Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

10.08.2020, 15.00 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Zustand der Wuppertaler Wälder: „Der Prozess nimmt kein Ende“

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Die Ratsfraktion der SPD informierte sich im Corona-Sommer 2020 im städtischen Teil des Burgholzes über den Zustand der Wälder in Wuppertal. | Foto: Marcus Müller

Mit vielen Problemen sehen sich die Forstwirte der Stadt in den letzten Jahren konfrontiert. Zu wenig Regen, zu viele Schädlinge, verheerende Stürme – „wir versuchen dem irgendwie Herr zu werden“, muss Sebastian Rabe, der Abteilungsleiter Forsten / Waldbewirtschaftung bei der Stadt Wuppertal, zugeben. Er ist Herr über 1.700 Hektar in 400 verschiedenen Waldgebieten, „der Wald ist eher schrotschussartig über die Stadt verteilt“, skizziert er ein weiteres Problem. Im Tal gebe es schließlich eine „starke Zersiedelung“.

Bei einem Ortstermin der SPD-Ratsfraktion auf der Sambatrasse und im angrenzenden Burgholz gab Rabe in der vergangenen Woche einen kurzen Überblick über die aktuellen Herausforderungen. Der Wuppertaler Wald sei zu 85 Prozent Laubwald, die Bäume oftmals 40 bis 80 Jahre alt. Insgesamt habe die Stadt einen recht alten Baumbestand – trotz Weltkriegen.

Zu schaffen machen besonders noch die Spätfolgen von Orkan Kyrill im Jahr 2007. „Der jetzige Prozess nimmt und nimmt kein Ende“, musste Sebastian Rabe zugeben. Auch der Borkenkäfer profitiere von den viel zu trockenen Sommern. „In manchen Gegenden ist die Situation aber noch viel schlimmer“, verwies Rabe etwa auf das Sauerland.

Zudem sei der heimische Holzmarkt übersättigt, der Überschuss würde inzwischen in sonst leeren Containern per Schiff nach China exportiert. „Es ist so viel Holz da, da ist der Preis kaputt“, bedauerte Rabe. Seit einigen Jahren arbeite man mit mehr Baumarten, um die Wälder widerstandsfähiger zu machen. Auf „übliche“ Arten verzichte man aber nicht: „Eine Buche, die mit weniger Wasser im eigentlich regenreichen Wuppertal aufwächst, ist daran gewöhnt“, so Rabe.