, und den Deutsch-Unterricht, um über mich hinaus zu wachsen…

Aber am allerwichtigsten: Ich habe festgestellt, dass immer zu Hause zu sein auch nicht so lustig ist und dass Schule doch auch ihre guten Seiten hat…!“

„Mein Tag in der Notbetreuung…“

„Meine Tage in der Notbetreuung in der Schule sind bis jetzt ganz gut“, berichtet Aya Ihizane in ihrem Corona-Aufsatz für die CW: „Meine Mutter hat in der ersten Woche versucht, zu Hause zu arbeiten, aber sie wurde bei ihrer Arbeit gebraucht und mein Vater konnte auch nicht auf uns aufpassen. Deswegen wurden wir in einer Notbetreuung untergebracht.

Eigentlich gehe ich da zurück in die Routine, weil ich wieder in die Schule gehe, allerdings werde ich von meinen Eltern gebracht und abgeholt. Wir haben morgens und mittags einen anderen Lehrer. Morgens bearbeiten wir meistens die Aufgaben, die wir von unseren Lehrern bekommen. Nachmittags spielen wir oder lesen in der Bibliothek. Ich habe mir manches etwas anders vorgestellt. Ich dachte, dass etwas mehr Kinder kommen würden, denn am Montag waren mit mir noch zwei Jungs dort und am Dienstag war ich das einzige Kind.

 

Was ich gut finde, ist, dass wir uns aussuchen dürfen, was wir in der Freizeit machen und dass wir uns die Aufgaben selbst einteilen können. Dass wir eine kleine Gruppe sind, mag ich sehr, weil es dann viel ruhiger ist und man sich gegenseitig helfen kann. Es ist kein richtiger Unterricht, deswegen haben wir sehr viel Zeit, um auf den Schulhof oder in den Schulgarten zu gehen.

Insgesamt finde ich es super hier, von mir aus könnte es immer so sein, aber die anderen Schüler sind ja zu Hause und auf die muss man auch Rücksicht nehmen“, schreibt Fünftklässlerin Aya abschließend: „Und wenn man bedenkt, wieso die ganze Situation so aussieht, will man das auch nicht mehr.“

Weitere Aufsätze, wenn der „Schul-Shutdown“ vorüber ist?

Das CW-Team dankt Maya und Aya ganz herzlich für ihre Mühen! Wir wünschen euch (und uns allen), dass sich die Welt möglichst bald wieder auf „normale Weise“ dreht – ob in der Schule oder anderswo. Dann werden wir euch vielleicht um Aufsätze dazu bitten, wie es zurück in der Schule ist… Bleibt gesund, ihr zwei und eure Familien – und alle Mitschüler, Lehrer sowie Mitarbeiter… des Schulzentrums natürlich auch!

Und noch etwas: Aus eurer jeweiligen Sicht habt ihr diese beiden Facetten der „Corona-Krise“ toll beschrieben – Kompliment! Für euch beide von uns eine glatte „Eins“, setzen!